legione helvetica

Begriffsbestimmungen - Definitions
Begriffsbestimmungen - Definitions
Antworten
Petra
Ehemalige
Beiträge: 5799
Registriert: Mi 26. Aug 2009, 14:37
Geschlecht: Weiblich
Wohnort: Deutschland, Baden-Württemberg

legione helvetica

Beitrag von Petra » Fr 17. Sep 2010, 07:27

Was muss ich mir unter "legione helvetica" im Jahre 1749 vorstellen?


Viele Grüße aus Stuttgart
Petra (Thal)

Moderatorin Saarland und Rheinland-Pfalz
www.petrathal.de

Dauersuche KABOTH im Raum Namslau und Groß Wartenberg in Niederschlesien
Vagabund Christoph WEININGER aus Ungarn 1760-1830 in Baden-Württemberg

Thomas
Beiträge: 1375
Registriert: Mi 26. Apr 2006, 11:04
Geschlecht: Männlich
Wohnort: Schweiz, Zürich

legione helvetica

Beitrag von Thomas » Fr 17. Sep 2010, 10:15

Eine “legio helvetica“ ist ein schweizerisches Regiment. Oft taucht der Begriff zum Beispiel so auf: “...sub legione helvetica Hirzel“. Das bedeutet: Die betreffende Person, von der im Kirchenbucheintrag o.ä. die Rede ist, diente im schweizerischen Regiment mit einem Kommandanten namens Hirzel.

Gruss

Thomas


Thomas Illi, Wolfhausen

Petra
Ehemalige
Beiträge: 5799
Registriert: Mi 26. Aug 2009, 14:37
Geschlecht: Weiblich
Wohnort: Deutschland, Baden-Württemberg

legione helvetica

Beitrag von Petra » Fr 17. Sep 2010, 11:35

Hallo Thomas,

danke. Habe inzwischen etwas gegoogelt um mich schlauer zu machen :-)

Muss schauen, dass ich das Original der Heiratsurkunde einsehen kann, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der aus Hessen stammt . Soldat in einem Schweizer Regiment war. Wenn ich hier falsch liege, lasse ich mich gerne aufklären.

Allerdings wäre es auch möglich, dass der Hinweis auf die Herkunft Witzenhausen, Hessen, sich auf seinen letzten Aufenthaltsort und nicht auf seinen Geburtsort bezieht. Muss mal nach forschen, ob der Name BIRCKHOLZ, BURCKHOLZ u.ä in der Schweiz vor kommt.


Viele Grüße aus Stuttgart
Petra (Thal)

Moderatorin Saarland und Rheinland-Pfalz
www.petrathal.de

Dauersuche KABOTH im Raum Namslau und Groß Wartenberg in Niederschlesien
Vagabund Christoph WEININGER aus Ungarn 1760-1830 in Baden-Württemberg

pfalzteufel

BIRCKHOLZ a. Witzenhausen

Beitrag von pfalzteufel » Fr 17. Sep 2010, 14:11

Hallo Petra,
also unter "legione helvetica" habe ich in meinem reichhaltigen Militärfundus nichts
genaueres gefunden.
Ich nehme an dass es sich hierbei um die "Schweizer Truppen" handelt.
die erste gesamteidgenössische Armee wurde 1798 in der Helvetischen Republik begründet. Sie war auf der Basis der allgemeinen Wehrpflicht in ein stehendes Heer, die «Helvetische Legion», und ein Milizheer gegliedert. Daneben war die Helvetische Republik durch einen Allianzvertrag mit Frankreich verpflichtet, der Republik rund 18'000 Mann als Söldner zu stellen (33 Bataillone Infanterie, 3 Schwadrone Kavallerie, 1 Batterie). Die Armee wurde mehrfach im Innern eingesetzt, so 1802 gegen aufständische Kantone unter General Joseph Leonz Andermatt.
Durch die Mediationsakte wurde die Helvetische Militärorganisation 1803 aufgehoben. Einzige ständige zentrale Instanz war nun der eidgenössische Generalstab, der die von den Kantonen gestellten Kontingente im Falle eines Auszuges koordinieren und führen sollte. 1805 wurde das erste eidgenössische Dienstreglement erlassen, das durch eine gewisse Standardisierung des Dienstbetriebs die Zusammenarbeit der kantonalen Truppen verbessern sollte. Auch während der Mediationszeit blieb die Schweiz durch einen Allianzvertrag mit Frankreich verbunden und stellte vier Regimenter in französischen Diensten, die während der napoleonischen Kriege vor allem in Spanien und Russland schwere Verluste erlitten. Während der Herrschaft der Hundert Tage nahm die Schweiz am Krieg gegen Frankreich teil und das eidgenössische Heer drang unter General Niklaus Franz von Bachmann in die Freigrafschaft vor. Der Feldzug scheiterte jedoch an der mangelhaften Organisation und Koordination der kantonalen Truppen

Schon zur Zeit der Revolution und Napoleons war die Schweiz "unabhängig" in dem Sinne, dass diese autonom regiert wurde und bis auf die Feldzüge von 1799 und 1814 wenig unter den Revolutions- und Napoleonischen Kriegen leiden musste. Diese "Neutralität" wurde jedoch teuer erkauft, nämlich in der Gestellung von Soldaten, und dies nicht nur auf Französischer, sondern auch auf Seiten Englands und dessen Verbündeter.

Anbei ein Link dazu:
http://www.napoleon-online.de/armee_schweiz.html

und folgender ist auch sehr interessant
Geht dabei um die Reisläufer
Als Reisläufer wurden spätmittelalterliche Schweizer Söldner bezeichnet
http://de.wikipedia.org/wiki/Reisl%C3%A4ufer

Bilder der Uniformen der Schweizertruppen:

http://www.napoleon-online.de/Bilder/fi ... afel20.jpg

http://www.napoleon-online.de/Bilder/fi ... tafel6.jpg

http://de.wikipedia.org/w/index.php?tit ... 0227200011.

Also abschließend würde ich meinen das dein
Birckholz oder Burckholz ein Schweizer gewesen sein muß
der evtl. später nach Witzenhausen kam.
Ich konnte nämlich keine Deutschen (Hessen usw.) in Diensten der Schweizer Legion finden.
Möchte aber natürlich nicht ausschließen das es die generell nicht gab.
Damals würde ja jeder von irgend einer Armee zwangsrekrutiert,
ähnlich wie im 30 jährigen Krieg als Pfälzer in Diensten von schwedischen,kroatischen und spanischen heeren kämpften.

Gruß
Oli



Petra
Ehemalige
Beiträge: 5799
Registriert: Mi 26. Aug 2009, 14:37
Geschlecht: Weiblich
Wohnort: Deutschland, Baden-Württemberg

legione helvetica

Beitrag von Petra » Fr 17. Sep 2010, 15:23

Hallo Oli,

danke! ;;;


Viele Grüße aus Stuttgart
Petra (Thal)

Moderatorin Saarland und Rheinland-Pfalz
www.petrathal.de

Dauersuche KABOTH im Raum Namslau und Groß Wartenberg in Niederschlesien
Vagabund Christoph WEININGER aus Ungarn 1760-1830 in Baden-Württemberg

Antworten

Zurück zu „Glossar - Glossaire - Glossary“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste