Zürcher Untervögte vor 1798
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Thomas
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Zürcher Untervögte vor 1798 (Beispiel Meilen)
Ich bin auf eine ziemlich vollständige Liste der Untervögte in zürcherischen Vogteien im 18. Jahrhundert gestossen. Das Amt eines Untervogts war im Zürcher Obrigkeitsstaat vor 1798 das höchste Amt, das ein Landbürger erreichen konnte.
Beispiel Meilen:
Hans Jacob WUNDERLI (1701 - 1721)
Lieut. Hs. Heinrich WUNDERLI, Sohn des Vorgängers (1771 - 1747)
Alt Kirchenpfleger DOLDER (1747 - 1774)
Richter P. BRÄNDLI (1774 - 1798)
Wer wissen möchte, ob sich allenfalls Vorfahren unter diesen lokalen Würdenträgern befinden, möge sich im Forum melden.
Gruss
Thomas
- Editiert von Wolf am 14.06.2006, 23:58 -
Beispiel Meilen:
Hans Jacob WUNDERLI (1701 - 1721)
Lieut. Hs. Heinrich WUNDERLI, Sohn des Vorgängers (1771 - 1747)
Alt Kirchenpfleger DOLDER (1747 - 1774)
Richter P. BRÄNDLI (1774 - 1798)
Wer wissen möchte, ob sich allenfalls Vorfahren unter diesen lokalen Würdenträgern befinden, möge sich im Forum melden.
Gruss
Thomas
- Editiert von Wolf am 14.06.2006, 23:58 -
Thomas Illi, Wolfhausen
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chuta
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Zürcher Untervögte vor 1798
Gerne nehme ich Dein Angebot an. Da ich einen Teil meiner Vorfahren in Stallikon und Birmensdorf habe würde es mich interessieren, wer in diesen beiden Gemeinden Untervogt war.
Vielen Dank
Gruss
Roman
Vielen Dank
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Thomas
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Zürcher Untervögte vor 1798 (Birmensdorf)
Hier die Untervögte von Birmensdorf:
Sekelm. WEISS (1691 - 1703)
Alt Sekelm. OGGENFUSS (1703 - 1720)
Kilchmeyer OGGENFUSS (1720 - 1727)
Kirchmeyer TRACHSLER (1727 - 1745)
Bernh. FREY (1745 - 1753)
Balthasar TRACHSLER (1753 - 1765)
Kilchm. Rudolf KUPFER (1765 - 1766)
Hans BAUER (1766 - 1777)
Jakob FREY (1777 - 1793)
Sekelm. Felix TRACHSLER (1793 - 1798)
Stallikon gehörte zur Obervogtei Wettswil-Bonstetten und hatte keinen eigenen Untervogt. Nach welchem Namen soll ich dort suchen?
Gruss
Thomas
- Editiert von Wolf am 14.06.2006, 23:59 -
Sekelm. WEISS (1691 - 1703)
Alt Sekelm. OGGENFUSS (1703 - 1720)
Kilchmeyer OGGENFUSS (1720 - 1727)
Kirchmeyer TRACHSLER (1727 - 1745)
Bernh. FREY (1745 - 1753)
Balthasar TRACHSLER (1753 - 1765)
Kilchm. Rudolf KUPFER (1765 - 1766)
Hans BAUER (1766 - 1777)
Jakob FREY (1777 - 1793)
Sekelm. Felix TRACHSLER (1793 - 1798)
Stallikon gehörte zur Obervogtei Wettswil-Bonstetten und hatte keinen eigenen Untervogt. Nach welchem Namen soll ich dort suchen?
Gruss
Thomas
- Editiert von Wolf am 14.06.2006, 23:59 -
Thomas Illi, Wolfhausen
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Eddie
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Zürcher Untervögte vor 1798
Wer wissen möchte, ob sich allenfalls Vorfahren unter diesen lokalen Würdenträgern befinden, möge sich im Forum melden.
Hallo Thomas,
danke für das Angebot. Mich interessieren die Untervögte von Weiach unter welchen Bersinger zu finden sein sollten.
Gruss
Eddie
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Thomas
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Zürcher Untervögte vor 1798 (Weiach)
Hallo Eddie,
Wahrscheinlich meinst Du BERTSCHINGER. In der Tat amteten in Weiach im 18. Jahrhundert fast durchgehend Angehörige der Familie BERTSCHINGER als Untervögte, nämlich:
Heinrich B. (- 1703)
Jakob B. (1703 - 1718)
Jakob B. (1718 - 1766)
Hans Jakob B. (1785 - 1798)
Der letztgenannte wurde nach dem Umsturz 1798 Präsident des Distriktsgerichts Bülach, sein Brunder Rudolf BERTSCHINGER wurde am 9. März 1801 als Präsident der "Munizipalität" Weiach eingesetzt.
Gruss
Thomas
- Editiert von Wolf am 15.06.2006, 00:00 -
Wahrscheinlich meinst Du BERTSCHINGER. In der Tat amteten in Weiach im 18. Jahrhundert fast durchgehend Angehörige der Familie BERTSCHINGER als Untervögte, nämlich:
Heinrich B. (- 1703)
Jakob B. (1703 - 1718)
Jakob B. (1718 - 1766)
Hans Jakob B. (1785 - 1798)
Der letztgenannte wurde nach dem Umsturz 1798 Präsident des Distriktsgerichts Bülach, sein Brunder Rudolf BERTSCHINGER wurde am 9. März 1801 als Präsident der "Munizipalität" Weiach eingesetzt.
Gruss
Thomas
- Editiert von Wolf am 15.06.2006, 00:00 -
Thomas Illi, Wolfhausen
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Wolf
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Bersinger / Bertschinger (Weiach)
Eddie hatte seine Frage ursprünglich unter Bersinger von Weiach gestellt. Tatsächlich sind Bersinger seit vor 1800 Bürger von Weiach - die Schreibweise Bertschinger wird dagegen nicht für Weiach genannt - dafür für 12 andere Gemeinden im Kanton ZH.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Familien dieser beiden Schreibweisen?
- Editiert von Wolf am 15.06.2006, 00:00 -
Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Familien dieser beiden Schreibweisen?
- Editiert von Wolf am 15.06.2006, 00:00 -
Wolf Seelentag, St.Gallen
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
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Thomas
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Bersinger / Bertschinger (Weiach)
Ich habe die Sache überprüft und komme zum Schluss, dass in meiner Quelle (immerhin eine Dissertation der Universität Zürch) der Name wohl falsch geschrieben wurde. Tatsächlich hiessen die genannten Weiacher Untervögte BERSINGER.
Gruss
Thomas
- Editiert von Wolf am 15.06.2006, 00:01 -
Gruss
Thomas
- Editiert von Wolf am 15.06.2006, 00:01 -
Thomas Illi, Wolfhausen
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Eddie
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Bersinger / Bertschinger (Weiach)
Vielen Dank an Thomas und Wolf.
Der Name ist ohne jeden Zweifel Bersinger. Bersinger aus Weiach kommen bei meinen Ahnen vor und ich bin dabei diese aufzuarbeiten.
Es gibt eine Schrift von Walter Zollinger "Aus der Vergangenheit des Dorfes Weiach 1271 - 1971"
und da wird der Name Bersinger als Untervögte erwähnt.
Ich weiss leider nicht ob es einen Zusammenhang zwischen Bersinger/Bertschinger gibt.
Nochmals vielen Dank und beste Grüsse
Eddie
- Editiert von Wolf am 15.06.2006, 00:01 -
Der Name ist ohne jeden Zweifel Bersinger. Bersinger aus Weiach kommen bei meinen Ahnen vor und ich bin dabei diese aufzuarbeiten.
Es gibt eine Schrift von Walter Zollinger "Aus der Vergangenheit des Dorfes Weiach 1271 - 1971"
und da wird der Name Bersinger als Untervögte erwähnt.
Ich weiss leider nicht ob es einen Zusammenhang zwischen Bersinger/Bertschinger gibt.
Nochmals vielen Dank und beste Grüsse
Eddie
- Editiert von Wolf am 15.06.2006, 00:01 -
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Eddie
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Zürcher Untervögte vor 1798
Dazu noch einen im Zürcher Unterländer am 29.03.2004 erschienenen Artikel
Vom Untervogt zum Gemeindeammann
Seit jeher gab es neben den Gemeindebehörden Vollziehungsbeamte des Staates in der Gemeinde. Es waren dies die Untervögte. Sie waren die Stellvertreter des Statthalters für Polizei- und Strafsachen. Diese Beamten heissen seit der Mediation Gemeinde/Stadtammänner: Sie dienten von Anfang an als Ausführungsorgane der so genannten Schuldenschreiber, auch der Schuldbetreibung. Mit der Kantonsverfassung vom 18. April 1869 wurden die Schuldenschreiber abgeschafft und die Gemeindeammänner zu den einzigen Schuldbetreibungsbeamten.Seit dem Inkrafttreten der Verfassung sind den Gemeindeammännern aber die polizeilichen Funktionen bis auf rudimentäre Reste entzogen.
Der Gemeindeammann im Kanton Zürich ist als Organ der Rechtspflege einzigartig. Diesen Beruf kennt man in keinem anderen Kanton.
Vom Untervogt zum Gemeindeammann
Seit jeher gab es neben den Gemeindebehörden Vollziehungsbeamte des Staates in der Gemeinde. Es waren dies die Untervögte. Sie waren die Stellvertreter des Statthalters für Polizei- und Strafsachen. Diese Beamten heissen seit der Mediation Gemeinde/Stadtammänner: Sie dienten von Anfang an als Ausführungsorgane der so genannten Schuldenschreiber, auch der Schuldbetreibung. Mit der Kantonsverfassung vom 18. April 1869 wurden die Schuldenschreiber abgeschafft und die Gemeindeammänner zu den einzigen Schuldbetreibungsbeamten.Seit dem Inkrafttreten der Verfassung sind den Gemeindeammännern aber die polizeilichen Funktionen bis auf rudimentäre Reste entzogen.
Der Gemeindeammann im Kanton Zürich ist als Organ der Rechtspflege einzigartig. Diesen Beruf kennt man in keinem anderen Kanton.
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Thomas
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Zürcher Untervögte vor 1798
Zum Amt eines (Zürcher) Untervogts noch folgende Ergänzungen:
Es trifft zu, dass die Untervögte (auch) die Aufgaben der späteren Stadt- bzw. Gemeindeammänner (Schuldbetreibung) hatten. In erster Linie aber hatten die Untervögte richterliche Kompetenzen: Sie standen dem lokalen Gericht ihrer Gemeinde (Dorf-Untervögte) oder ihres Amtes (Amtsuntervögte) vor und oft auch in Vertretung des Ober- oder Landvogtes dem Landgericht der Vogtei. Ausserdem leiteten sie strafrechtliche Untersuchungen, vergleichbar mit der Aufgabe der späteren Bezirksanwälte. Zudem waren die Untervögte zuständig für die Durchsetzung der städtischen Sittenmandate. Diese wurden jeweils am Sonntag in der Kirche verlesen; allfällige "Sünder" wurden vor versammelter Gemeinde zur Rede gestellt.
Untervögte wurden nicht vom Volk gewählt, sondern von den "Gnädigen Herren" in der Stadt, dem Kleinen Rat, eingesetzt. Das Volk hatte allerdings ein Vorschlagsrecht und durfte drei Kandidaten benennen (so genannter Dreiervorschlag). Die Amtszeit eines Zürcher Untervogts betrug theoretisch sechs Jahre, wobei er sich aber keiner Wiederwahl durch den Kleinen Rat stellen musste. Zu Beginn einer neuen Amtsperiode wurde ihm zum Zeichen der Bestätigung im Amt lediglich Stoff für eine neue Amtstracht (ein blau-weisser Mantel) ausgehändigt. Untervögte blieben oft bis zu ihrem Tod im Amt. Nachfolger wurde sehr oft ein Sohn; das Amt war quasi in der Familie vererblich.
Untervögte bildeten zusammen mit weiteren Gemeindevorgesetzten (Sekelmeister, Richter, Geschworene, Ehegaumer, Stillständer) die lokale Oberschicht und führten sich manchenorts als "Dorfkönige" auf. Es gibt Zürcher Gemeinden, wo die Untervögte sogar einen "Zehnten" für sich beanspruchten.
Gruss
Thomas
Es trifft zu, dass die Untervögte (auch) die Aufgaben der späteren Stadt- bzw. Gemeindeammänner (Schuldbetreibung) hatten. In erster Linie aber hatten die Untervögte richterliche Kompetenzen: Sie standen dem lokalen Gericht ihrer Gemeinde (Dorf-Untervögte) oder ihres Amtes (Amtsuntervögte) vor und oft auch in Vertretung des Ober- oder Landvogtes dem Landgericht der Vogtei. Ausserdem leiteten sie strafrechtliche Untersuchungen, vergleichbar mit der Aufgabe der späteren Bezirksanwälte. Zudem waren die Untervögte zuständig für die Durchsetzung der städtischen Sittenmandate. Diese wurden jeweils am Sonntag in der Kirche verlesen; allfällige "Sünder" wurden vor versammelter Gemeinde zur Rede gestellt.
Untervögte wurden nicht vom Volk gewählt, sondern von den "Gnädigen Herren" in der Stadt, dem Kleinen Rat, eingesetzt. Das Volk hatte allerdings ein Vorschlagsrecht und durfte drei Kandidaten benennen (so genannter Dreiervorschlag). Die Amtszeit eines Zürcher Untervogts betrug theoretisch sechs Jahre, wobei er sich aber keiner Wiederwahl durch den Kleinen Rat stellen musste. Zu Beginn einer neuen Amtsperiode wurde ihm zum Zeichen der Bestätigung im Amt lediglich Stoff für eine neue Amtstracht (ein blau-weisser Mantel) ausgehändigt. Untervögte blieben oft bis zu ihrem Tod im Amt. Nachfolger wurde sehr oft ein Sohn; das Amt war quasi in der Familie vererblich.
Untervögte bildeten zusammen mit weiteren Gemeindevorgesetzten (Sekelmeister, Richter, Geschworene, Ehegaumer, Stillständer) die lokale Oberschicht und führten sich manchenorts als "Dorfkönige" auf. Es gibt Zürcher Gemeinden, wo die Untervögte sogar einen "Zehnten" für sich beanspruchten.
Gruss
Thomas
Thomas Illi, Wolfhausen
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Eddie
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Thomas
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Zürcher Untervögte vor 1798
Hallo Eddie,
Auf der Internetseite des Zürcher Staatsarchivs (www.staatsarchiv.zh.ch) findest Du den Gemeindearchivführer Bezirk Dielsdorf, den Du als PDF herunterladen kannst. Unter Gemeinde Weiach ist eine Jahresrechnung aus dem Jahr 1790 zitiert und auch als Faksimile abgebildet, in der "Untervogt Bersinger" erwähnt wird.
Gruss
Thomas
Auf der Internetseite des Zürcher Staatsarchivs (www.staatsarchiv.zh.ch) findest Du den Gemeindearchivführer Bezirk Dielsdorf, den Du als PDF herunterladen kannst. Unter Gemeinde Weiach ist eine Jahresrechnung aus dem Jahr 1790 zitiert und auch als Faksimile abgebildet, in der "Untervogt Bersinger" erwähnt wird.
Gruss
Thomas
Thomas Illi, Wolfhausen
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Eddie
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Zürcher Untervögte vor 1798
Hallo Thomas
Danke für den Hinweis. Werde zggZt berichten wie "meine" Bersinger zu den "Untervögten" Bersinger stehen.
Gruss
Eddie
Danke für den Hinweis. Werde zggZt berichten wie "meine" Bersinger zu den "Untervögten" Bersinger stehen.
Gruss
Eddie
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