Wanderbuch von Gesellen

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Hortulana
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Wanderbuch von Gesellen

Beitrag von Hortulana » Fr 9. Mai 2008, 11:46

Hallo zusammen

Wer kennt sich aus mit dem Thema Wanderbücher von Gesellen?

Konkret bin ich in den Gemeinderatsprotokollen von Iffwil auf den Hinweis gestossen, dass ev. mein potentieller Vorfahre um ein Leumundszeugnis angefragt hatte, um ein Wanderbuch zu erlangen.

Wie genau sehen solche Wanderbücher aus? Unter welchen Vorlagen wurden sie ausgestellt? Wer hat sie ausgestellt? Gibt es irgendwelche Register, in denen alle Gesellen (konkret die Schneidergesellen) eingetragen wurden?

Gruss


P.S.: Ich fand bereits einen Hinweis auf das Archiv Mohren in der Burgerbibliothek Bern, wo offensichtlich eine Kontrolle der durchgereisten und besteuerten Schneidergesellen (1825–1894) zu finden ist.

Für mich interessant sind übrigens die Jahre 1839-1850


Hortulana

amslehan01
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Wanderbuch von Gesellen

Beitrag von amslehan01 » Fr 9. Mai 2008, 13:48

Schau mal hier nach

http://de.wikipedia.org/wiki/Wanderjahr ... und_Brauch

Grüsse aus Zug
- Editiert von Wolf am 09.05.2008, 23:36 -



Hortulana
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Wanderbuch von Gesellen

Beitrag von Hortulana » Fr 9. Mai 2008, 15:58

Danke für den Hinweis...

Dann fehlen mir also nur noch Angaben dazu, wo ich Akten zu Aufnahmegesuchen, Anfragen für Wanderbücher sowie Registern aller Schneidergesellen (Kanton Bern) finde.


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henryjoon
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Wanderbuch von Gesellen

Beitrag von henryjoon » So 11. Mai 2008, 17:41

Guten Abend,
ich habe eine Kopie des Wanderbuches meines Urgrossvaters (1833 - 1900); er war von 1855 - 1860 auf der "Walz". Aus dem Oberthurgau über Mosnang, Oberuzwil, Zofingen, Basel, nach Norden bis Kopenhagen dann zurück nach Deuschland und nach Osten bis Breslau (Wroclaw), anschliessend nach Süden bis Wien.

Das Wanderbuch wurde vom lokalen Statthalter ausgestellt und von den kantonalen Behörden bestätigt. Es enthält eine Beschreibung der Person (natürlich ohne Foto) und bestätigt, dass der Geselle sich über Ausbildung und Herkunft auswies, die Vorschriften, die der Geselle zu beachten hatte sind aufgeführt. Von jedem Ort, wo der Geselle arbeitete gab es einen Eintrag (Hat hier 13 Wochen zur Zufriedenheit der Meister gearbeitet. Zieht weiter) am Ende des Aufenthaltes. Fand er keine Arbeit und hatte kein Geld mehr, so heisst es auch öfters "hat Reisegeld, zieht weiter".

Interessant ist u.a. dass die Kontrollen in Deutschland viel häufiger waren als in der Schweiz oder Oesterreich. In Deutschland enthält das Wanderbuch manchmal zwei Einträge pro Tag, in Oessterreich zwei in einem Monat. Der Geselle (zumindst in Deutschland) hatte anzugeben wohin er wollte und erhielt dann eine Frist das Ziel zu erreichen (Berlin: in sieben Tagen bis Magdeburg). Allerdings wich mein Urgrossvater auch von Ziel ab.



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Wanderbuch von Gesellen

Beitrag von Hortulana » So 11. Mai 2008, 18:41

Hallo

Leider kann ich davon, das Wanderbuch meines potentiellen Ur-Ur-Urgrossvaters (1817-1851) jemals zu Gesicht zu bekommen, nur träumen. Ich denke nicht, dass es noch existiert. Aber ich hoffe trotzdem irgendwelche Informationen durch die Gemeinschaft der Schneider (Zunft Mohren) zu finden.

Gruss


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