Fehler in Kirchenbüchern und Bürgerregistern
Für nicht kantonsspezifische Fragen. Vos messages ne concernant pas spédifiquement un canton. For your non canton specific questions.
Moderator: Wolf
-
Wolf
- Moderator
- Beiträge: 10586
- Registriert: Sa 21. Mai 2005, 17:05
- Geschlecht: Männlich
- Wohnort: St.Gallen, Schweiz
Fehler in Kirchenbüchern und Bürgerregistern
Dass man bei Angaben aus Sekundär- oder Tertiärquellen stets kontrollieren sollte (wenn möglich), ob sie wirklich korrekt sind, sollte Allen geläufig sein. Aber … wie sieht es mit möglichen Fehlern in Kirchenbüchern, Bürgerregister oder vergleichbaren Quellen aus? Auch hier kommen Fehler vor - und in diesem Thema sollen Beispiele solcher Fehler gesammelt werden.
Es geht mir dabei nicht darum, einfache Schreibfehler oder sofort offensichtliche Fehler, die die eigene Forschung nicht erschweren oder evtl. in eine falsche Richtung lenken, zu melden. Auch ist bekannt, dass Altersangaben in Sterbeeinträgen oder Volkszählungen oft mehrere Jahre vom tatsächlichen Alter abweichen.
Hier vorgestellt werden sollten Fehler, die die Forschung stark behindern oder in eine falsche Richtung führen können. Wenn jemand also auf einen solchen, gewichtigen Fehler stösst, freue ich mich über einen entsprechenden Beitrag.
Organisatorischer Hinweis: Ich sehe zwei Vorgehensweisen:
1) Der Fehler wird in einem anderen (z.B. familienspezifischen) Thema schon beschrieben. Dann sollte hier der Fehler nur kurz zusammengefasst und auf die ausführlichere Beschreibung verlinkt werden.
2) Der Fehler wird nicht in einem anderen Thema behandelt. Dann kann ein entsprechendes Thema neu erstellt - oder der Fehler hier als "Antwort" ausführlich beschrieben werden. Im letzteren Fall werde ich evtl. den Beitrag in ein neues Thema kopieren und hier darauf verweisen, dass weitere Diskussionen in diesem neuen Thema geführt werden sollten.
Es geht mir dabei nicht darum, einfache Schreibfehler oder sofort offensichtliche Fehler, die die eigene Forschung nicht erschweren oder evtl. in eine falsche Richtung lenken, zu melden. Auch ist bekannt, dass Altersangaben in Sterbeeinträgen oder Volkszählungen oft mehrere Jahre vom tatsächlichen Alter abweichen.
Hier vorgestellt werden sollten Fehler, die die Forschung stark behindern oder in eine falsche Richtung führen können. Wenn jemand also auf einen solchen, gewichtigen Fehler stösst, freue ich mich über einen entsprechenden Beitrag.
Organisatorischer Hinweis: Ich sehe zwei Vorgehensweisen:
1) Der Fehler wird in einem anderen (z.B. familienspezifischen) Thema schon beschrieben. Dann sollte hier der Fehler nur kurz zusammengefasst und auf die ausführlichere Beschreibung verlinkt werden.
2) Der Fehler wird nicht in einem anderen Thema behandelt. Dann kann ein entsprechendes Thema neu erstellt - oder der Fehler hier als "Antwort" ausführlich beschrieben werden. Im letzteren Fall werde ich evtl. den Beitrag in ein neues Thema kopieren und hier darauf verweisen, dass weitere Diskussionen in diesem neuen Thema geführt werden sollten.
Wolf Seelentag, St.Gallen
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
-
Wolf
- Moderator
- Beiträge: 10586
- Registriert: Sa 21. Mai 2005, 17:05
- Geschlecht: Männlich
- Wohnort: St.Gallen, Schweiz
Federer von Berneck: falsche Zuordnungen im Familienbuch
Im Familienbuch-Blatt des Joannes Jacobus Federer (?-1821) werden mehrfach Daten, Ehefrau und Kinder falsch zugeordnet.
Weitere Diskussionen zur Familie bitte unter Federer von Berneck SG führen.
Weitere Diskussionen zur Familie bitte unter Federer von Berneck SG führen.
Wolf Seelentag, St.Gallen
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
-
Wolf
- Moderator
- Beiträge: 10586
- Registriert: Sa 21. Mai 2005, 17:05
- Geschlecht: Männlich
- Wohnort: St.Gallen, Schweiz
Rohner von Heiden: Leonhard oder Bernhard?
Zusammenfassung der Diskussion unter Rohner von Heiden AR:
Bernhard ("Bernet") Rohner wird am 20.03.1743 als Sohn des Rüody und der Elßbeth Lüzin getauft. Am 06.07.1773 heiratet er unter dem Namen Bernhard Rohner die Anna Höchner.
Als Witwer heiratet er erneut am 19.07.1776 - ursprünglich als Leonhard Rohner, Witwer der Anna Hörlerin. Diese Fehler werden später mit Bleistift korrigiert. Bei der Taufe des Sohnes Johannes am 10.08.1777 wird er (als Vater) als Leonhard genannt (hier nicht korrigiert).
Bei der Taufe des 2. Sohnes Bernhard am 16.03.1782 wird er wieder korrekt als Bernhard geführt.
Weitere Diskussionen zur Familie bitte unter Rohner von Heiden AR führen.
Bernhard ("Bernet") Rohner wird am 20.03.1743 als Sohn des Rüody und der Elßbeth Lüzin getauft. Am 06.07.1773 heiratet er unter dem Namen Bernhard Rohner die Anna Höchner.
Als Witwer heiratet er erneut am 19.07.1776 - ursprünglich als Leonhard Rohner, Witwer der Anna Hörlerin. Diese Fehler werden später mit Bleistift korrigiert. Bei der Taufe des Sohnes Johannes am 10.08.1777 wird er (als Vater) als Leonhard genannt (hier nicht korrigiert).
Bei der Taufe des 2. Sohnes Bernhard am 16.03.1782 wird er wieder korrekt als Bernhard geführt.
Weitere Diskussionen zur Familie bitte unter Rohner von Heiden AR führen.
Wolf Seelentag, St.Gallen
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
-
Wolf
- Moderator
- Beiträge: 10586
- Registriert: Sa 21. Mai 2005, 17:05
- Geschlecht: Männlich
- Wohnort: St.Gallen, Schweiz
Aus Schori wird Schöni
Joseph Wenger von Längenbühl BE (KG Amsoldingen) und seine Ehefrau Elisabeth Schori von Seedorf BE lassen in Meikirch zwei Kinder taufen. Beide Taufen werden auch im Amsoldingen vermerkt - aber hier wird der Name der Mutter falsch mit Elisabeth Schöni angegeben. Details siehe unter Aus Schori wird Schöni.
Weitere Diskussionen zur Familie bitte unter Schori von Seedorf führen.
Weitere Diskussionen zur Familie bitte unter Schori von Seedorf führen.
Wolf Seelentag, St.Gallen
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
-
Wolf
- Moderator
- Beiträge: 10586
- Registriert: Sa 21. Mai 2005, 17:05
- Geschlecht: Männlich
- Wohnort: St.Gallen, Schweiz
Reaktionen auf der Mailingliste SGFF-L
Wilhelm Kemendics schrieb am 05.04.2023 über SGFF-L:
Ludwig Scheidegger schrieb am 05.04.2023 über SGFF-L:In vielen Fällen sind die Schreibweisen im Lauf der Jahre und der örtlichen Gegebenheiten verändert bzw. angepasst worden. So habe ich oft Helena und Magdalena gefunden, wo es sich heraus kristallisiert hat, daß die Frau im Umgang wohl nur als "die Leni" bekannt war.
goetzturgi schrieb am 05.04.2023 über SGFF-L:Das ist eine sehr interessante Frage. Ich habe die Kirchenbücher der Stadt Zürich (https://www.stadt-zuerich.ch/prd/de/ind ... echer.html) während vielen Monaten akribisch durchsucht. Ich war der Überzeugung, dass die Kirchenbücher die sicherste Quelle darstellen. Nach drei Jahren Arbeit komme ich zum Schluss, dass darin mehr Fehler enthalten sind, als dass man annehmen würde. Um auf die Frage zu kommen, ich tippe auf grösser 90%. Tröstlich dabei ist, dass sie stimmiger sind als die darauf aufbauenden Register wie z.B. Hofmeister, Holzhalb oder Karl Keller-Escher.
Max Künzle schrieb am 06.04.2023 über SGFF-L:Tatsächlich stimmen nicht alle Einträge in den Kirchenbüchern, aber mehrheitlich stimmen sie schon. Das Verhältnis der bis jetzt gültigen zu den erfassten Datensätzen in meiner DB liegt bei 98%.
Einen falschen Eintrag habe ich aus dem Kirchenbuch Pitasch, wo der Pfarrer die Geburt eines Kindes einem anderen Ehepaar zuschrieb. Aber dies konnte ich klären, durch weitere falsche Eintragungen.
Viele sogenannt falsche Eintragungen hat es im Kirchenbuch von Ardez, wenn man aber lange abklärt, merkt man dass es nicht falsch ist sondern verwirrend. So heiratete in Ardez 1805 Peider Schop Claglüna Uorschla Duschen, dann starb Peider Schop Claglüna. 1821 heiratete Andreja Mengiarda Uorschla Vonzun Nuder. Im Familienregister unter Peider Schop Claglüna steht bei der Frau Ursula Duschen II in den Bemerkungen And. Mengiarda. Andreja Mengiarda ist aber mit Uorschla Vonzun Nuder verheiratet. Als dann 1861 ein Enkel des Peider Schop Claglüna auf die Welt kam steht als Grossmutter Uorsch Vonzun Nuder und nicht Ursula Duschen. Viele Fehler hat es diesbezüglich im Kirchenbuch von Ilanz. Kannte der Priester den Geschlechtsnamen nicht, schrieb er nur den Vornamen des Vaters und die Herkunft z.B. Jon da Riein oder Christ da Ladir usw.
Zurück nochmals zu Pitasch. In diesem Fall handelt es sich um den Namen Kion. Dieser Name wurde von den verschiedenen Pfarrer einmal Kion, Gion, Cajon und im Engadin Cajock geschrieben, heute heissen alle Cajochen.
Markus Muheim schrieb am 06.04.2023 über SGFF-L:Bei den Kirchenbüchern von Gais AR würde ich sagen, dass die Fehlerquelle bei ungefähr 5 % liegen dürfte, aber in den meisten Fällen kann durch Quervergleiche die korrekte Schreibweise des Namens eruiert werden. Bei den Vornamen ist es schwieriger, der ändert manchmal von Dokument zu Dokument. Zum Teil fand ich auch falsche Datumsangaben. Auch stimmen die Angaben in den Kirchenbüchern nicht immer mit den Familienregistern überein. Aber wie gesagt ist die Fehlerquelle relativ tief.
Wenn ich auf solche Fehler stosse mache ich immer einen Vermerk im Ortsfamilienbuch. Bei Fehlern im Familienbuch mache ich einen Vermerk direkt im Familienbuch, wovon ich dann eine Kopie dem Staatsarchiv übergebe.
Was ich noch relativ viel feststelle, sind falsche Geburts-/Taufdaten im Todesregister und zum Teil auch bei den Eltern zum Beginn der Familienregister. Diese Fehler kommen davon, wenn ein Kind stirbt, wird dem nächstgeborenen Kind gleichen Geschlechts der Name des Verstorbenen gegeben. Dann verwendet der Pfarrer vielfach das Geburtsdatum des Erstgeborenen.
Die Vermesser lernen in der Fehlertheorie, dass eine Messung keine Messung ist. Das bedeutet, dass die Zuverlässigkeit nur durch zwei unabhängige Messungen sicher gestellt wird. Dies lässt sich natürlich nicht auf die Familienforschung übertragen, weil die Ereignisse in der Regel nur einmal erfasst wurden. Wir müssen uns aber bewusst sein, dass Irren menschlich ist und allfällige Fehler auch einem Pfarrer passieren können. Trotzdem müssen wir den Verfassern der Pfarrbücher vertrauen, solange wir nicht Unstimmigkeiten zwischen verschiedenen Angaben feststellen. So kann die Frage nach der Zuverlässigkeit kaum objektiv beantwortet werden.
In der Regel gehen wir davon aus, dass wir uns auf die Primärquellen (wie die Pfarrbücher) abstützen sollten. Ich habe aber festgestellt, dass beispielsweise das Urner Stammbuch, — das eigentlich Sekundärquelle ist und auch sehr viele Unstimmigkeiten und Fehler aufweist, — in einem Fall trotz Abweichung zum entsprechenden Pfarrbuch wohl die richtige Aussage macht. Das Pfarrbuch nennt nämlich in einem Eheeintrag ein Elternpaar des Bräutigams, das ich nirgends finden konnte. Gemäss den Angaben im Stammbuch ist nachvollziehbar, dass der Bräutigam nach dem frühen Tode seiner Mutter wahrscheinlich von seiner Grossmutter aufgezogen wurde, weshalb der Pfarrer wohl versehentlich die Grossmutter an Stelle der Mutter erwähnte.
Manchmal sind Fehler erst durch systematische Analysen feststellbar. So beobachtete ich im Kanton Uri einen Fall, bei dem der Pfarrer ab der zweiten Taufe einer Familie systematisch den Namen der Mutter falsch eintrug. Er bemerkte später wohl selber diesen Fehler und versah die zurückliegenden Taufen mit einer Korrektur. Allerdings übersah er bei der Korrekturrunde die zweite Taufe dieses Paares. Dies bemerkten auch die Ersteller des Urner Stammbuches nicht und führten dieses Elternpaar mit dem (eigentlich zweiten) Kind als eigenständige Familie auf.
http://www.hfls.ch/humo-gen/family/1/F1 ... on=I422656
Es muss festgehalten werden, dass es vom einzelnen Pfarrer abhing, wie zuverlässig die Einträge erfolgten. Es konnten viele Gründe zu Fehlern und Versäumnissen führen. So hatte ich in der Innerschweiz beobachtet, dass vor allem in grösseren Orten (Altdorf und Schwyz) die Einträge zu gewissen Zeiten sehr rudimentär und fehlerbehaftet waren. Offenbar hatten manchmal Pfarrherren für die Pfarrbuchführung zu wenig Zeit. So sind auch in verschiedenen Pfarreien immer wieder grössere Lücken bei den Einträgen festzustellen. In einem Pfarrbuch fand ich gar eine ausführliche Notiz eines neuen Pfarrers, der sich entschuldigte, dass er trotz Rückfragen bei seinem Vorgänger die Angaben zu dessen versäumten Einträgen nicht mehr ermitteln konnte.
Es ist in meinen Augen wichtig, bei der persönlichen Forschung auch auf Unstimmigkeiten in den Quellenangaben hinzuweisen. Auf der Homepage "Historisches FamilienLexikon der Schweiz" stehen bei den Angaben zum Urner Stammbuch entsprechende Bemerkungen (vgl. oben erwähntes Beispiel), soweit die Unstimmigkeiten bekannt sind.
Wolf Seelentag, St.Gallen
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
-
Wolf
- Moderator
- Beiträge: 10586
- Registriert: Sa 21. Mai 2005, 17:05
- Geschlecht: Männlich
- Wohnort: St.Gallen, Schweiz
Fehler im Totenbuch Au SG führt zu falschem Geburtsdatum in Bürgerregister
Im Beitrag Anton Joseph Köppel (1757-1838) oo 1782 Anna Maria Bösch (1762-1836) wird beschrieben, wie die Angabe eines falschen Geburtsdatums im Totenbuch zu einer Verwechslung zweier Schwestern im Bürgerregister geführt hat.
Weitere Diskussionen zur Familie bitte unter Köppel von Au SG führen.
Weitere Diskussionen zur Familie bitte unter Köppel von Au SG führen.
Wolf Seelentag, St.Gallen
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
-
Wolf
- Moderator
- Beiträge: 10586
- Registriert: Sa 21. Mai 2005, 17:05
- Geschlecht: Männlich
- Wohnort: St.Gallen, Schweiz
Bürgerregister Au SG: falsches Geburtsdatum und falsche Eltern
Weitere Diskussionen zur Familie bitte unter Weder von Au SG führen.Wolf hat geschrieben: Mi 7. Mär 2018, 13:03 Quelle: Bürgerregister Au, Band 1, Seite 83, Familie 193 [Kopie mit Korrekturen]
Eine Überprüfung der Daten im Bürgerregister hat Abweichungen von den Kirchenbucheinträgen ergeben. Am 18.09.1860 verstirbt Johannes Weder in Büchel, Ehemann der Maria Ursula Thurnherr. Laut Sterbeeintrag ist er am 24.02.1800 (nicht 1797) geboren. Laut Taufeintrag vom 24.02.1800 in Berneck sind die Eltern des Johannes der Johann Wieder(!) in Monstein und die Magdalena Federer. Am 24.02.1797 (Geburtsdatum Bürgerregister) findet sich kein entsprechender Eintrag in Berneck. Es ist deswegen davon auszugehen, dass sowohl das im Bürgerregister genannte Geburtsdatum wie die Namen der Eltern nicht korrekt sind. Im Heiratseintrag vom 01.06.1829 in Au werden leider keine Angaben gemacht, die weitere Sicherheit geben könnten.
Wolf Seelentag, St.Gallen
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
-
Wolf
- Moderator
- Beiträge: 10586
- Registriert: Sa 21. Mai 2005, 17:05
- Geschlecht: Männlich
- Wohnort: St.Gallen, Schweiz
Die katholischen Kirchenbücher von Alt St.Johann - eine Bewertung
Weitere Diskussionen zur Familie bitte unter Schlegel von Alt St.Johann SG führen.Wolf hat geschrieben: So 7. Sep 2025, 16:12[...]
Schliesslich gibt es ein "Taufbuch" genanntes Haushaltrodel mit Taufdaten ab etwa 1580 (ohne Geburtsdatum genannte Eltern werden früher geboren sein) - was auch wieder auf ein frühes verschollenes Taufbuch hinweist. Weiter sind hier Taufdaten (nach 1603) angegeben, die im ab 1603 erhaltenen Taufbuch nicht erwähnt werden: ein Hinweis auf Lücken im erhaltenen Taufbuch - oder Fehler? Leider weist diese Quelle insbesondere auch bei Filiationen Fehler auf - Beispiel.
Diese Fehler bei der oben schon beschriebenen Familie Johannes Schlegel und Regula Lingenschwiler waren teilweise im Toggenburgischen Genealogienwerk (TGW) übernommen worden, sind aber inzwischen korrigiert. Das Beispiel zeigt, dass man bei der Übernahme von Daten aus Sekundärquellen vorsichtig sein muss - nicht erst seit der Existenz von Gedcom-Datenbanken.
Wolf Seelentag, St.Gallen
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
-
bus68
- Beiträge: 109
- Registriert: Do 26. Jun 2025, 21:29
- Geschlecht: Männlich
Re: Fehler in Kirchenbüchern und Bürgerregistern
Hallo
Um Wolfs Rubrik zu unterstützen, präsentiere ich hier gerne eine kleine Anektode aus meinem dornenreichen Leben als Ahnenforscher.
Es handelt sich um den Familiennamen des Urs Reber (Meyer?) *1690 von Niederbipp.
Der Eintrag im Taufregister: (Kirchenbuch Niederbipp Band 03, S.155)
+ [bedeutet ev. früh verstorben?]
Eod. [=9.Februar 1690] ein Durs tauft
Par: Durs Räber, Elsbeth Källerhals
Zeugen: Jacob Hügi, Durs Roth, Anni Freundiger
Was mich daran stört:
- es gibt keine Heirat eines Urs Rebers mit einer Elisabeth Kellerhals
- die einzig plausible Elisabeth Kellerhals ist bereits mit einem Urs Meyer verheiratet und stirbt 1731 als dessen Witwe.
- Das Hauptproblem: es fehlt ein valabler Vater namens Urs Reber.
Nachdem ich mühselig alle Urs Rebers in den Ehe- und Taufregister zusammengeklaubt habe, bleibt immer das Fazit, dass es so nicht passt. Irgendein Urs Reber ist immer zuviel.
Mögliche Erklärungen:
1) Das Elternpaar war auf der Durchreise und machte in Niederbipp lediglich einen kurzen Halt, um ein Kind zu taufen. Leider grundsätzlich nicht ausschliessbar, aber eher unwahrscheinlich.
2) Es handelt sich um ein uneheliches Kind.
- Es gibt im Taufregister keinen Hinweis auf ein uneheliches Kind. Einige Seiten vorher gibt es Beispiele dafür, die deutlich markiert sind (Text um 90 Grad gedreht).
- Es gibt zwar einen potentiellen Vater mit passenden Daten, aber dieser hat am 27.10.1689 schon eine Sohn getauft, der ebenfalls Urs Reber heisst. Das wäre doch ziemlich vorwitzig, dem Pfarrer innerhalb von kaum drei Monaten zwei Urs Rebers mit unterschiedlichen Müttern als Täuflinge zu präsentieren
.
3) Es handelt sich um einen Fehler. Der letzte Ausweg für ratlose Ahnenforscher.
Die Lösung(?):
Ersetzt man den Familiennamen des Vaters durch "Meyer", ergibt plötzlich alles Sinn, und die Probleme lösen sich in Luft aus.
Fazit: Der Pfarrer ist mit der Maus abgerutscht und hat "Reber" statt "Meyer" geschrieben.
Liebe Grüsse
bus68
Um Wolfs Rubrik zu unterstützen, präsentiere ich hier gerne eine kleine Anektode aus meinem dornenreichen Leben als Ahnenforscher.
Es handelt sich um den Familiennamen des Urs Reber (Meyer?) *1690 von Niederbipp.
Der Eintrag im Taufregister: (Kirchenbuch Niederbipp Band 03, S.155)
+ [bedeutet ev. früh verstorben?]
Eod. [=9.Februar 1690] ein Durs tauft
Par: Durs Räber, Elsbeth Källerhals
Zeugen: Jacob Hügi, Durs Roth, Anni Freundiger
Was mich daran stört:
- es gibt keine Heirat eines Urs Rebers mit einer Elisabeth Kellerhals
- die einzig plausible Elisabeth Kellerhals ist bereits mit einem Urs Meyer verheiratet und stirbt 1731 als dessen Witwe.
- Das Hauptproblem: es fehlt ein valabler Vater namens Urs Reber.
Nachdem ich mühselig alle Urs Rebers in den Ehe- und Taufregister zusammengeklaubt habe, bleibt immer das Fazit, dass es so nicht passt. Irgendein Urs Reber ist immer zuviel.
Mögliche Erklärungen:
1) Das Elternpaar war auf der Durchreise und machte in Niederbipp lediglich einen kurzen Halt, um ein Kind zu taufen. Leider grundsätzlich nicht ausschliessbar, aber eher unwahrscheinlich.
2) Es handelt sich um ein uneheliches Kind.
- Es gibt im Taufregister keinen Hinweis auf ein uneheliches Kind. Einige Seiten vorher gibt es Beispiele dafür, die deutlich markiert sind (Text um 90 Grad gedreht).
- Es gibt zwar einen potentiellen Vater mit passenden Daten, aber dieser hat am 27.10.1689 schon eine Sohn getauft, der ebenfalls Urs Reber heisst. Das wäre doch ziemlich vorwitzig, dem Pfarrer innerhalb von kaum drei Monaten zwei Urs Rebers mit unterschiedlichen Müttern als Täuflinge zu präsentieren
3) Es handelt sich um einen Fehler. Der letzte Ausweg für ratlose Ahnenforscher.
Die Lösung(?):
Ersetzt man den Familiennamen des Vaters durch "Meyer", ergibt plötzlich alles Sinn, und die Probleme lösen sich in Luft aus.
Fazit: Der Pfarrer ist mit der Maus abgerutscht und hat "Reber" statt "Meyer" geschrieben.
Liebe Grüsse
bus68
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

