Nagel im Kanton Aargau
Moderator: Wolf
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Urs Bühler
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Nagel im Kanton Aargau
Ich suche die Vorfahren von:
Elisabeth Nagel geboren 07 März 1788, gestorben 27 Februar 1863, verheiratet mit:
Kaspar Brun geboren 21 Dezember 1797 Widen, gestorben 13 Dezember 1830
Besten Dank
Elisabeth Nagel geboren 07 März 1788, gestorben 27 Februar 1863, verheiratet mit:
Kaspar Brun geboren 21 Dezember 1797 Widen, gestorben 13 Dezember 1830
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SiWe
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Re: Nagel im Kanton Aargau
Guten Tag,
ich gehe davon aus, dass die Aargauer Nagels von den Nagels aus dem 5 km entfernten Urdorf abstammen, das wie Widen zur Grafschaft Baden gehörte bis um 1800 (danach durch Napoleon, obwohl katholisch, dem Kanton Zürich zugeschlagen).
Die Namen der Eltern von Elisabeth sollten im Ehebuch von der Kirchgemeinde zu welcher Widen gehörte zu jener Zeit stehen (ich hoffe Du hast / findest den Eintrag).
Dann kommst Du weiter über die Urdorfer Bücher, wenn sich meine These bewarheitet.
Es wäre dann gut möglich, dass Elisabeth eine Tocher des Nagel Hans Georg auch genannt Hans Jörg (junior - 3 Generation) aus Niederurdorf und Flach Susanna aus Pfungen wäre, die 1786 in Urdorf heirateten.
https://www.zh.ch/content/dam/zhweb/bil ... _18_Jh.pdf, Seite 912
Die Urdorfer Nagels waren Schreiner/Tischler. Der erste war ein Hans Georg (auch Hans Jörg genannt) der 1688 in Berlin geboren wurde und danach nach Urdorf kam.
Zu den Berliner Nagels habe ich einen eigenen Chat erstellt : viewtopic.php?p=119576#p119576
Grüsse
SiWe
ich gehe davon aus, dass die Aargauer Nagels von den Nagels aus dem 5 km entfernten Urdorf abstammen, das wie Widen zur Grafschaft Baden gehörte bis um 1800 (danach durch Napoleon, obwohl katholisch, dem Kanton Zürich zugeschlagen).
Die Namen der Eltern von Elisabeth sollten im Ehebuch von der Kirchgemeinde zu welcher Widen gehörte zu jener Zeit stehen (ich hoffe Du hast / findest den Eintrag).
Dann kommst Du weiter über die Urdorfer Bücher, wenn sich meine These bewarheitet.
Es wäre dann gut möglich, dass Elisabeth eine Tocher des Nagel Hans Georg auch genannt Hans Jörg (junior - 3 Generation) aus Niederurdorf und Flach Susanna aus Pfungen wäre, die 1786 in Urdorf heirateten.
https://www.zh.ch/content/dam/zhweb/bil ... _18_Jh.pdf, Seite 912
Die Urdorfer Nagels waren Schreiner/Tischler. Der erste war ein Hans Georg (auch Hans Jörg genannt) der 1688 in Berlin geboren wurde und danach nach Urdorf kam.
Zu den Berliner Nagels habe ich einen eigenen Chat erstellt : viewtopic.php?p=119576#p119576
Grüsse
SiWe
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Peter.D
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Re: Nagel im Kanton Aargau
Urdorf war seit der Reformation reformiert. Bereits kurz vor der Reformation hatte Zürich alle wesentlichen Rechte über Urdorf übernommen und Urdorf der Obervogtei Birmensdorf zugeteilt. Neben dem Niedergericht stand Zürich auch das militärische Aufgebot zu. Die Kollatur der Pfarrei Urdorf blieb zwar beim Kloster Wettingen, daher musste das Kloster auf Dreiervorschlag von Zürich auch den reformierten Pfarrer einsetzen und entlöhnen!
Die formelle Zugehörigkeit zur Grafschaft Baden bis zur Revolution dürfte wohl ähnlich wie im gemischt konfessionellen Dietikon (mit paritätischer Kirche) kaum mehr eine praktische Bedeutung gehabt haben.
Widen unterstand jedoch bis zur Revolution tatsächlich der Grafschaft Baden, konkret deren Amt Rohrdorf. Kirchlich mussten die katholischen Einwohner wohl immer nach Eggenwil.
Peter
Die formelle Zugehörigkeit zur Grafschaft Baden bis zur Revolution dürfte wohl ähnlich wie im gemischt konfessionellen Dietikon (mit paritätischer Kirche) kaum mehr eine praktische Bedeutung gehabt haben.
Widen unterstand jedoch bis zur Revolution tatsächlich der Grafschaft Baden, konkret deren Amt Rohrdorf. Kirchlich mussten die katholischen Einwohner wohl immer nach Eggenwil.
Peter
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SiWe
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Re: Nagel im Kanton Aargau
Lieber Peter
Vielen Dank für die Erklärung zu Urdorf.
Ich sehe du bist ein Spezialist.
In vielen Dokumenten spricht man von der Pfarre Dietikon Urdorf die doch katholisch war?
Hättest du da zusätzliche Informationen?
Vor allem im Anbetracht des Beziehungsnetzes der verschiedenen Familien in jener Region zwischen der Grafschaft Baden und dem Zürcher Gebiet
Vielleicht müsste man aber für diesen Diskurs einen separaten Chat auftun.
Grüße und merci im voraus SiWe
Vielen Dank für die Erklärung zu Urdorf.
Ich sehe du bist ein Spezialist.
In vielen Dokumenten spricht man von der Pfarre Dietikon Urdorf die doch katholisch war?
Hättest du da zusätzliche Informationen?
Vor allem im Anbetracht des Beziehungsnetzes der verschiedenen Familien in jener Region zwischen der Grafschaft Baden und dem Zürcher Gebiet
Vielleicht müsste man aber für diesen Diskurs einen separaten Chat auftun.
Grüße und merci im voraus SiWe
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Peter.D
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Re: Nagel im Kanton Aargau
Nein, die Kirchgemeinde Urdorf-Dietikon war eben reformiert. Daneben gab es die katholische Kirchgemeinde Dietikon.
Die Kirche in Dietikon wurde aber noch sehr lange von beiden Konfessionen paritätisch benutzt, der reformierte Pfarrer war jedoch in Urdorf niedergelassen.
Während die Grafschaft Baden z.B. Bremgarten und andere Gemeinden im Freiamt, die ebenfalls nach 1525 reformiert geworden waren, aufgrund der Mehrheitsverhältnisse rekatholisieren konnte, war das in Gebieten mit starkem Zürcher Einfluss nicht möglich. Neben Urdorf galt das insbesondere auch für Schlieren, das rechtlich bis 1798 zur Grafschaft Baden gehörte. Ähnlich wie in Dietikon wurde auch die Kirche in Würenlos paritätisch genutzt, wobei dort die Reformierten vom Pfarrer im nahen Zürcher Otelfingen betreut wurden.
In der Ehedatenbank des Staatsarchivs sehe ich bei schneller Sichtung nur ganz wenige Nagel aus Urdorf, ein Stamm kam offensichtlich sogar aus Preussen.
Peter
Die Kirche in Dietikon wurde aber noch sehr lange von beiden Konfessionen paritätisch benutzt, der reformierte Pfarrer war jedoch in Urdorf niedergelassen.
Während die Grafschaft Baden z.B. Bremgarten und andere Gemeinden im Freiamt, die ebenfalls nach 1525 reformiert geworden waren, aufgrund der Mehrheitsverhältnisse rekatholisieren konnte, war das in Gebieten mit starkem Zürcher Einfluss nicht möglich. Neben Urdorf galt das insbesondere auch für Schlieren, das rechtlich bis 1798 zur Grafschaft Baden gehörte. Ähnlich wie in Dietikon wurde auch die Kirche in Würenlos paritätisch genutzt, wobei dort die Reformierten vom Pfarrer im nahen Zürcher Otelfingen betreut wurden.
In der Ehedatenbank des Staatsarchivs sehe ich bei schneller Sichtung nur ganz wenige Nagel aus Urdorf, ein Stamm kam offensichtlich sogar aus Preussen.
Peter
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SiWe
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Re: Nagel im Kanton Aargau
Lieber Peter,
1) Danke für die klärenden interessanten Informationen zu Dietikon-Urdorf. Du bist ein echter Kenner.
Was den Preussischen Stamm angeht, meinst Du damit nicht das Ur-Preussen sondern das spätere Königreich mit Berlin und somit Hans Georg Nagel geb 1688 in Berlin (mein Ahne) ?
In der Tat kann man sagen, dass es gerade eine Familie Nagel gab aus Urdorf : des eingewanderten Tischler/Schreiner aus Berlin.
Die 2. Familie, wohl ausgestorben vor 1700 aus der Region Fischenthal-Pfäffikon scheint mir mit den Urdorfern nicht verwandt sein zu könne, oder meinst Du, Hans Georg könnte der Sohn sein von Rudolf und Maria Esslinger sein getraut in der Stadt Zürich 1672 ?
Grüsse SiWe
1) Danke für die klärenden interessanten Informationen zu Dietikon-Urdorf. Du bist ein echter Kenner.
Was den Preussischen Stamm angeht, meinst Du damit nicht das Ur-Preussen sondern das spätere Königreich mit Berlin und somit Hans Georg Nagel geb 1688 in Berlin (mein Ahne) ?
In der Tat kann man sagen, dass es gerade eine Familie Nagel gab aus Urdorf : des eingewanderten Tischler/Schreiner aus Berlin.
Die 2. Familie, wohl ausgestorben vor 1700 aus der Region Fischenthal-Pfäffikon scheint mir mit den Urdorfern nicht verwandt sein zu könne, oder meinst Du, Hans Georg könnte der Sohn sein von Rudolf und Maria Esslinger sein getraut in der Stadt Zürich 1672 ?
Grüsse SiWe
Peter.D hat geschrieben: Sa 12. Nov 2022, 16:28 1) Nein, die Kirchgemeinde Urdorf-Dietikon war eben reformiert. Daneben gab es die katholische Kirchgemeinde Dietikon.
Die Kirche in Dietikon wurde aber noch sehr lange von beiden Konfessionen paritätisch benutzt, der reformierte Pfarrer war jedoch in Urdorf niedergelassen.
2) In der Ehedatenbank des Staatsarchivs sehe ich bei schneller Sichtung nur ganz wenige Nagel aus Urdorf, ein Stamm kam offensichtlich sogar aus Preussen.
Peter
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Peter.D
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Re: Nagel im Kanton Aargau
Aufgrund der Herkunft aus Berlin scheint mir ein Zusammenhang zwischen den Nagel aus Pfäffikon und denjenigen aus Urdorf eher unwahrscheinlich.
Ich vermute auch, dass der Hans Georg Nagel, der 1722 geheiratet hatte, der gleiche ist wie der Witwer von 1734 und von 1741. Und der zweite Hans Georg Nagel in Urdorf, der offenbar auch mehrfach geheiratet hatte, war wohl sein Sohn?
Passt denn die 1788 geborene Elisabeth Nagel in den Stammbaum der Urdorfer Nagel - wenn wir mal von der Konfession absehen?
Peter
Ich vermute auch, dass der Hans Georg Nagel, der 1722 geheiratet hatte, der gleiche ist wie der Witwer von 1734 und von 1741. Und der zweite Hans Georg Nagel in Urdorf, der offenbar auch mehrfach geheiratet hatte, war wohl sein Sohn?
Passt denn die 1788 geborene Elisabeth Nagel in den Stammbaum der Urdorfer Nagel - wenn wir mal von der Konfession absehen?
Peter
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SiWe
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Re: Nagel im Kanton Aargau
Merci lieber Peter.
1) Das kommt in der Tat hin.
2) Ich habe einen Zweig von Handwerker / jenische Fahrende.
Zu jenen gehören die Nagels.
Bei denen ist die Konfession oft "wechselnd".
Ein Beispiel : die Tochter meiner Nagel-Ahnin Bertha Nagel (geb 1858) ist evangelisch getauft, Ihre Tochter hingegen katholisch, später taufte sie eines ihrer Kinder wieder evangelisch.
Vor 1875 war es den Jenischen vor allem wichtig sich taufen zu lassen und zu heiraten. Sie machten es dort wo es ihnen erlaubt wurde (was lange nicht überall war) um sich identifizieren zu können, da es ja in vielen Regionen in der Schweiz als auch in Deutschland noch keinen organisierten von der Kirche unabhängigen Zivilstand gab.
Man müsste die Trauung der "Aargauischen" Elisabeth Nagel (geb am 7 März 1788 nach dem Initator des Chats) finden oder deren Taufe (in Dietikon-Urdorf) um dies abzusichern. Vom Timing her kann sie gut eine Schwester meines Ahnen Heinrich Nagel sein der im Januar 1787 geboren wurde, auch wenn ich sie nicht fand unter diesem Geburtstatum über die Myheritage Suche (keine solche Geburt mit Suchkriterium Schweiz).
Es gibt hingegen eine Schwester meines Ahnen Heinrich die 1798 geboren wurde, was wenn man den Jahrgang des Ehemannes (1797) anschaut auch hinkommen würde (1788 könnte falsch sein).
Aber das so schlage ich vor überlassen wir dem Chatinitiator
LG
1) Das kommt in der Tat hin.
2) Ich habe einen Zweig von Handwerker / jenische Fahrende.
Zu jenen gehören die Nagels.
Bei denen ist die Konfession oft "wechselnd".
Ein Beispiel : die Tochter meiner Nagel-Ahnin Bertha Nagel (geb 1858) ist evangelisch getauft, Ihre Tochter hingegen katholisch, später taufte sie eines ihrer Kinder wieder evangelisch.
Vor 1875 war es den Jenischen vor allem wichtig sich taufen zu lassen und zu heiraten. Sie machten es dort wo es ihnen erlaubt wurde (was lange nicht überall war) um sich identifizieren zu können, da es ja in vielen Regionen in der Schweiz als auch in Deutschland noch keinen organisierten von der Kirche unabhängigen Zivilstand gab.
Man müsste die Trauung der "Aargauischen" Elisabeth Nagel (geb am 7 März 1788 nach dem Initator des Chats) finden oder deren Taufe (in Dietikon-Urdorf) um dies abzusichern. Vom Timing her kann sie gut eine Schwester meines Ahnen Heinrich Nagel sein der im Januar 1787 geboren wurde, auch wenn ich sie nicht fand unter diesem Geburtstatum über die Myheritage Suche (keine solche Geburt mit Suchkriterium Schweiz).
Es gibt hingegen eine Schwester meines Ahnen Heinrich die 1798 geboren wurde, was wenn man den Jahrgang des Ehemannes (1797) anschaut auch hinkommen würde (1788 könnte falsch sein).
Aber das so schlage ich vor überlassen wir dem Chatinitiator
LG
Peter.D hat geschrieben: Sa 12. Nov 2022, 19:12 1) Aufgrund der Herkunft aus Berlin scheint mir ein Zusammenhang zwischen den Nagel aus Pfäffikon und denjenigen aus Urdorf eher unwahrscheinlich.
Ich vermute auch, dass der Hans Georg Nagel, der 1722 geheiratet hatte, der gleiche ist wie der Witwer von 1734 und von 1741. Und der zweite Hans Georg Nagel in Urdorf, der offenbar auch mehrfach geheiratet hatte, war wohl sein Sohn?
2) Passt denn die 1788 geborene Elisabeth Nagel in den Stammbaum der Urdorfer Nagel - wenn wir mal von der Konfession absehen?
Peter
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