Kappartz aus "Kaltenstein bei Thur"

Moderator: Wolf

Antworten
Konstantin Huber
Beiträge: 639
Registriert: Mo 28. Nov 2005, 13:46
Geschlecht: Männlich
Wohnort: BRD, Baden-Württemberg

Kappartz aus "Kaltenstein bei Thur"

Beitrag von Konstantin Huber » Fr 18. Aug 2006, 19:34

Heute wurde ich gebeten, eine Ortsbezeichnung aus dem Kirchenbuch von Hegnach bei Waiblingen (Württemberg) zu identifizieren:

"23.4.1695 nach der Betstunde in der Kirche eingesegnet Hanß Jerg Kappartz, Weingartknecht in Stuttgart, S. d. Caspar Kappartz, Bg. zu Kaltenstein bei Thur in Graubünden mit Maria Magdalena, T. d. + Michel Gaus, Bg. allhier und nachmals gewordener Musketier, deflorata. NB: laut fürstlichen Befehl hat deflorata sponsa permission erhalten sich anderwärts zu verheiraten, doch mit dem Vorbehalt, daß deflorata wegen des ex scortatione mit einem Schmiedknecht zu Liebenzell erzeugten Kindes, pro prote alimentation zu suchen haben solle."

Meine Deutungsversuche werde ich demnächst folgen lassen.


Konstantin Huber

Konstantin Huber
Beiträge: 639
Registriert: Mo 28. Nov 2005, 13:46
Geschlecht: Männlich
Wohnort: BRD, Baden-Württemberg

Kappartz aus "Kaltenstein bei Thur"

Beitrag von Konstantin Huber » Fr 18. Aug 2006, 19:38

Weder Kappartz noch Kaltenstein noch Thur sind klar zu deuten und schon gar nicht in dieser Kombination. Vermutlich sind alle drei Namen verballhornt.

1) Kappartz klingt am ehesten nach dem Familiennamen Caprez (laut Familiennamenbuch der Schweiz bzw. der von der Genealogisch-heraldischen Gesellschaft Bern herausgegebenen CD), altverbürgert in den Bündner Gemeinden Ardez, Bonaduz, Castrisch, Ftan und Trin, oder nach Cabalzar (in Cumbel, Degen, Duvin, Flims, Laax, Lumbrein, Riein und Sevgein). Wie Du unschwer erkennst, sind das überwiegend romanischsprachige Orte, die zumindest großteils auch überwiegend katholisch waren - denkbar schlechte Voraussetzungen also für Württemberg-Auswanderer, die, soweit aus Graubünden stammend, v.a. aus den deutschsprachigen und reformierten Orten kamen.

2) Einen Ort Kaltenstein habe ich nicht gefunden, das ähnlichste ist Haldenstein (Pfarrei), reformiert und deutschsprachig, aber dort ist (zumindet seit 1962) kein Kappartz oder ähnlich (mehr) altverbürgert. Es gibt noch die Region Oberhalbstein, aber die war ebenfalls mehrheitlich romanischsprachig und katholisch.

3) Auch einen Ort Thur kenne ich nicht.Es gibt einen kleinen Ort Tura bei Pagig, aber der taugt als Bezugsort in Deutschland nicht. Eine Art Buchstabendreher wäre Trun, aber am wahrscheinlichsten erscheint mir ein falsch gehörtes Chur.

Demzufolge würde ich am ehesten tippen auf Haldenstein, denn das liegt unweit nördlich von Chur. Vielleicht kann das jemand von Euch anhand des Familiennamnes bestätigen - oder hat noch eine bessere Idee?


Konstantin Huber

Pierre

Re: Kappartz aus

Beitrag von Pierre » So 6. Mär 2011, 10:18

Für mich allerdings eher Klar:

Capatt

von Haldenstein

bei Chur

in Grauünden....

späte Antwort -. aber trotzdem!!



Carmen
Beiträge: 168
Registriert: Fr 5. Feb 2010, 11:04
Geschlecht: Männlich
Wohnort: CH, Aargau

Re: Kappartz aus

Beitrag von Carmen » Mo 7. Mär 2011, 10:17

Es ist schon schwierig dies einigermassen richtig zu deuten. Was den Namen betrifft ist kommt die Screibweise dem Namen Capretz Caprätz schon am nächsten. Capretz stammen aus Trin. Die Caprtz aus den anderen Orten sind ausser Castrisch alles Einwanderer aus Trin. Wobei ausser Bonaduz alles reformierte Orte sind. Dia Capatt wie Pier vermutet sind aber auch aus Trin und nicht aus Haldenstein. Natürlich lässt sich dies auch nicht naprüfen, da die Kirchenbücher aus Haldenstein erst ab 1741 stammen. Der Name Cabalzar ist auch in vielen reformierten Gemeinden vertreten, Riein Duvin diese aus dem Engadin sind wieder Abkömmlinge von Riein.
Ich vermute, dass die Herkunft mit diesen Angaben nie zu eruieren sind.
Alfred Götz



Antworten

Zurück zu „Graubünden (GR)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste