Frage ans Forum: Was ist der Laienzehnte?
An wen wird der zehnte Teil der Ernte geschuldet?
Laienzehnte
Begriffsbestimmungen - Definitions
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Thomas
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Was ist ein Laienzehnte?
Kirchenzehnten waren Abgaben, die einem geistlichen Grundherrn geschuldet waren, Laienzehnten dagegen Abgaben an einen weltlichen Grundherrn.
Gruss
Thomas
- Editiert von Thomas am 12.01.2010, 16:30 -
Gruss
Thomas
- Editiert von Thomas am 12.01.2010, 16:30 -
Thomas Illi, Wolfhausen
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pfalzteufel
Was ist ein Laienzehnte?
es sollte vielleicht auch noch erwähnt werden das der Zehnt nicht nur eine Ernteabgabe war wie S.H. das schreibt.
Näheres kann man hier nachlesen
http://wiki-de.genealogy.net/Zehnt
Näheres kann man hier nachlesen
http://wiki-de.genealogy.net/Zehnt
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Stephleuen
- Beiträge: 707
- Registriert: Sa 15. Dez 2007, 14:13
- Geschlecht: Männlich
- Wohnort: Schweiz, Bern
Was ist ein "Laienzehnte"?
Hier noch eine Ergänzung aus meinem MAnuskript zu meiner Familiengeschichte:
Alle Zehnten des Landes, sowohl vom Ertrag des Bodens als von den Früchten der Bäume, gehören dem Herrn, sind dem Herrn geweiht (3.Mose 27/30.)
Aber siehe, den Leviten gebe ich alle Zehnten in Israel als Erbgut für den Dienst, den sie tun, für den Dienst am heiligen Zelte (4. Mose 18/21)
In diesem alttestamentarischen Opfer ist der Zehnt beheimatet. Jedermann soll von bestimmten Einkünften den zehnten Teil zur Ehre Gottes abgeben. Mit dem Einzug des Chrsitentums in die abendländische Kultur fand auch der Zehnt den Weg dahin. Das alttestamentarische, moralisch verbindliche Zehntgebot wurde durch die kirchenfreundlich gesinnten Karolinger in eine kirchenrechtliche Pflicht verwandelt. Alle Güter schuldeten fortan der Kirche den Zehnt.
¼ dem Bischof
¼ dem Pfarrer
¼ den Armen
¼ für den Unterhalt der Gebäude ohne Kirchenchor
Von den Matten wurde der Heu- und Emdzehnt, vom Ackerland der Getreide- und Muskornzehnt erhoben. Der Getreidezehnt war am einträglichsten. Er bestand zur Hauptsache aus Dinkel und Hafer. Das wenige Roggenstroh fand Verwendung für Bedachung. Im altbernischen Getreidebau wurde Weizen nicht angebaut.
Später ging der Zehnt in weltliche Hände und wurde fortan Laienzehnt genannt. Auf Antrag beim Bischoff konnte ein Grundherr eine Kirche gründen, Eigenkirche. In diesem Fall überträgt er ihr der Kirchensatz und das Zehntrecht. Der Zehnt konnte verkauft, verschenkt, vertauscht und natürlich auch verpfändet werden. Durch besondere Verdienste oder durch Landgewinn in Folge von Rodung oder Entwässerung eines Sumpfgebietes, konnte ein Stück Land oder Besitz als frei, ledig und eigen erklärt werden, sofern dies auch urkundlich befreit wurde, Zehntfreier Besitz. Alle Güter, auch jene der Freien, waren Zehntpflichtig. Der Zehnt stellte immer den zehnten Teil des Rohertrages dar und unterlag keiner Geldentwertung.
Beste Grüsse Stephan Leuenberger
Alle Zehnten des Landes, sowohl vom Ertrag des Bodens als von den Früchten der Bäume, gehören dem Herrn, sind dem Herrn geweiht (3.Mose 27/30.)
Aber siehe, den Leviten gebe ich alle Zehnten in Israel als Erbgut für den Dienst, den sie tun, für den Dienst am heiligen Zelte (4. Mose 18/21)
In diesem alttestamentarischen Opfer ist der Zehnt beheimatet. Jedermann soll von bestimmten Einkünften den zehnten Teil zur Ehre Gottes abgeben. Mit dem Einzug des Chrsitentums in die abendländische Kultur fand auch der Zehnt den Weg dahin. Das alttestamentarische, moralisch verbindliche Zehntgebot wurde durch die kirchenfreundlich gesinnten Karolinger in eine kirchenrechtliche Pflicht verwandelt. Alle Güter schuldeten fortan der Kirche den Zehnt.
¼ dem Bischof
¼ dem Pfarrer
¼ den Armen
¼ für den Unterhalt der Gebäude ohne Kirchenchor
Von den Matten wurde der Heu- und Emdzehnt, vom Ackerland der Getreide- und Muskornzehnt erhoben. Der Getreidezehnt war am einträglichsten. Er bestand zur Hauptsache aus Dinkel und Hafer. Das wenige Roggenstroh fand Verwendung für Bedachung. Im altbernischen Getreidebau wurde Weizen nicht angebaut.
Später ging der Zehnt in weltliche Hände und wurde fortan Laienzehnt genannt. Auf Antrag beim Bischoff konnte ein Grundherr eine Kirche gründen, Eigenkirche. In diesem Fall überträgt er ihr der Kirchensatz und das Zehntrecht. Der Zehnt konnte verkauft, verschenkt, vertauscht und natürlich auch verpfändet werden. Durch besondere Verdienste oder durch Landgewinn in Folge von Rodung oder Entwässerung eines Sumpfgebietes, konnte ein Stück Land oder Besitz als frei, ledig und eigen erklärt werden, sofern dies auch urkundlich befreit wurde, Zehntfreier Besitz. Alle Güter, auch jene der Freien, waren Zehntpflichtig. Der Zehnt stellte immer den zehnten Teil des Rohertrages dar und unterlag keiner Geldentwertung.
Beste Grüsse Stephan Leuenberger
Stephan Leuenberger
Mitglied bei:
Historischer Verein des Kantons Bern
Schweizerische Gesellschaft für Familienforschung
Genealogisch Heraldische Geselschaft Bern
Jahrbuchvereinigung Oberaargau
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S.H.
- Beiträge: 129
- Registriert: Di 19. Feb 2008, 19:45
- Geschlecht: Männlich
Was ist ein "Laienzehnte"?
Thomas, Pfalzteufel und Stephan, vielen Dank für Eure Erklärungen.
Grüsse
Stefan Hubschmid
Grüsse
Stefan Hubschmid
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