Ahnenforschung - Was gibt man selbst weiter?

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AndIseli
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Ahnenforschung - Was gibt man selbst weiter?

Beitrag von AndIseli » Do 26. Jan 2017, 19:45

Mal ein bisschen eine andere Frage und ich bitte um Verzeihung, falls das irgendwie nicht passen sollte:

Ich vermute, dass alle Ahnenforscher sich früher oder später mal überlegen, welche Informationen sie selbst an kommende Generationen weitergeben wollen. Wenn mein Urururgrossenkel die Ahnentafel anschaut und auf meinen Namen stösst, was soll er dann erfahren? Ich bin mir nicht schlüssig, was das sein könnte. Sind es die Orte, an denen man gelebt hat? Was man beruflich gemacht hat oder welche Leidenschaften man hatte? Sollte man vielleicht versuchen, den Zeitgeist irgendwie zu beschreiben? Die politischen Ansichten? Die Dinge, die einem Hoffnung gegeben oder Ängste bereitet haben? Einer meiner Ahnen war wohl ein Aufstandsführer im Kanton Oberland um 1799. Ein anderer war ein Gastwirt in der Westschweiz, der so 1860 Kegelabende, Tanzfester und auch mal eine Viehauktion organisiert hat. Ein anderer Teil der Familie ist um 1900 nach Deutschland ausgewandert. Wahrscheinlich haben sie ihr Glück gesucht. Ich wüsste zu gerne, was diese Menschen bewegt hat und was für Persönlichkeiten sie waren.

Wie seht Ihr das? Macht Ihr Euch auch solche Überlegungen? Macht Ihr vielleicht gezielt Dokumentationen? In welcher Form?. Was ist für Euch wichtig? Was versucht Ihr zu bewahren und weiterzugeben?



Stephleuen
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Re: Ahnenforschung - Was gibt man selbst weiter?

Beitrag von Stephleuen » Di 14. Mär 2017, 11:28

Guten Tag

Aufgabe der Historiker ist es die Geschichte zu erklären, Zusammenhänge und Vernetzungen aufzuzeigen. Keinesfalls darf über ein Ereignis oder über einen Sachverhalt ein Urteil gebildet, geschweige Kritik ausgeübt, werden.

Zeigt der Historiker die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in einem Zusammenhang von naturhistorischen Ereignissen auf ist die Aufgabe der Genealogie die Zusammenhänge der Generationen aufzuzeigen. Dies kann im Zusammenhang von politischen, wirtschaftlichen und naturhistorischen Ereignissen geschehen. Die Familiengeschichte wird erst interessant wenn die Familiengeschichte in die Entwicklung der Geschichte eingebetet werden kann.

Besondere Ereignisse die Vorfahren betreffen soll man nicht verschweigen, so wie auch nicht glorifizieren. Sachlich ohne Emotionen erklären warum und wieso. Dies immer mit dem Datenschutz im Hintergrund, so fern es sich noch innerhalb der gesetzlichen Fristen befindet. Vermögensveröffentlichungen sind nur zulässig sofern diese keine Rückschlüsse auf ein aktuelles Vermögen zulassen.

Beste Grüsse

Stephan Leuenberger



Stephan Leuenberger
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Walter
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Re: Ahnenforschung - Was gibt man selbst weiter?

Beitrag von Walter » Di 14. Mär 2017, 13:48

Ich sehe das ähnlich wie Stephan, möglichst nur sachlich exakte Hinweise und Lebensdaten.

Z.B. von meinem Ururgrossvater (1823-1902) weiss ich neben den üblichen Angaben nur, dass er als "Metzger in Thierachern" bezeichnet wurde, nicht mal das Wohnhaus von ihm ist überliefert (wohnhaft zu Wahlen).

Ein sehr früher Vorfahre (1618-?) wird mehrfach als Stampft-Hans bezeichnet, er wird also eine Stampfe (Knochenstampfe?) betrieben haben.

In den Chorgerichtsmanualen findet man ab und zu sehr Interessante Angaben und Hinweise, aber auch diese geben in der Regel kein wirklich aussagekräftiges Bild der betroffenen Person (finde ich).

Natürlich wären handschriftliche Lebensläufe von diesen Vorfahren "nice to have", aber irgendwann ist doch sowieso Schluss mit aussagekräftigen Angaben.


LG, Walter

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