Pazeller von Tarasp GR
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TobiasKemper
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Pazeller von Tarasp GR
Ich suche nach Informationen zu Familie PAZELLER aus Tarasp (GR) im 17. Jahrhundert und früher. Informationen aus den KB liegen auszugsweise vor.
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Wolf
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Pazeller aus Tarasp
Die Gemeinde Tarasp ist genealogisch/genetisch von grossem Interesse. Der inzwischen verstorbene Chefarzt Radiologie am Kantonsspital Chur, Constant Wieser, hat sich in seiner 1952 publizierten Doktorarbeit des Themas angenommen: "Erbbiologische Bestandesaufnahme einer Unterengadiner Gemeinde mit Tirolischem Einschlag". Dort schreibt er:
Nach den Bündnerwirren kaufte sich 1652 das Unterengadin mit Ausnahme von Tarasp von Österreich los. Damit war die katholisch gebliebene Herrschaft Tarasp durch religiöse und politische Grenzen vom übrigen Unterengadin getrennt und zu einem Isolat unter starkem tirolischem Einfluss geworden.
Zu PAZELLER schreibt Wieser: Der Name gab schon zu verschiedenen Deutungen Anlass. Es ist nachgewiesen, dass die Appenzeller 1406 in ihrem siegreichen Kriege gegen St.Gallen und gegen Österreich bis in's Inntal gelangten und die dortigen Bewohner, teilweise gezwungen, teilweise aus freiem Willen zu gleicher Zeit mit ihnen ein Bündnis geschlossen haben. Man will in den Pazellern Nachkommen dieser kriegerischen Deuutschschweizer sehen. Dass aber bereits 1371 im Rodel der österreichischen Eigenleute unter Ramosch auch der "Appoceller Aman sun von Schkuls" aufgezählt werden kann, ist mit dieser These nicht gut vereinbar. 1461 verleiht Ulrich IX dem Paul des Appencellers in Tarasp einen Hof. In der Reformationszeit können wir 3 Pazeller-Sippen unterscheiden, die in der Folgezeit der Gemeinde bedeutende Männer schenkten. Heute leben nur noch 3 Familien dieses Namens in Tarasp.
Nach den Bündnerwirren kaufte sich 1652 das Unterengadin mit Ausnahme von Tarasp von Österreich los. Damit war die katholisch gebliebene Herrschaft Tarasp durch religiöse und politische Grenzen vom übrigen Unterengadin getrennt und zu einem Isolat unter starkem tirolischem Einfluss geworden.
Zu PAZELLER schreibt Wieser: Der Name gab schon zu verschiedenen Deutungen Anlass. Es ist nachgewiesen, dass die Appenzeller 1406 in ihrem siegreichen Kriege gegen St.Gallen und gegen Österreich bis in's Inntal gelangten und die dortigen Bewohner, teilweise gezwungen, teilweise aus freiem Willen zu gleicher Zeit mit ihnen ein Bündnis geschlossen haben. Man will in den Pazellern Nachkommen dieser kriegerischen Deuutschschweizer sehen. Dass aber bereits 1371 im Rodel der österreichischen Eigenleute unter Ramosch auch der "Appoceller Aman sun von Schkuls" aufgezählt werden kann, ist mit dieser These nicht gut vereinbar. 1461 verleiht Ulrich IX dem Paul des Appencellers in Tarasp einen Hof. In der Reformationszeit können wir 3 Pazeller-Sippen unterscheiden, die in der Folgezeit der Gemeinde bedeutende Männer schenkten. Heute leben nur noch 3 Familien dieses Namens in Tarasp.
Wolf Seelentag, St.Gallen
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TobiasKemper
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Pazeller aus Tarasp
Wieser hat umfangreiche genealogische Zusammenstellungen erarbeitet. Nach Angaben in seiner Doktorarbeit hat er diese Tafeln und Unterlagen, die nicht veröffentlicht werden konnten, bei der medizin. Fakultät der Universität Zürich hinterlegt. Nachforschungen bei der Universität und beim Staatsarchiv Zürich, das das Zürcher Universitätsarchiv übernommen hat, sind ohne Ergebnis geblieben. Offenbar sind die Unterlagen irgendwann makuliert worden.Original von Wolf
Die Gemeinde Tarasp ist genealogisch/genetisch von grossem Interesse. Der inzwischen verstorbene Chefarzt Radiologie am Kantonsspital Chur, Constant Wieser, hat sich in seiner 1952 publizierten Doktorarbeit des Themas angenommen: "Erbbiologische Bestandesaufnahme einer Unterengadiner Gemeinde mit Tirolischem Einschlag". Dort schreibt er:
Es wäre möglich, daß sich genealogisch relevantes Material im Nachlaß von Constant Wieser im Kulturarchiv Oberengadin in Samedan befindet. Eine Durchsicht vor Ort ist mir derzeit nicht möglich. Eine genealogische Aufbereitung, sofern noch vorhanden, wäre sicher wünschenswert.
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TobiasKemper
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Pazeller aus Tarasp
Ein Nachtrag: Nach Angaben von Wieser befand sich Material zu Familie Pazeller noch im Familienbesitz in Tarasp. Nachfragen haben noch zu keinem Ergebnis geführt.
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Wolf
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Re: Pazeller von Tarasp GR
Ich habe nochmals in meiner Korrespondenz mit Constant Wieser nach Quellen zu Tarasp gesucht - er schreibt
... Dazu standen neben einer "Series Stirpitum consanguinorum comunitatis Taraspensis" aus dem Jahre 1750, die z.T. noch weiter zurückreichen als die sehr gut geführten Pfarrbücher, Stammtafeln der meisten im Pfarrbuch erwähnten Familien, von Pater Albuin Thaler um 1930 erstellt, zur Verfügung.
Wolf Seelentag, St.Gallen
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Wolf
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Re: Pazeller von Tarasp GR
Die Familie wird gerade auch auf der SGFF-Mailingliste diskutiert. Ein Beitrag (mit Anhang) wurde auf der Liste nicht verteilt, weil dort Anhänge nicht zugelassen sind. Ich lade diesen Anhang deswegen hier hoch und fasse die kürzlichen Diskussionen auszugsweise zusammen.
Tobias Kemper schreibt:
Tobias Kemper schreibt:
Tobias Kemper schreibt weiter:Guten Tag,
mir ist bewusst, dass ich vor Jahren schon einmal nach Pazeller aus Tarasp gefragt habe. Aber weil dies eben Jahre her ist und sich die Zusammensetzung der Mitglieder oder die Forschungsinteressen geändert haben, komme ich noch einmal darauf zurück.
Beschäftigt sich jemand mit der aus Tarasp (GR) stammenden Familie PAZELLER, von der es verschiedene Zweige in Südtirol (Vinschgau), aber auch darüber hinaus gibt?
Ich versuche gerade, die zahlreichen Namensträger des 17. Jahrhunderts zu sortieren und würde mich über einen Austausch bei gleichem Interesse freuen.
Mir liegen die Familienzusammenstellungen aus dem Pfarrarchiv Tarasp vor, die mir aber widersprüchlich erscheinen.
Am liebsten würde ich verschiedene Daten am Kirchenbuch überprüfen, aber wie mir scheint, gibt es vom Staatsarchiv Chor und bei Familysearch noch keine Digitalisate.
Bei dieser Gelegenheit: Nottina = Dominica oder Ludovica?
Viele Grüße
Tobias Kemper
Alfred Götz schreibt:Hallo,
Pazeller gibt es in Tarasp seit Beginn der Kirchenbücher bzw. auch schon davor.
Vgl. Marianne Baumhauer: Ahnenbuch einer Familie Arquint ..., Nr. 3136: Lehnsbrief für Jacob Pazeller 1613 im Besitz einer Familie Gregori in Bremgarten (würde mich interessieren, keine Ahnung, wo der Lehnsbrief heute ist)
Lehnsbrief "Jacob Pazellers Lehenbrief um den Mandalätsch Hof" 1598: Landesarchiv Innsbruck, Grenzakten 36/1
In Tarasp findet man seit 1625 offenbar mehrere Linien der Familie, die dann auch untereinander heiraten, also mindestens 2 Generationen getrennt sind. Mehrere Geistliche aus der Familie waren im Vinschgau tätig (Mals, Taufers).
Appenzeller > Pazeller ist wohl eine Volksetymologie.
Viele Grüße
Tobias Kemper
Hallo
Professor Jachen Gregori in Bremgarten siehe Bild.
Pazeller hat es nicht nur in Tarasp. Vor allem in Ftan hat es viele Pazeller sowie auch in Scuol. Viele Familien haben sich nach der Reformation getrennt, vor allem in Scuol. So haben sich auch die Carl von Hohenbalken, ursprünglich aus dem Münstertal, nach der Reformation getrennt. Die katholischen gingen nach Tarasp und die reformierten blieben in Scuol. Auch der Name Bazell hat vermutlich die gleiche Herkunft wie die Pazeller. In einem Fall habe ich eine Familie im KB Scuol als Bazell und im KB Ftan als Pazeller.
Auch Konrad Huber schreibt im Rätischen Namenbuch, dass der Name Pazeller möglicherweise von Appenzeller herrührt. Im Buch "Land und Leute des Unterengadins" heisst es auf Seite 61 "Der Appozeller Aman sun von Schkuls" In einem Kirchenbuch habe ich gelesen "Appazeller".
Viele Grüsse
Alfred Götz
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Wolf Seelentag, St.Gallen
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