Statistik Taufen / Bestattungen in Kirchenbüchern vor 1800
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Wolf
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Statistik Taufen / Bestattungen in Kirchenbüchern vor 1800
Sind jemand Statistiken bekannt zum Verhältnis Anzahl Taufen zu Anzahl Bestattungen (pro Zeitraum, z.B. Jahrzehnt) im 16. - 18. Jahrhundert (vorzugsweise Schweiz, aber auch anderes Europa)?
Wolf Seelentag, St.Gallen
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Wolf
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Wald AR 1790-1802
Im Kirchenbuch von Wald AR habe ich folgende Zahlen gefunden:
1790 / * 44 / + 24
1791 / * 52 / + 51
1792 / * 50 / + 35
1793 / * 44 / + 35
1794 / * 45 / + 30
1795 / * 50 / + 51
1796 / * 30 / + 55
1797 / * 53 / + 38
1798 / * 41 / + 29
1799 / * 55 / + 40
1800 / * 47 / + 40
1801 / * 56 / + 48
1802 / * 50 / + 41
Das Verhältnis geboren/verstorben schwankt zwischen 1.0 und 1.8 (bei einem Ausreisser 0.5). Im Durchschnitt liegt das Verhältnis bei 1.3.
Die Statistik wurde bis 1869 weitergeführt ... mein Interesse gilt aber der Zeit vor etwa 1800.
1790 / * 44 / + 24
1791 / * 52 / + 51
1792 / * 50 / + 35
1793 / * 44 / + 35
1794 / * 45 / + 30
1795 / * 50 / + 51
1796 / * 30 / + 55
1797 / * 53 / + 38
1798 / * 41 / + 29
1799 / * 55 / + 40
1800 / * 47 / + 40
1801 / * 56 / + 48
1802 / * 50 / + 41
Das Verhältnis geboren/verstorben schwankt zwischen 1.0 und 1.8 (bei einem Ausreisser 0.5). Im Durchschnitt liegt das Verhältnis bei 1.3.
Die Statistik wurde bis 1869 weitergeführt ... mein Interesse gilt aber der Zeit vor etwa 1800.
Wolf Seelentag, St.Gallen
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Peter.D
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Re: Statistik Taufen / Bestattungen in Kirchenbüchern vor 1800
Statistiken kamen vor allem mit der französischen Verwaltung nach der Revolution in Mode. Im Staatsarchiv Basel-Stadt befinden sich aber auch recht ausführliche Statistiken zu den Geburten und Bestattungen aus wesentlich früheren Zeiten für Stadt und Landschaft Basel: Kirchenarchiv H 1 bis H 6.
Peter
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Wolf
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kath. Ragaz SG 1721-1810
Vielen Dank für den Hinweis, Peter!
Inzwischen habe ich im Kirchenbuch Ragaz (> Viewer > page 6) eine Statistik 1721-1820 gefunden, die ich hier auszugsweise zusammenfasse:
Inzwischen habe ich im Kirchenbuch Ragaz (> Viewer > page 6) eine Statistik 1721-1820 gefunden, die ich hier auszugsweise zusammenfasse:
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Wolf Seelentag, St.Gallen
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Wolf
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kath. Kirchberg SG 1634-1810
In den ersten beiden Kirchenbüchern von kath. Kirchberg SG finden sich Statistiken der Taufen, Ehen und Todesfälle von 1614 (Todesfälle erst ab 1634) bis 1839 (mit Lücken).
Hier zusammengefasst wurden die Zahlen 1634 bis 1717 (weiter 1744,1761,1762) und die letzte voll erfasste Dekade 1801-1810. Die letzteren Jahre sind gelb markiert. Im Monatsdurchschnitt wurden 33 Kinder getauft (1621-1630), dann 48 (1631-1640), 50 (1641-1660); zwischen 1661 und 1717 schwanken die Werte zwischen 50 und 68.
Was auffällt, ist der ungewöhnlich hohe Geburtenüberschuss (blau markiert) von 1634 bis 1644 (mit ein paar Ausnahmen) bzw. die hohen Todeszahlen (violett markiert) 1690-1694.
In der Literatur findet man viele Hinweise, dass die Anzahl Ehen (und resultierend Taufen) nach Pestjahren angestiegen waren. 1629 bis 1633 waren Pestjahre in der Ostschweiz - der Anstieg der Taufen von 33 (1621-1630) auf 48 (1631-1640) scheint das zu bestätigen. Aber reicht das aus, den hohen Geburtenüberschuss ab 1634 zu erklären? Gibt es andere Einflussgrössen? Könnte ein Grund sein, dass nur vergleichsweise widerstandsfähige Menschen die Pest überlebt haben - mit einer auch sonst höheren Lebenserwartung? Oder wäre ein weiterer möglicher Grund, dass die erst 1634 eingeführten Sterberegister in der Anfangszeit nicht so konsequent wie die Taufregister geführt wurden?
Zu Pestzügen um 1690-1694 habe ich nichts gefunden: gab es die trotzdem - oder andere Epidemien?
Hier zusammengefasst wurden die Zahlen 1634 bis 1717 (weiter 1744,1761,1762) und die letzte voll erfasste Dekade 1801-1810. Die letzteren Jahre sind gelb markiert. Im Monatsdurchschnitt wurden 33 Kinder getauft (1621-1630), dann 48 (1631-1640), 50 (1641-1660); zwischen 1661 und 1717 schwanken die Werte zwischen 50 und 68.
Was auffällt, ist der ungewöhnlich hohe Geburtenüberschuss (blau markiert) von 1634 bis 1644 (mit ein paar Ausnahmen) bzw. die hohen Todeszahlen (violett markiert) 1690-1694.
In der Literatur findet man viele Hinweise, dass die Anzahl Ehen (und resultierend Taufen) nach Pestjahren angestiegen waren. 1629 bis 1633 waren Pestjahre in der Ostschweiz - der Anstieg der Taufen von 33 (1621-1630) auf 48 (1631-1640) scheint das zu bestätigen. Aber reicht das aus, den hohen Geburtenüberschuss ab 1634 zu erklären? Gibt es andere Einflussgrössen? Könnte ein Grund sein, dass nur vergleichsweise widerstandsfähige Menschen die Pest überlebt haben - mit einer auch sonst höheren Lebenserwartung? Oder wäre ein weiterer möglicher Grund, dass die erst 1634 eingeführten Sterberegister in der Anfangszeit nicht so konsequent wie die Taufregister geführt wurden?
Zu Pestzügen um 1690-1694 habe ich nichts gefunden: gab es die trotzdem - oder andere Epidemien?
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Peter.D
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