Marschall aus Wattweiler (Kettersbergerhof)

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Marschall
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Marschall aus Wattweiler (Kettersbergerhof)

Beitrag von Marschall » Mo 22. Mär 2021, 14:24

Hallo allerseits,
zunächst herzlichen Dank für die Aufnahme.
Mein Name ist Dieter Hermann Marschall. Derzeit arbeite ich an meiner Familiengeschichte. Meine ersten, mir bekannten Vorfahren waren Sébastian und Barbe (Barbara) Marchal, die ca. 1670 in Lorquin/Lothringen-Moselle wohnten. Im Jahr 1698 wurde dort auch ihr Sohn Sébastian Marchal jun. geboren. Nach 1700 wanderte die Familie in die Pfalz aus.
1761 gründete Sébastian Marchal (mittlerweile Sebastian Marschall genannt) bei Wattweiler den Kettersbergerhof. Soweit ist alles bekannt und auch nachvollziehbar.
Problematisch wird es bei einem seiner Nachkommen, meinem Urgroßvater, Friedrich Marschall (geb. 10.11.1847 auf diesem Kettersbergerhof). Sein Tod ist mysteriös:

Die Sterbeurkunde des Standesamtes Webenheim vom 30.8.1887 vermerkt (etwas gekürzt):
„Der Ackerer Georg Linz, Wattweiler, zeigte an, dass der bei ihm wohnhafte Stein-brecher Friedrich Marschall (katholisch) … zu Wattweiler in der Behausung des Anzeigenden am 30.8.1887 vormittags um 11.00 Uhr verstorben sei.“
Diese Anzeige erfolgte, wie damals nicht unüblich, ohne ärztlichen Totenschein. Es soll zwar auch einen entsprechenden Grabstein in Wattweiler gegeben haben, aber es gab Zweifel. Krampfhaft hielt sich das Gerücht, Friedrich Marschall sei nach Amerika „abgehauen“ – unter Zurücklassung von Frau und Kindern.
Im August 1887 wanderte ein Cousin von Friedrich Marschall, Martin Marschall zusammen mit einem gewissen Jacob Conrad von Wattweiler nach USA aus. Beide verfügten über legale Auswanderungspapiere. Es darf vermutet werden, dass Friedrich Marschall sich diesen beiden einfach anschloss, wenn auch ohne Auswanderungserlaubnis (Dispens) – immer vorausgesetzt, dass er nicht am 30.8.1887 in Wattweiler verstarb, sondern tatsächlich ausgewandert ist.
Der Sinn der damaligen Totmeldung von Friedrich Marschall durch seinen Schwiegervater am 30.8.1887 war offensichtlich, dass hiermit seine Tochter Elisabeth Linz legal das Erbe antreten und eventuell nochmals heiraten konnte. Im katholischen Sterbebuch von Zweibrücken/Wattweiler findet sich der Eintrag, dass Friedrich am 30.8.1887 in Wattweiler gestorben ist und am 1.9.1887 auch dort beerdigt wurde – allerdings ohne vom damaligen katholischen Zweibrücker Pfarrer Franz Josef Huth die Sterbesakramente empfangen zu haben. Letzteres ist nun wiederum dubios, denn die Gründe hierfür könnten, wie mir Pfarrer Köller vom Bistumsarchiv in Spey-er erläuterte, gewesen sein: Nachdem Selbstmord und „Leben in Sünde“ als Ver-weigerungsgründe ja hoffentlich wegfallen, könnte es möglich gewesen sein, dass der Zweibrücker Pfarrer Huth nicht rechtzeitig nach Wattweiler kam, um die Sterbe-sakramente zu erteilen (Wattweiler hatte keine eigene katholische Pfarrei). Diese Erteilung kann nämlich spätestens zwei Stunden nach dem Todeszeitpunkt noch erfolgen, denn es können eigentlich nur Lebende gesalbt werden. Oder es wäre denkbar: Friedrich Marschall konnte die Sterbesakramente nicht empfangen, denn er lag überhaupt nicht im Sarg. Er ist eventuell doch heimlich nach USA ausgewandert. Hier schließt sich nun der Kreis der Gerüchte….

Nun mein Anliegen: Weiß jemand etwas von dieser evtl. Auswanderung oder wurde Friedrich Marschall tatsächlich 1887 in Wattweiler beerdigt?

Herzliche Grüße,
Dieter Hermann Marschall, Schifferstadt.



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