Lateinische und griechische Anmerkungen in Kirchenbüchern
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Moderator: Wolf
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Wolf
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Lateinische und griechische Anmerkungen in Kirchenbüchern
Gelegentlich waren die Schreiber der Meinung, Anmerkungen im Kirchenbuch sollten nicht für alle "Schäfchen", die vielleicht einen Blick ins Kirchenbuch werfen konnten, verständlich sein - also wich man auf Latein, manchmal auch auf Griechisch aus.
Ein Beispiel eines Eintrag auf Latein (der tw. immer noch auf seine Entzifferung wartet) findet sich bei Lyb in Guggisberg BE.
Im Totenverzeichnis Trogen wird auf Griechisch darauf verwiesen, dass ein Kind ungetauft verstorben war: Auch Hinweise auf Selbstmord habe ich schon gesehen (finde leider meine Notiz gerade nicht): Über Bildbeispiele (oder Links auf entsprechende Kirchenbücher) mit anderen Begriffen auf Lateinisch (keine ganzen Sätze und auch nicht aus komplett lateinisch geführten, katholischen Kirchenbüchern) oder Griechisch würde ich mich freuen.
Ein Beispiel eines Eintrag auf Latein (der tw. immer noch auf seine Entzifferung wartet) findet sich bei Lyb in Guggisberg BE.
Im Totenverzeichnis Trogen wird auf Griechisch darauf verwiesen, dass ein Kind ungetauft verstorben war: Auch Hinweise auf Selbstmord habe ich schon gesehen (finde leider meine Notiz gerade nicht): Über Bildbeispiele (oder Links auf entsprechende Kirchenbücher) mit anderen Begriffen auf Lateinisch (keine ganzen Sätze und auch nicht aus komplett lateinisch geführten, katholischen Kirchenbüchern) oder Griechisch würde ich mich freuen.
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Wolf Seelentag, St.Gallen
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griffy
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Re: Lateinische und griechische Anmerkungen in Kirchenbüchern
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Wolf
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Re: Lateinische und griechische Anmerkungen in Kirchenbüchern
Vielen Dank !!
Wolf Seelentag, St.Gallen
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hhg
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Re: Lateinische und griechische Anmerkungen in Kirchenbüchern
Zusatz bei einem Heiratseintrag (1726) der Reformierten Gemeinde in Sainte-Marie-aux-Mines (https://archives.haut-rhin.fr/ark:/naan ... 3ec30aaa90)
Kleine Anekdote, der zunächst rätselhafte Text war relativ leicht zu entschlüsseln, nachdem ein griechisches Mädchen schnell einige deutsche Worte darin erkannte. Für den Rest reichte eine simple Tabelle des griechischen Alphabets aus dem Internet
... welcher vor vielen Jahren wegen allerhand begangener Greueln geächtet worden nachdem er an seinem Ende, aus angeblicher Hoffnung erlöst zu werden, zu der Römischen abgefallen ...
Bin gespannt, ob vielleicht Ähnliches auch bei anderen Funden vorkommt ...
Kleine Anekdote, der zunächst rätselhafte Text war relativ leicht zu entschlüsseln, nachdem ein griechisches Mädchen schnell einige deutsche Worte darin erkannte. Für den Rest reichte eine simple Tabelle des griechischen Alphabets aus dem Internet
... welcher vor vielen Jahren wegen allerhand begangener Greueln geächtet worden nachdem er an seinem Ende, aus angeblicher Hoffnung erlöst zu werden, zu der Römischen abgefallen ...
Bin gespannt, ob vielleicht Ähnliches auch bei anderen Funden vorkommt ...
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Wolf
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Re: Lateinische und griechische Anmerkungen in Kirchenbüchern
Schöne Geschichte
!
Meine Grosseltern haben auch in Sainte-Marie-aux-Mines geheiratet, das zu der Zeit Markirch hiess - aber wesentlich später und ohne Anmerkungen auf "Griechisch".
Meine Grosseltern haben auch in Sainte-Marie-aux-Mines geheiratet, das zu der Zeit Markirch hiess - aber wesentlich später und ohne Anmerkungen auf "Griechisch".
Wolf Seelentag, St.Gallen
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griffy
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Re: Lateinische und griechische Anmerkungen in Kirchenbüchern
Aus dem Ehenbuch Altstetten ZH:
« fou de la couche » (auf französisch) oder « verrückt im Bett ».
Der griechische Ausdruck, der sich auf ein lüsternes und libertines Temperament beziehen soll, heisst nach einem mir bekannten gelehrten Zisterzienser wortwörtlich:
« fou de la couche » (auf französisch) oder « verrückt im Bett ».
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Walter
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Re: Lateinische und griechische Anmerkungen in Kirchenbüchern
Hier eine Notiz im Taufrodel 2 von Albligen BE, Seite 44 (1692).
Speziell finde ich den Wechsel zwischen Normal- und Grossbuchstaben im gleichen Wort, ich kann das weder lesen noch deuten.
Danach folgt im Rodel eine andere Schrift.
Speziell finde ich den Wechsel zwischen Normal- und Grossbuchstaben im gleichen Wort, ich kann das weder lesen noch deuten.
Danach folgt im Rodel eine andere Schrift.
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LG, Walter
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Wolf
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Re: Lateinische und griechische Anmerkungen in Kirchenbüchern
Was hier auffällt: gross geschrieben sind (mit einer Ausnahme) Buchstaben, die auch römische Zahlen sind - hat das eine Bedeutung (welche?) oder ist es nur ein "Spleen"?
Ich lese: Perpetua falicitas (soll wohl eher felicitas heissen) ordinavit nos suos abire vvina vviam. Mein Schullatein ist leider etwas eingerostet - aber es geht wohl darum, dass eine ewige Glückseligkeit uns befiehlt, unsere (Lieben) zu verlassen - oder unsere Lieben verlassen uns, um ewige Seligkeit zu erreichen … weswegen ich das eher in einem Totenrodel, nicht Taufrodel erwarten würde. Bei den letzten beiden Worten wundert mich das Doppel-V: vvina vviam - Weg der Weine?
Ich lese: Perpetua falicitas (soll wohl eher felicitas heissen) ordinavit nos suos abire vvina vviam. Mein Schullatein ist leider etwas eingerostet - aber es geht wohl darum, dass eine ewige Glückseligkeit uns befiehlt, unsere (Lieben) zu verlassen - oder unsere Lieben verlassen uns, um ewige Seligkeit zu erreichen … weswegen ich das eher in einem Totenrodel, nicht Taufrodel erwarten würde. Bei den letzten beiden Worten wundert mich das Doppel-V: vvina vviam - Weg der Weine?
Wolf Seelentag, St.Gallen
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griffy
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Re: Lateinische und griechische Anmerkungen in Kirchenbüchern
Vielleicht ein Hinweis aus dem Buch von Lohner:
Somit könnte man die lateinische Bemerkung so verstehen:Albligen
1678. Abr. Leemann, Pfr. zu Gsteig bei Saanen; 1692 als Pfr. nach Wynau.
Lohner, Carl Friedrich Ludwig: Die reformirten Kirchen und ihre Vorsteher im eidgenössischen Freistaate Bern nebst den vormaligen Klöstern, Thun, [1864-1867]
Dann ist Emanuel Zehnder der neue Pfarrer. Dieser startet tatsächlich seine Amtszeit auf Seite 45.Das ewige Glück befahl uns, den Weg nach Winau zu gehen.
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Walter
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Re: Lateinische und griechische Anmerkungen in Kirchenbüchern
Ja, es ist der letzte Eintrag dieses Pfarrers im Taufrodel von Albligen.
Aber was bedeuten die Grossbuchstaben (Zahlen)
Aber was bedeuten die Grossbuchstaben (Zahlen)
LG, Walter
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griffy
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Re: Lateinische und griechische Anmerkungen in Kirchenbüchern
Nach dem Taufrodel Wynau haben wir wahrscheinlich eine andere Bedeutung für Perpetua Fælicitas als Bezeichnung vom 7. März.
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Wolf
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Re: Lateinische und griechische Anmerkungen in Kirchenbüchern
Mit den Grossbuchstaben, das frage ich mich auch immer noch - aber das "Doppelwort" am Schluss muss wohl als "vvinavv iam" gelesen werden. Ihm wurde befohlen, jetzt nach Wynau zu gehen.
Wolf Seelentag, St.Gallen
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Wolf
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Re: Lateinische und griechische Anmerkungen in Kirchenbüchern
Da heisst es also
Im "Ribbe-Henning" wird tatsächlich Felicitas als Name für den 7. März (in Augsburg den 10. März) und ebenso Perpetuo (hier keine Ausnahme für Augsburg) genannt. Das bezieht sich also auf Perpetua und Felicitas, die am 07.03.203 in Karthago als Märtyrerinnen hingerichtet wurden.Den 7. Martij 1692. Welcher Tag in etlichen Calenderen Perpetua, in etlichen anderen Faelicitas heißt …
Wolf Seelentag, St.Gallen
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Wolf
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Re: Lateinische und griechische Anmerkungen in Kirchenbüchern
Thomas18 antwortet mir
Hallo,
wenn ich alle Zahlzeichen zusammenzähle, komme ich auf 1692:
V+LI+CI+DI+VI+V+I+V+VI+V+VI+M
Da scheint er wohl Spaß dran gehabt zu haben.
Hallo,
wenn ich alle Zahlzeichen zusammenzähle, komme ich auf 1692:
V+LI+CI+DI+VI+V+I+V+VI+V+VI+M
Da scheint er wohl Spaß dran gehabt zu haben.
Wolf Seelentag, St.Gallen
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Wolf
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Re: Lateinische und griechische Anmerkungen in Kirchenbüchern
... und wer selbst mit so etwas Spass haben möchte, kann ja einmal https://www.begeistert.info/chronogramm/chronogramm.php ausprobieren
.
Wolf Seelentag, St.Gallen
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microtherion
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Re: Lateinische und griechische Anmerkungen in Kirchenbüchern
Ich kann nicht widerstehen, da noch ein Müsterchen nachzureichen:


Floribus non digna fuit, sed intactae instat virginis in Templo comparuit, impudica!
Ein Ausdruck, der mehrere hundert Mal in der Zürcher Ehedatenbank auftaucht, aber den ich noch nie sonst gehört hatte, ist "absque coronis", was selbst mein Lateinlehrer nicht zuverlässig deuten konnte. Ich vermute, dass es "Ohne Jungfernkranz" heisst.Sie war der Blumen nicht würdig, aber sie erschien im Tempel als unberührte Jungfrau, schamlos!
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