Schriftsteller Theophil Friedrich Ehrmann, Weimar

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Irmel
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Schriftsteller Theophil Friedrich Ehrmann, Weimar

Beitrag von Irmel » So 2. Dez 2007, 15:50

Der am 25.10. 1762 in Strassburg geb. Theophil Fr. Ehrmann, Sohn aus gutbürgerlicher, evangelischer Juristenfamilie, heiratete die katholische, sieben Jahre ältere, von ihrem ersten, brutalen Mann geschiedene und sich fürderhin als Schauspielerin durchs Leben schlagende Marianne Brentano aus Rapperswhyl gegen den Willen seiner Familie. Marianne hatte eine hervorragende Erziehung und Unterricht genossen und gründete nach Sophie de La Roche die zweite Frauenzeitschrift Deutschlands in Stuttgart zusammen mit ihrem Mann Theophil.

1792 bittet ein Strassburger Freund, von dem mir leider nur der Vorname Johannes bekannt ist, eine Unterkunft für die von ihm geschwängerte Dienstmagd Anna aufzutreiben, damit nichts seiner anderweitig geplanten Verheiratung im Weg stünde. Die Ehrmanns finden für die Magd Anna einen Platz bei Bauern in Degerloch, wo das Kind am 30. April 1792 geboren wird. Marianne, deren Wunsch auf eigene Kinder nicht in Erfüllung geht, übernimmt die Patenschaft. Als die Ehrmanns von der Taufe zurückkommen, hat sich Anna wieder ins Elsaß abgesetzt, das Kind mit der Bitte um Aufnahme aber zurückgelassen. Der auf den Namen Friedrich getaufte, Fritzli gerufene Bub wird von den Ehrmanns adoptiert. Da sich das Paar mit Schreiben den Lebensunterhalt verdient, wurde Johanna Christiane Husuadel aus Mauren (Böblingen) für den Haushalt und das Kind eingestellt.
Als Marianne bereits 39- jährig 1795 verstirbt, geht Theophil die zweite Ehe mit J. Christiane Husuadel ein. In Stuttgart ist die Geburt des Kindes Johanna Karoline Friderike Christiane, * 24.10. 1796 eingetragen. Über das adoptierte Kind Friedrich konnte ich noch nichts finden (sicherlich war er wie Marianne kath. getauft und deshalb nicht in den Stuttgarter Taufbüchern der Evang. Stiftskirche, zu deren Gemeinde die Ehrmanns gehörten, vermerkt.)
Mit den weiteren Veröffentlichungen seiner ungewöhnlichen Reiseberichte konnte Th. Ehrmann die kleine Familie in Stuttgart nicht weiter über Wasser halten. In der Ehrschließungsakte wird er im November 1795 bereits als Schriftsteller in Weimar und Sekretär der Kantonsverwaltung Oberhausbergen beführt. 1811 stirbt er in Weimar.

Unser Familienoberhaupt ist Melchior Ehrmann, der als Kammerdiener des 1795 geborenen Prinzen Wilhelm zu Wertheim-Löwenstein in Heubach und Habitzheim, später in Dettelbach gedient hat, von dem aber leider die Geburtsdaten fehlen. Der Prinz wurde vom Geistlichen Rat Philipp Spielberger erzogen.
Mariannes Onkel Dominik zu Brentano war auch Geistlicher Rat und mitverantwortlich für hervorragende Ausbildung seiner verwaisten Neffen und Nichten. Somit spekuliere ich mit dem Gedanken, daß sich der Onkel nach Mariannes Tod auch des kleinen Friedrich angenommen haben und diesen dem Spielberger anvertraut haben könnte.
Zugegeben sehr spekulativ!

Vielleicht kann ja jemand etwas zu Ehrmann-Strassburg oder der Ehrmann-Weimar beitragen und somit helfen, den Knoten zu entwirren?


Liebe Grüße

Mark
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Beitrag von Mark » So 2. Dez 2007, 16:11

Hallo Irmel,
vielleicht nur als kleine Anregung der Weitersuche: Wenn der adoptierte Friedrich anno 1792 in Degerloch zur Welt kam, dürfte er dort auch getauft worden sein, da es ringsum keine katholische Pfarrei gab. Hast Du die Taufbücher von Degerloch bereits durchgesehen? Die Ehrmann, zur Stiftskirche gehörig, nahmen den Bub ja erst später, also nach der Taufe, an Kindes statt an.
Gruß, Mark



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Beitrag von Wolf » So 2. Dez 2007, 16:49

Hallo Irmel,

bitte nicht gleichlautende Anfragen in verschiedenen Unterforen publizieren - das führt nur zu Chaos. Ich habe nun die anderen beiden (mehr oder weniger) gleichlautenden Anfragen gesperrt und für weitere Diskussionen hierher verwiesen. Eine elegantere Lösung hätte vorab besprochen werden müssen.

Nix für unguet - Wolf


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Beitrag von Irmel » So 2. Dez 2007, 19:17

Hallo Wolf,

ist schon recht. Dann werde ich also zukünftig im übergeordneten Forum einstellen müssen. Wäre das in diesem Fall dann für Deutschland und Frankreich doch den gleichen Text oder gibt es da drüber noch was Gemeinsames ? Oder darf ich mich im Zweifelsfall vorher an Sie wenden?


Liebe Grüße

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Beitrag von Irmel » So 2. Dez 2007, 19:26

Hallo Mark,

im Stadtarchiv Stuttgart gab es für die besagte Zeit von Degerloch nur Familienbücher. Da ich den Nachnamen der Magd Anna nicht kenne, nützen sie mir leider nichts. Aus Deiner Antwort entnehme ich, daß Degerloch zumindest eine katholische Gemeinde besaß. Das konnte ich vorher nur vermuten, aber eigentlich müßte es klar sein, daß das Kind katholisch getauft wurde, denn sonst hätte Marianne Ehrmann nicht als Patin fungieren können. Das ist ja selbst heute noch so. Demzufolge werde ich mich ans Diözesanarchiv in Rottenburg wenden. Zumindest wäre so der Weg zu den Wertheim-Löwenstein- Rosenbergern noch offen.


Liebe Grüße

Wolf
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Beitrag von Wolf » So 2. Dez 2007, 19:37

Original von Irmel
...Dann werde ich also zukünftig im übergeordneten Forum einstellen müssen...
Nicht notwendigerweise - nehmen wir ein Beispiel: ein Thema soll in zwei Foren (A und B) mit derselben Formulierung gefunden werden, da für eine sinnvolle Fragestellung eben Teilaspekte aus den beiden Regionen (A und B) gemeinsam dargestellt werden müssen. In welcher der beiden Regionen erscheint der Schwerpunkt der Fragestellung? Nehmen wir einmal an - in A. Dann schreiben Sie Ihren Beitrag in B (!!) und sagen uns Bescheid: ein Moderator kann dann den Beitrag nach A verschieben und in B einen "Verschiebehinweis" hinterlassen; so wird der Beitragstitel in beiden Foren gefunden und Leser im Forum B automatisch zum kompletten Beitrag in A weitergeleitet. Entscheidend ist, dass so nur in einem Forum geantwortet werden kann, alle Antworten also von jedem Leser auch gesehen werden.


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Beitrag von Mark » Mo 3. Dez 2007, 14:38

Hallo Irmel,
offensichtlich ging aus meiner Antwort nicht klar genug, daß es sowohl in Degerloch als auch um Degerloch herum keine katholische Pfarrei gab. Deshalb nehme ich an, daß das Kind seinerzeit evang. getauft wurde. Dies war in Ausnahmefällen ebenso möglich wie eine katholische Patin, nur eben als Patin Nr. 3 oder 4.
Gerne bin ich bereit, diesem Sachverhalt anhand der evang. Kirchenbücher (Taufbuch Degerloch) nachzugehen. Die Anfrage in Rottenburg dürfte überflüssig sein.
Gruß, Mark



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