Büchi (Paki) von Elgg ZH nach Ungarn?
Moderator: Wolf
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semiplenus
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Büchi (Paki) von Elgg ZH nach Ungarn?
Hallo in die Runde,
Waehrend meiner Suche nach der Herkunft eines Ahnen, namentlich Heinrich PAKI, der 1732-1745 in Tolna (heute in Ungarn) und ab ungefaehr 1751 in Ruma (heute in Serbien) wohnte, bin ich bei FamilySearch auf die Moeglichkeit gestolpert, dass er evtl. aus Elgg, ZH haette kommen koennen. Dieser Heinrich Paki hatte eine Frau, Susanna (im KB Tolna bewiesen), und einen Sohn namens Johann, der angeblich um 1727 (also kurz vor der Zeit in Tolna) geboren wurde.
Dem FamilySearch Index nach, hatte in Elgg ein Heinrich BUECHI als Frau Susanna PETER und dieses Ehepaar hat dort zwischen 1718 und 1731 11 Kinder, wie folgt (Konfession ungewiss):
1718 Anna Barbara
1719 Joh. Jacob
1720 Jacob
1721 Joh. Ulrich
1723 Elisabeth
1725 Salomon
1726 Joh. Ulrich
1727 Joh. Ulrich
1728 Johann
1730 Maria
1731 Maria
Wenn das das gleiche Ehepaar ist, das 1732 in Tolna auftaucht, hatten sie dort noch folgende Kinder (katholisch getauft):
1734 Maria Ottilia
1735 Anna Maria
1740 Maria Ottilia
1742 Joh. Georg
1745 Heinrich
Mit den Kirchenbuechern und allgemeiner Familienforschung in Deutschland und Ungarn bin ich mehr oder minder gut vertraut. Forschung in der Schweiz ist mir hingegen ganz neu.
Anstatt komplett ungelehrt einzutauchen, dachte ich, dass es vielleicht besser waere, zu fragen, ob es ausser den KB irgendwelche Ressourcen gibt, von denen ich wissen sollte. Zum Beispiel gibt es so etwas wie ein Auswanderungsregister? Oder sind Abwanderungen aus einem Ort normalerweise in den KB notiert? Oder gibt es noch eine Idee, wie ich evtl. pruefen kann, ob es sich hier um die gleiche Familie handelt?
Wenn ich die Namen und Daten betrachte, passt alles auf der Oberflaeche: Heinrich und Susanna, Sohn Johann 1728 (“um 1727”) geboren, letztes Kind in der Schweiz ein Jahr bevor dem Erscheinen in Ungarn. Nur weiss ich, dass ZH ueberwiegend vom reformierten Glauben gepraegt war und die Taufen in Tolna katholisch waren. Auf der anderen Seite waren schon einige Einwanderer lutherisch oder reformiert und sind waehrend der Bleibe in Ungarn konvertiert oder hatten zu der Zeit keine Moeglichkeit den “normalen” Gottesdienst zu besuchen, also sind in den katholischen KB zu finden.
Ich wuerde mich ueber jegliche Aeusserungen bzgl. dieses Problems freuen.
Vorab besten Dank.
Herzliche Gruesse aus Suedkalifornien,
Mike Ewing
Waehrend meiner Suche nach der Herkunft eines Ahnen, namentlich Heinrich PAKI, der 1732-1745 in Tolna (heute in Ungarn) und ab ungefaehr 1751 in Ruma (heute in Serbien) wohnte, bin ich bei FamilySearch auf die Moeglichkeit gestolpert, dass er evtl. aus Elgg, ZH haette kommen koennen. Dieser Heinrich Paki hatte eine Frau, Susanna (im KB Tolna bewiesen), und einen Sohn namens Johann, der angeblich um 1727 (also kurz vor der Zeit in Tolna) geboren wurde.
Dem FamilySearch Index nach, hatte in Elgg ein Heinrich BUECHI als Frau Susanna PETER und dieses Ehepaar hat dort zwischen 1718 und 1731 11 Kinder, wie folgt (Konfession ungewiss):
1718 Anna Barbara
1719 Joh. Jacob
1720 Jacob
1721 Joh. Ulrich
1723 Elisabeth
1725 Salomon
1726 Joh. Ulrich
1727 Joh. Ulrich
1728 Johann
1730 Maria
1731 Maria
Wenn das das gleiche Ehepaar ist, das 1732 in Tolna auftaucht, hatten sie dort noch folgende Kinder (katholisch getauft):
1734 Maria Ottilia
1735 Anna Maria
1740 Maria Ottilia
1742 Joh. Georg
1745 Heinrich
Mit den Kirchenbuechern und allgemeiner Familienforschung in Deutschland und Ungarn bin ich mehr oder minder gut vertraut. Forschung in der Schweiz ist mir hingegen ganz neu.
Anstatt komplett ungelehrt einzutauchen, dachte ich, dass es vielleicht besser waere, zu fragen, ob es ausser den KB irgendwelche Ressourcen gibt, von denen ich wissen sollte. Zum Beispiel gibt es so etwas wie ein Auswanderungsregister? Oder sind Abwanderungen aus einem Ort normalerweise in den KB notiert? Oder gibt es noch eine Idee, wie ich evtl. pruefen kann, ob es sich hier um die gleiche Familie handelt?
Wenn ich die Namen und Daten betrachte, passt alles auf der Oberflaeche: Heinrich und Susanna, Sohn Johann 1728 (“um 1727”) geboren, letztes Kind in der Schweiz ein Jahr bevor dem Erscheinen in Ungarn. Nur weiss ich, dass ZH ueberwiegend vom reformierten Glauben gepraegt war und die Taufen in Tolna katholisch waren. Auf der anderen Seite waren schon einige Einwanderer lutherisch oder reformiert und sind waehrend der Bleibe in Ungarn konvertiert oder hatten zu der Zeit keine Moeglichkeit den “normalen” Gottesdienst zu besuchen, also sind in den katholischen KB zu finden.
Ich wuerde mich ueber jegliche Aeusserungen bzgl. dieses Problems freuen.
Vorab besten Dank.
Herzliche Gruesse aus Suedkalifornien,
Mike Ewing
Mike Ewing - Orange County, California
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Peter.D
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Re: Büchi (Paki) von Elgg ZH nach Ungarn?
Hallo Mike
In Elgg gibt es 1718 tatsächlich eine theoretisch passende Ehe. Eventuell ist diese Familie noch im Haushaltungsrodel von ca. 1721 oder gar 1785, im Bevölkerungsverzeichnis von 1722 oder im Abwesendenverzeichnis von 1737 verzeichnet.
Da diese Register alle nicht online verfügbar sind, fragst du am besten beim Staatsarchiv in Zürich nach.
Peter
In Elgg gibt es 1718 tatsächlich eine theoretisch passende Ehe. Eventuell ist diese Familie noch im Haushaltungsrodel von ca. 1721 oder gar 1785, im Bevölkerungsverzeichnis von 1722 oder im Abwesendenverzeichnis von 1737 verzeichnet.
Da diese Register alle nicht online verfügbar sind, fragst du am besten beim Staatsarchiv in Zürich nach.
Peter
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semiplenus
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Re: Büchi (Paki) von Elgg ZH nach Ungarn?
Hallo Peter, vielen Dank fuer die heissen Tipps. Ich habe soeben das Archiv angeschrieben.
Mike Ewing - Orange County, California
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semiplenus
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Re: Büchi (Paki) von Elgg ZH nach Ungarn?
Hallo nochmal Peter,
sehr schnell habe ich folgende Antwort vom Archivar erhalten (die von dir vorgeschlagenen Quellen habe ich in meinem Schreiben ans Archiv erwaehnt):
"Die Familie des Heinrich Büchi und der Susanna Peter ist ziemlich sicher identisch mit der Familie Paki aus Ungarn oder Serbien. Am 22.03.1718 heiraten sie. Am 05.12.1728 werden ein Hans (Kurzform von Johannes) und am 04.11.1731 eine Maria Büchi in Elgg getauft (Signatur: StAZH E III 33.4). Anbei habe ich Ihnen auch eine Kopie aus dem Bevölkerungsverzeichnis von Elgg (Signatur: StAZH E II 700.29) beigefügt. Dort sehen Sie, dass Heinrich Büchi mit seiner bereits verwitweten Mutter Margaretha Seiz, seiner Ehefrau und seinen zwei Kindern, in einem Haushalt leben (ME: ich gehe davon aus, das ist das Verzeichnis von 1722). Sie wohnten im Weiler Wenzikon (Pfarrei Elgg). Seine Frau Susanna Peter stammte aus dem Weiler Gündlikon (ebenfalls Pfarrei Elgg). (ME: die Pfarrei ist/war, wie erwartet, reformiert).
Es gibt Quellen zu Auswanderungen. Die Bestände für eine Recherche wären: A 103 "Verzeichnisse von Ausgewanderten von der Landschaft" 1651-1771 oder A 174. Vermutlich ist die Familie Büchi in diesen Unterlagen jedoch nicht zu finden. A 103 enthält keine Liste der Abwesenden von 1737 von Elgg und A 174 enthält keine Auswanderungen nach Österreich-Ungarn."
Wuenschenswert waere das "ziemlich sicher" oder "vermutlich" ins "absolut sicher" zu verwandeln. Hast du noch irgendwelche heisse Tipps, wie ich eine Auswanderung nachweisen koennte?
Herzliche Gruesse
Mike
sehr schnell habe ich folgende Antwort vom Archivar erhalten (die von dir vorgeschlagenen Quellen habe ich in meinem Schreiben ans Archiv erwaehnt):
"Die Familie des Heinrich Büchi und der Susanna Peter ist ziemlich sicher identisch mit der Familie Paki aus Ungarn oder Serbien. Am 22.03.1718 heiraten sie. Am 05.12.1728 werden ein Hans (Kurzform von Johannes) und am 04.11.1731 eine Maria Büchi in Elgg getauft (Signatur: StAZH E III 33.4). Anbei habe ich Ihnen auch eine Kopie aus dem Bevölkerungsverzeichnis von Elgg (Signatur: StAZH E II 700.29) beigefügt. Dort sehen Sie, dass Heinrich Büchi mit seiner bereits verwitweten Mutter Margaretha Seiz, seiner Ehefrau und seinen zwei Kindern, in einem Haushalt leben (ME: ich gehe davon aus, das ist das Verzeichnis von 1722). Sie wohnten im Weiler Wenzikon (Pfarrei Elgg). Seine Frau Susanna Peter stammte aus dem Weiler Gündlikon (ebenfalls Pfarrei Elgg). (ME: die Pfarrei ist/war, wie erwartet, reformiert).
Es gibt Quellen zu Auswanderungen. Die Bestände für eine Recherche wären: A 103 "Verzeichnisse von Ausgewanderten von der Landschaft" 1651-1771 oder A 174. Vermutlich ist die Familie Büchi in diesen Unterlagen jedoch nicht zu finden. A 103 enthält keine Liste der Abwesenden von 1737 von Elgg und A 174 enthält keine Auswanderungen nach Österreich-Ungarn."
Wuenschenswert waere das "ziemlich sicher" oder "vermutlich" ins "absolut sicher" zu verwandeln. Hast du noch irgendwelche heisse Tipps, wie ich eine Auswanderung nachweisen koennte?
Herzliche Gruesse
Mike
Mike Ewing - Orange County, California
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Peter.D
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Re: Büchi (Paki) von Elgg ZH nach Ungarn?
Hallo Mike
Das ist wirklich ein Super Service in diesem Staatsarchiv!
Welche beiden Kinder mit welchem Geburtsjahr oder Alter sind auf der Kopie aus dem Bevölkerungsverzeichnis (BVZ) eingetragen?
In deinem gestrigen Beitrag sehe ich nicht, ob das StAZH nur im BVZ oder auch im Haushaltungsrodel von ca. 1721 nachgesehen hat. Die BVZ waren statische Momentaufnahmen der Bevölkerung, ähnlich einer Volkszählung, während die Haushaltungsrodel vom Pfarrer in der Regel über viele Jahre nachgeführt wurden, bis er wieder einen neuen Band aufsetzte. In Elgg folgte auf den Rodel von 1721 erst wieder ein neuer im Jahre 1785.
Peter
Das ist wirklich ein Super Service in diesem Staatsarchiv!
Welche beiden Kinder mit welchem Geburtsjahr oder Alter sind auf der Kopie aus dem Bevölkerungsverzeichnis (BVZ) eingetragen?
In deinem gestrigen Beitrag sehe ich nicht, ob das StAZH nur im BVZ oder auch im Haushaltungsrodel von ca. 1721 nachgesehen hat. Die BVZ waren statische Momentaufnahmen der Bevölkerung, ähnlich einer Volkszählung, während die Haushaltungsrodel vom Pfarrer in der Regel über viele Jahre nachgeführt wurden, bis er wieder einen neuen Band aufsetzte. In Elgg folgte auf den Rodel von 1721 erst wieder ein neuer im Jahre 1785.
Peter
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semiplenus
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Re: Büchi (Paki) von Elgg ZH nach Ungarn?
Hallo Peter,
das stimmt. Von keinem anderen Archiv habe ich bisher so ein hohes Serviceniveau erfahren. Ich war entsprechend dankbar.
Ich glaube, dass der Anhang vom Archivar eher die "statische Momentaufnahme" war, denn es sind davor und danach Gruppen mit anderen Familiennamen aufgelistet, was mir eher wie eine Volkszaehlung vorkommt. Ich glaube, ich kann im Forum keinen Anhang zufuegen, sonst wuerde ich ihn hier zur Bestaetigung posten.
Sowie es aussieht ist der Haushaltungsrodel bei FamilySearch erhaeltlich. Ich muesste mich erstmal darin einarbeiten, da es keinen Index gibt. Ich gehe hoffentlich demnaechst ins Family History Center, da die Filme sonst gesperrt sind und man kann sie nur vor Ort einsehen.
Ich melde mich nochmal, wenn ich weitere Details bekomme.
Danke fuer die Hilfe!
Mike
das stimmt. Von keinem anderen Archiv habe ich bisher so ein hohes Serviceniveau erfahren. Ich war entsprechend dankbar.
Ich glaube, dass der Anhang vom Archivar eher die "statische Momentaufnahme" war, denn es sind davor und danach Gruppen mit anderen Familiennamen aufgelistet, was mir eher wie eine Volkszaehlung vorkommt. Ich glaube, ich kann im Forum keinen Anhang zufuegen, sonst wuerde ich ihn hier zur Bestaetigung posten.
Sowie es aussieht ist der Haushaltungsrodel bei FamilySearch erhaeltlich. Ich muesste mich erstmal darin einarbeiten, da es keinen Index gibt. Ich gehe hoffentlich demnaechst ins Family History Center, da die Filme sonst gesperrt sind und man kann sie nur vor Ort einsehen.
Ich melde mich nochmal, wenn ich weitere Details bekomme.
Danke fuer die Hilfe!
Mike
Mike Ewing - Orange County, California
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Wolf
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Re: Büchi (Paki) von Elgg ZH nach Ungarn?
Anhänge im Forum sind möglich und erwünscht - Dateien dürfen maximal 1 MB gross sein.semiplenus hat geschrieben: Sa 26. Feb 2022, 15:20Ich glaube, ich kann im Forum keinen Anhang zufuegen, sonst wuerde ich ihn hier zur Bestaetigung posten.
Wenn Du Probleme mit dem Hochladen hast, können wir über PN unsere Mailadressen austauschen: ich würde die Dateien dann so umformatieren, dass sie hochgeladen werden können.
Wolf Seelentag, St.Gallen
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
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semiplenus
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Re: Büchi (Paki) von Elgg ZH nach Ungarn?
Und nun die Abbildung von der Volkszaehlung:
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Mike Ewing - Orange County, California
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Peter.D
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Re: Büchi (Paki) von Elgg ZH nach Ungarn?
Hallo Mike
Es handelt sich also zweifellos um das BVZ von 1722, das nächste wäre ja erst 1765, immerhin mit einem Abwesendenverzeichnis. Wenn aber die Anna Barbara am 27.9.1718 und Jakob am 21.1.1720 geboren wurden, passt kein weiteres Kind dazwischen, wie offenbar bei FamilySearch angegeben. Für die anderen Kinder müsste man die Taufregister bis zur Auswanderung durchsuchen oder eben im Haushaltungsrodel 1721 nachsehen.
Grundsätzlich waren im reformierten Zürich Auswanderungen in katholische Gebiete natürlich höchst unerwünscht, in lutheranische hingegen noch einigermassen akzeptabel.
Zur fraglichen Zeit durften mit kaiserlichem Patent nur Katholiken ins Banat auswandern. Es gab aber auch private Grundherren, die lutheranische oder calvinistische Ansiedler förderten, auch in der Gegend von Tolna.
Falls die Familie Büchi-Peter nicht einfach ohne die verlangten Formalitäten verschwunden ist, sollte ihre Auswanderung aber schon dokumentiert sein. Meist vermerkte der Pfarrer im Haushaltungsrodel das Ziel der Auswanderung, in zweifelhaften Fällen oft auch z.B. mit dem Eintrag "sollen sich in der Pfalz aufhalten" oder "sind vor vielen Jahren weggezogen" etc.
Korrekterweise hätte Heinrich Büchi auch das sogenannte Mannrecht verlangen müssen, ohne das er sein Bürgerrecht verlieren konnte und ohne das er z.B. kein Vermögen abziehen durfte.
Trotz allem sind auch mir immer wieder Fälle begegnet, wo Einzelpersonen oder ganze Familien einfach wegzogen, ohne irgendeine Spur zu hinterlassen.
Vielleicht schaut dir das Staatsarchiv im Haushaltungsrodel von 1721 und in den Mannrechtsprotokollen aber nochmals nach, ob sich eine Spur findet.
Peter
Es handelt sich also zweifellos um das BVZ von 1722, das nächste wäre ja erst 1765, immerhin mit einem Abwesendenverzeichnis. Wenn aber die Anna Barbara am 27.9.1718 und Jakob am 21.1.1720 geboren wurden, passt kein weiteres Kind dazwischen, wie offenbar bei FamilySearch angegeben. Für die anderen Kinder müsste man die Taufregister bis zur Auswanderung durchsuchen oder eben im Haushaltungsrodel 1721 nachsehen.
Grundsätzlich waren im reformierten Zürich Auswanderungen in katholische Gebiete natürlich höchst unerwünscht, in lutheranische hingegen noch einigermassen akzeptabel.
Zur fraglichen Zeit durften mit kaiserlichem Patent nur Katholiken ins Banat auswandern. Es gab aber auch private Grundherren, die lutheranische oder calvinistische Ansiedler förderten, auch in der Gegend von Tolna.
Falls die Familie Büchi-Peter nicht einfach ohne die verlangten Formalitäten verschwunden ist, sollte ihre Auswanderung aber schon dokumentiert sein. Meist vermerkte der Pfarrer im Haushaltungsrodel das Ziel der Auswanderung, in zweifelhaften Fällen oft auch z.B. mit dem Eintrag "sollen sich in der Pfalz aufhalten" oder "sind vor vielen Jahren weggezogen" etc.
Korrekterweise hätte Heinrich Büchi auch das sogenannte Mannrecht verlangen müssen, ohne das er sein Bürgerrecht verlieren konnte und ohne das er z.B. kein Vermögen abziehen durfte.
Trotz allem sind auch mir immer wieder Fälle begegnet, wo Einzelpersonen oder ganze Familien einfach wegzogen, ohne irgendeine Spur zu hinterlassen.
Vielleicht schaut dir das Staatsarchiv im Haushaltungsrodel von 1721 und in den Mannrechtsprotokollen aber nochmals nach, ob sich eine Spur findet.
Peter
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semiplenus
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Re: Büchi (Paki) von Elgg ZH nach Ungarn?
Hallo Peter,
vielen lieben Dank fuer diese ausfuehrlichen Gedanken. Die Taufen habe ich tatsaechlich gestern im FHC angeschaut. Der Jakob von 1719 hatte "anormale" Paten und nur der Vater, Heinrich Buechi, wurde aufgefuehrt, die Frau nicht. Bei den Taufen von allen anderen Kindern wurden beide Elternteile aufgefuehrt sowie der Wohnort Wenzikon. Wie du ganz korrekt sagst, ist eine weitere Geburt zwischen 1718 (Anna Barbara) und 1720 (Jakob) sowieso nicht moeglich.
Wie der Archivar erwaehnt hatte und wie im BVZ von 1722 zu sehen ist, wohnten Heinrich Buechi und seine Familie im Haushalt von seiner verwitweten Mutter, Margaretha geb. Seitz. Anscheinend ist sie (laut FamilySearch) kurz nach dieser Volkszaehlung gestorben und am 31.05.1722 beerdigt worden. Also ich gehe davon aus, dass Heinrich bis auf seiner moeglichen Auswanderung 1731 oder 1732 sein Erbe haette bekommen koennen. Im Anbetracht dieser Theorie waere es nicht "zwingend" noetig gewesen, die Manumission zu beantragen. Doch eine Beantragung wuerde ziemlich deutlich fuer eine Auswanderung sprechen. Wenn ich nichts im Haushaltungsrodel finden kann, wende ich mich wieder ans Archiv, um diese Moeglichkeit zu untersuchen.
So wie es aussieht, waren in diesem Zeitraum ziemlich viele mehr lutheraner und kalvinisten in Ungarn als ich erwartet habe. Im KB von Tolna wurden schon einige Konvertierte aufgelistet. Ich frage mich, ob die Liste ausfuehrlich war. Ueberdies frage ich mich, wie eine Familie die Gebraeuche einer "fremden" Konfession so einfach adoptieren koennte, ohne konvertiert zu werden. Haben sie sich so einfach verbergen koennen oder war es dem Pfarrer egal? Oder haetten sie sich woanders konvertieren lassen...?
Nochmals danke
Mike
vielen lieben Dank fuer diese ausfuehrlichen Gedanken. Die Taufen habe ich tatsaechlich gestern im FHC angeschaut. Der Jakob von 1719 hatte "anormale" Paten und nur der Vater, Heinrich Buechi, wurde aufgefuehrt, die Frau nicht. Bei den Taufen von allen anderen Kindern wurden beide Elternteile aufgefuehrt sowie der Wohnort Wenzikon. Wie du ganz korrekt sagst, ist eine weitere Geburt zwischen 1718 (Anna Barbara) und 1720 (Jakob) sowieso nicht moeglich.
Wie der Archivar erwaehnt hatte und wie im BVZ von 1722 zu sehen ist, wohnten Heinrich Buechi und seine Familie im Haushalt von seiner verwitweten Mutter, Margaretha geb. Seitz. Anscheinend ist sie (laut FamilySearch) kurz nach dieser Volkszaehlung gestorben und am 31.05.1722 beerdigt worden. Also ich gehe davon aus, dass Heinrich bis auf seiner moeglichen Auswanderung 1731 oder 1732 sein Erbe haette bekommen koennen. Im Anbetracht dieser Theorie waere es nicht "zwingend" noetig gewesen, die Manumission zu beantragen. Doch eine Beantragung wuerde ziemlich deutlich fuer eine Auswanderung sprechen. Wenn ich nichts im Haushaltungsrodel finden kann, wende ich mich wieder ans Archiv, um diese Moeglichkeit zu untersuchen.
So wie es aussieht, waren in diesem Zeitraum ziemlich viele mehr lutheraner und kalvinisten in Ungarn als ich erwartet habe. Im KB von Tolna wurden schon einige Konvertierte aufgelistet. Ich frage mich, ob die Liste ausfuehrlich war. Ueberdies frage ich mich, wie eine Familie die Gebraeuche einer "fremden" Konfession so einfach adoptieren koennte, ohne konvertiert zu werden. Haben sie sich so einfach verbergen koennen oder war es dem Pfarrer egal? Oder haetten sie sich woanders konvertieren lassen...?
Nochmals danke
Mike
Mike Ewing - Orange County, California
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semiplenus
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Re: Büchi (Paki) von Elgg ZH nach Ungarn?
Hallo Peter,
durch den Haushaltsrodel von 1721 bin ich in den letzten Tagen durchgegangen und leider nur die gleiche Info gefunden, die das Archiv schon ermittelt hatte. Dann habe ich mich wieder an die Kollegen dort gewendet. Schon wieder sind sie sehr schnell auf mein Anliegen herangegangen, mit folgendem Ergebnis:
"Leider wurde für ein Heinrich Büchi in dieser Zeit kein Mannrechtspatent ausgestellt.
Ich habe die Jahre 1730-1732 mehrmals durchgesehen. Höchstwahrscheinlich wird er einfach ausgewandert sein, ohne dass die Behörden damals kontaktiert worden wären oder davon Wind bekommen haben. Im Anhang des "Protokolls über die ausgestellten Mannrechtsbriefe für Bürger und Angehörige Zürichs" (Signatur: StAZH B III 211) sind im alphabetischen Personenregister nur ein Hans Jakob Büchi zu finden, für den 1750 ein Mannrechtspatent ausgestellt wurde und ein Sebastian Büchi für den 1785 ein ebensolches Patent ausgestellt wurde. Hans Jakob Büchi von Elgg liess sich in Wittenweier (heute zugehörig zu Schwanau) in Freiburg in Breisgau nieder und Sebastian Büchi von Hagenbuch im Oberamt Rötteln in der Markgrafschaft Baden-Durlach."
Schade, dass Heinrich Buechi im Protokoll nicht zu finden war aber ich bin trotzdem sehr dankbar fuer deinen Vorschlag, sowie fuer die Hilfsbereitschaft der Archivskollegen. Einfach fantastisch.
Vielen Dank nochmal und beste Gruesse in die Schweiz
Mike
durch den Haushaltsrodel von 1721 bin ich in den letzten Tagen durchgegangen und leider nur die gleiche Info gefunden, die das Archiv schon ermittelt hatte. Dann habe ich mich wieder an die Kollegen dort gewendet. Schon wieder sind sie sehr schnell auf mein Anliegen herangegangen, mit folgendem Ergebnis:
"Leider wurde für ein Heinrich Büchi in dieser Zeit kein Mannrechtspatent ausgestellt.
Ich habe die Jahre 1730-1732 mehrmals durchgesehen. Höchstwahrscheinlich wird er einfach ausgewandert sein, ohne dass die Behörden damals kontaktiert worden wären oder davon Wind bekommen haben. Im Anhang des "Protokolls über die ausgestellten Mannrechtsbriefe für Bürger und Angehörige Zürichs" (Signatur: StAZH B III 211) sind im alphabetischen Personenregister nur ein Hans Jakob Büchi zu finden, für den 1750 ein Mannrechtspatent ausgestellt wurde und ein Sebastian Büchi für den 1785 ein ebensolches Patent ausgestellt wurde. Hans Jakob Büchi von Elgg liess sich in Wittenweier (heute zugehörig zu Schwanau) in Freiburg in Breisgau nieder und Sebastian Büchi von Hagenbuch im Oberamt Rötteln in der Markgrafschaft Baden-Durlach."
Schade, dass Heinrich Buechi im Protokoll nicht zu finden war aber ich bin trotzdem sehr dankbar fuer deinen Vorschlag, sowie fuer die Hilfsbereitschaft der Archivskollegen. Einfach fantastisch.
Vielen Dank nochmal und beste Gruesse in die Schweiz
Mike
Mike Ewing - Orange County, California
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