alter Vorname Henni

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Dagmar
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Beitrag von Dagmar » So 6. Jan 2008, 20:18

ich wollte mal fragen, ob der alte Vorname Henni (1403) ein eigenständiger Vorname war, oder ein Spitzname oder ähnliches von Hans oder Heinrich

kann mir jemand da helfen?



Thomas
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Beitrag von Thomas » Mo 7. Jan 2008, 10:28

Henni ist meines Erachtens eine alte Kurzform für Heinrich. Der Name wird auch heute noch in einigen Gegenden verwendet, meist aber als weibliche Heinrich-Form (statt Henrike).

Gruss

Thomas


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Beitrag von Dagmar » Mo 7. Jan 2008, 12:36

vielen Dank für die Auskunft

Gruss
Dagmar



Konstantin Huber
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Beitrag von Konstantin Huber » Mo 7. Jan 2008, 13:53

Nach dem Historischen Deutschen Vornamenbuch von Wilfried Seibicke, Band 2, S. 355, gilt Henni gleichermaßen als Koseform von Heinrich und dessen Varianten sowie von Johann(es); zugleich aber auch als Koseform der weiblichen Formen (Henriette, Johanna).
Man wird bei der (wahrscheinlichsten) Deutung sicherlich außer der Zeit auch immer den geographischen Raum in Betracht ziehen müssen.


Konstantin Huber

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Beitrag von Dagmar » Mo 7. Jan 2008, 14:26

der geografische Raum wäre hier Steisslingen, Stockach, Singen am Hohentiwel



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Beitrag von Irmel » Mo 7. Jan 2008, 21:02

Ich kenne Henni nur als Abkürzung für Henriette. Die männliche Form dazu wäre bei uns Im Tauberfränkischen und angrenzenden Bauland Heiner.


Liebe Grüße

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Beitrag von Dagmar » Mo 7. Jan 2008, 22:49

also in dem Schreiben geht es wohl eindeutig um eine männliche Form, denn es heisst," 2 Muth Vesen ab dem Hof zu Steisslingen den Henni Fehrlin baut"



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Beitrag von Irmel » Di 8. Jan 2008, 09:34

Dagmar,

erlaube mir bitte die Frage, ob es sich bei dem \"e\" nicht vielleicht um ein \"a\" handeln könnte? Dann würde Vesen event. zu Wasen = Rasen = Wiese, was auch einen Sinn gäbe. und Henni zu Hanni = Johann. \" Muth\" scheint ein Flächenmaß zu sein, das ich nicht kenne. Math = Mad? ließe sich erklären. Ein \"u\" hatte immer eindeutig einen schwebenden Querbalken darüber.


Liebe Grüße

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Beitrag von Mark » Di 8. Jan 2008, 09:55

Hallo Irmel,
Vesen war ein alter Ausdruck für Dinkel, teilweise auch Fesen geschrieben. Muth war ein altes Hohlmaß, das auch für Korn Verwendung fand. Von daher ist die Lesart Dagmars richtig.
Gruß, Mark



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Beitrag von Thomas » Di 8. Jan 2008, 10:38

Ich teile die Meinung von Mark, was die Erklärung des Begriffs \"Muth\" betrifft. In der Schweiz findet sich in alten Zinsrödeln als Hohlmass für Getreide oft der Begriff \"Mütt\".
Zu Dagmars Posting (\"...ab dem Hof zu Steisslingen den Henni Fehrlin baut\"): Warum soll das eindeutig eine männliche Form implizieren? Frauen als Hofherrinnen (z.B. Witwen, unverheiratete Töchter des verstorbenen Bauern etc.) sind nicht völlig undenkbar.

Gruss

Thomas


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Beitrag von Mark » Di 8. Jan 2008, 10:58

Thomas,
sorry, aber ich habe Schwierigkeiten, den ersten Teil zu verstehen. Irmel vermutete unter "Muth" ein Flächenmaß, während Du dann doch die Interpretation als Hohlmaß zu belegen versuchst. Aber Du teilst ihre Meinung. Wie darf ich Dich verstehen?
In Bayern (und nicht nur dort) war 1 Muth (= 4 Scheffel) ein Getreidenmaß.
Gruß, Mark



Thomas
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Beitrag von Thomas » Di 8. Jan 2008, 11:07

Sorry Mark,

Ich habe mich verschrieben und wollte natürlich Dir Recht geben!

Gruss

Thomas

P.S. Habe mein Posting oben entsprechend korrigiert


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Beitrag von Mark » Di 8. Jan 2008, 11:10

Thomas,
danke für die Klarstellung.
Gruß, Mark



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Beitrag von Dagmar » Di 8. Jan 2008, 12:40

wieso ich draufkomme, dass es ein Mann war? Im gleichen Stiftungsbrief werden auch 3 Malter Vesen ab Fehrlins Hof erwähnt, und ich bin davon ausgegangen, dass vielleicht einer seiner Kinder oder Brüder neu baut. Aber du hast Recht, warum soll das eigentlich nicht auch mal ne Frau sein.



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Beitrag von Irmel » Di 8. Jan 2008, 15:25

Danke Mark. danke Thomas
für die Erklärungen. Bei uns heißt der Dinkel Grünkern, obwohl er genau genommen nur grün bleibt, wenn er zu früh geerntet und dannach gedarrt wurde. Ein weiterer Name ist auch Spelz.
Ich glaub im Mainzischen waren 4 Scheffel = 1 Sümmeri, aber ich müßte nochmal nachlesen.

Mark: Konntest Du nochmal was über Ehrmann finden?


Liebe Grüße

Mark
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Beitrag von Mark » Di 8. Jan 2008, 15:45

Hallo Irmel,
mein nächster Besuch im Archiv steht für Ende Januar an, so daß ich Dich noch um Geduld bitten muß. Ich melde mich dann in dieser Sache bei Dir wieder.
Gruß, Mark



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Beitrag von Dagmar » Di 8. Jan 2008, 16:28

hab nochmals nachgesehen

Roggen und Dinkl wurden ungegerbt als Vesen bezeichnet
im abgegerbten Zustand sagte man Kernen



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