In den letzten Jahren habe ich mich intensiv mit den im Kanton Thurgau verbürgerten Bischof Familien, aber insbesondere mit denen meiner Heimatgemeinde Stettfurt TG, befasst. Im fürstenbergischen Lehenbuch sind bereits 1540 als Handlehenleute ein Conrad und ein Hans Bischof in Stettfurt erwähnt. Im ersten Bevölkerungsverzeichnis der reformierten Kirchgemeinde Wängi, zu der Stettfurt damals gehörte, sind schon 1634 sechs Bischof-Familien mit 17 Kindern verzeichnet. Somit gilt die Familie Bischof in Stettfurt als alteingesessene Familie.
Meine Nachforschungen in den Kirchenbüchern und Zivilstandsregistern haben eine grosse Anzahl von Vorfahren und heute noch lebenden Nachkommen zu Tage gebracht. So konnten insgesamt 629 Personen und 240 Eheschliessungen (inkl. Tochter-Ehen) erfasst und in einem Buch publiziert werden.
Die Publikation
"440 Jahre Familiengeschichte der Bischof von Stettfurt TG von 1566 bis 2006" mit 28 Stammtafeln steht in der Kantonsbibliothek Frauenfeld, der Kantonsbibliothek Vadiana in St. Gallen und in der SGFF-Bibliothek in Bern zur Verfügung.
Namensdeutung
Manche Familiennamen sind Übernahmen, die man sich nicht selbst gegeben hat, sondern von dem lieben Nächsten wohl oder übel annehmen musste. Wenn ein Bauer den Titel eines hohen Herrn hat, wie z.B. König, Herzog, Graf oder Bischof, so wird der so Benannte sicher den Namen nicht selber erfunden haben. Man vermutet, dass diese Namen durch die Fastnachtsspiele entstanden sind, wo ein biederer Bürger in einer derartig hohen Rolle auftrat und den Titel dann für immer als Übernamen behielt.
Schreibweise
Die Doppel-ff Schreibweise ist bei den Stettfurter Bischof-Familien mit wenigen Ausnahmen, bis zur Einführung des eidgenössischen Zivilstandsregisters im Jahre 1876, grossmehrheitlich die Regel gewesen. Mit der neuen Registerführung wurde im Kanton Thurgau, ausser im Bezirk Weinfelden, die amtlich verbindliche Schreibweise mit einem f festgelegt und auch durchgesetzt.
Familienwappen
Unsere Landbevölkerung im Thurgau war bis Ende des 18. Jahrhunderts leibeigen und untertan. Wie hätte sie unter solchen Umständen Siegel und Wappen, die Vorrechte der regierenden Stände und des ritterlichen Adels, führen dürfen? Es ist nicht bekannt, und es besteht keine Gewissheit, ob die Familie Bischof von Stettfurt je einmal ein Siegel geführt, eine Wappenscheibe besessen, oder an einer "öffentlichen Stätte" Recht gesprochen hat. Aus diesem Grunde ist auch kein eigenes, uns zu Recht zustehendes Familienwappen im Staatsarchiv oder in einem privaten Familienbesitz zu finden. Ich habe mich deshalb für eine Neuschöpfung entschieden.
Die Blasonierung lautet:
Auf rotem Schild ein goldener Dreiberg. Darauf das kreuzähnliche Hauszeichen der Familie Bischof in Silber, welches aus einem Urkundensiegel von 1501 abgeleitet wird, entnommen aus dem Nachtrag im Thurgauer Wappenbuch. Die Tinkturen entsprechen dem Gemeindewappen von Stettfurt TG. Das Wappen ist eine Neuschöpfung, gezeichnet von Ernst Schlappritzi in Arbon.
Weitere Thurgauer Bischof-Bürgerorte
Thundorf (seit 1808) - ein Zweig der Bischoflinie von Stettfurt
Amriswil (seit vor 1634)
Dünnershaus heute Langrickenbach seit vor ??
Hohentannen (seit vor 1634)
Bischoff (Doppel ff)
Birwinken (seit vor 1634)
Mattwil (seit 1690) - ein Zweig der Bischoflinie von Birwinken
Weinfelden (seit vor 1634)
Bischof von Thundorf TG
Der Stettfurter Bürger Jakob Bischof (1785-1863) hat sich 1808 in Thundorf eingebügert und dabei auf das ursprüngliche Stettfurter Bürgerrecht verzichtet. Dieser Familienzweig wird zur Zeit aktuell bearbeitet.
Adam Bischof, Frauenfeld

