Alter im Kanton Solothurn
Moderator: Wolf
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Irmel
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Alter im Kanton Solothurn
Im KB Hochhausen /Tauber findet sich die Ehematrikel:
Hans Eberwein, Martin Eberweins des Gerichts ehelicher Sohn mit
Apolonia Hanns Alten (Alter) zu Waldstetten, Schuster, eheliche Dochter intronisiert den 6. August Anno 1669
Ich habe Anlaß anzunehmen, daß es sich hier um Waldstetten bei Solothurn handelt, da auf dem Originalwappen meiner Großmutterfamilie ALTER, von dem leider nur noch eine Kopie aus den 60er Jahren existiert, die handschriftl. Notiz: "Eine Sippe aus der Schweiz" stand. Das Wappen zeigt drei silberne Ringe im Dreieck geordnet auf rotem Schild.
Gestern entdeckte ich zufällig ein bis auf die Farbe (hier nämliches blaues Schild) identisches Wappen auf einem Epitaph in der Peterskirche in Heidelberg mit dem darüber angebrachten Namenszug FRIDAU.
Meine Recherchen ergaben, daß die Herrschaft Fridau, im Buchsgau gelegen, nach der Zerstörung des gleichnamigen Städtchens in den Herrschaften Bern und Solothurn aufgegangen sei.
Ist Waldstetten identisch mit Kanton Waldstetten? Welche Ortschaften gehören dazu? Existieren noch KB vor 1655 und wo?
Obgemeldert Hanns Alt (später meist Alter genannt) erscheint in Hochhausen zusammen mit seiner Frau Apolonia, den Söhnen Hans Jacob und Hans Michel, die dort beide 1654 katholisch gefirmt werden und den Töchtern Apolonia und Eva, beide 1660 gefirmt. Hans Adam wird 1655, Anna barbara 1662 in Hochhausen geboren.
Wer kann mir weiterhelfen?
Hans Eberwein, Martin Eberweins des Gerichts ehelicher Sohn mit
Apolonia Hanns Alten (Alter) zu Waldstetten, Schuster, eheliche Dochter intronisiert den 6. August Anno 1669
Ich habe Anlaß anzunehmen, daß es sich hier um Waldstetten bei Solothurn handelt, da auf dem Originalwappen meiner Großmutterfamilie ALTER, von dem leider nur noch eine Kopie aus den 60er Jahren existiert, die handschriftl. Notiz: "Eine Sippe aus der Schweiz" stand. Das Wappen zeigt drei silberne Ringe im Dreieck geordnet auf rotem Schild.
Gestern entdeckte ich zufällig ein bis auf die Farbe (hier nämliches blaues Schild) identisches Wappen auf einem Epitaph in der Peterskirche in Heidelberg mit dem darüber angebrachten Namenszug FRIDAU.
Meine Recherchen ergaben, daß die Herrschaft Fridau, im Buchsgau gelegen, nach der Zerstörung des gleichnamigen Städtchens in den Herrschaften Bern und Solothurn aufgegangen sei.
Ist Waldstetten identisch mit Kanton Waldstetten? Welche Ortschaften gehören dazu? Existieren noch KB vor 1655 und wo?
Obgemeldert Hanns Alt (später meist Alter genannt) erscheint in Hochhausen zusammen mit seiner Frau Apolonia, den Söhnen Hans Jacob und Hans Michel, die dort beide 1654 katholisch gefirmt werden und den Töchtern Apolonia und Eva, beide 1660 gefirmt. Hans Adam wird 1655, Anna barbara 1662 in Hochhausen geboren.
Wer kann mir weiterhelfen?
Zuletzt geändert von Wolf am Mo 30. Jan 2012, 22:47, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: urspr. Titel: ALTER- Waldstetten
Grund: urspr. Titel: ALTER- Waldstetten
Liebe Grüße
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Peter.D
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Re: ALTER- Waldstetten
Hallo Irmel
Die Familie Alder aus Waldstatt im Kanton Appenzell-Ausserrhoden würde auch passen - allerdings waren die zu der Zeit vermutlich protestantisch. Immerhin wären dort die Kirchenbücher ab 1643 vorhanden, bei den Mormonen auch auf Film.
Peter
Die Familie Alder aus Waldstatt im Kanton Appenzell-Ausserrhoden würde auch passen - allerdings waren die zu der Zeit vermutlich protestantisch. Immerhin wären dort die Kirchenbücher ab 1643 vorhanden, bei den Mormonen auch auf Film.
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Wolf
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Re: Alter im Kanton Solothurn
Ein Waldstetten bei Solothurn finde ich nirgends - aber Alter sind tatsächlich alte (seit vor 1800) Geschlechter im Kanton Solothurn:
- Büren
- Büsserach [inzwischen erloschen]
- Nunningen
Die Waldstätte sind ein Synonym für die Urschweiz - und kommen hier wohl weniger in Betracht.
- Büren
- Büsserach [inzwischen erloschen]
- Nunningen
Die Waldstätte sind ein Synonym für die Urschweiz - und kommen hier wohl weniger in Betracht.
Wolf Seelentag, St.Gallen
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
Eingesetzte Software: Ahnenforscher
Mitglied der Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft Ostschweiz (GHGO) - https://www.ghgo.ch/
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Irmel
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Re: Alter im Kanton Solothurn
Vielen Dank Peter und Wolf für die schnelle Antwort.
Gehörten Büren, Büssingen und Nunningen zum Bistum Basel und waren um 1646 noch katholisch?
Sind all die KB der genannten Orte im STA Solothurn einsehbar?
Gehörten Büren, Büssingen und Nunningen zum Bistum Basel und waren um 1646 noch katholisch?
Sind all die KB der genannten Orte im STA Solothurn einsehbar?
Liebe Grüße
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Peter.D
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Re: Alter im Kanton Solothurn
Ja, die Gemeinden Büren, Büsserach und Nunningen gehörten zum Bistum Basel und waren sicher katholisch. Im Staatsarchiv Solothurn befinden sich Kopien aller Kirchenbücher.
Allerdings lag dieses Gebiet nicht im ehemaligen Amt Fridau, das ohnehin viel früher aufgelöst wurde.
Bist du sicher, dass es sich um ein wirklich altes Familienwappen handelt? Viele bürgerliche Familien haben ihre Wappen erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh. entwerfen lassen.
Peter
Allerdings lag dieses Gebiet nicht im ehemaligen Amt Fridau, das ohnehin viel früher aufgelöst wurde.
Bist du sicher, dass es sich um ein wirklich altes Familienwappen handelt? Viele bürgerliche Familien haben ihre Wappen erst in der zweiten Hälfte des 19. Jh. entwerfen lassen.
Peter
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Irmel
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Re: Alter im Kanton Solothurn
Hallo Peter,
ab der 4. Einwanderergeneration stellten die Alter die Verwalter des großen Hofgutes, welches die Kathause Grünau in Hochhausen unterhielt, bis es drei Generat. später an Schwiegersöhne überging. Mit 143 Morgen Äcker, 35 M Wiesen, 3/4 M Wein und 3/4 M Garten war es der einträglichste Hof der Kathause, deren Nachfolger das Kloster Bronnbach war.
Von gewissem Selbstbewußtsein zeugt ein 5-jähriger Rechtsstreit von 1760-65, den Johann Alter mit dem Grafen von Wertheim ausfocht.
Möglichweise hatte man sich damals das Wappen zugelegt und in Erinnerung an die alte Heimat die drei Silberringe übernommen, allerdings nicht mehr auf blauem Grund, sondern weiß auf rot, ebenso wie das Wappen der neuen fränkischen Heimat.
Ich habe mich schon gefragt, ob die Alter aus Waldstatt/ Appenzell vielleicht aus Glaubensgründen hätten ausgewandert sein können? Es gab nämlich oft auch Angehörige anderer Glaubenszugehörigkeit in sonst rein kath. oder evang. Gemeinden, denen dann allerdings die vollen Bürgerrechte vorenthalten wurden und nur Bei- oder Hintersassen waren. Dies war auch bei den Schwiegereltern des o. g. Johann der Fall, weshalb sich der Rechtstreit entwickelte, weil es nicht klar war, ob der evang. Landesherr, die Steuern auf den Wein des verstorbenen katholischen Beisassen einstreichen durfte oder der kath. Burgvogt der Herrschaft, zu dessen Gebiet der Schwiegersohn gehörte, der den Wein in seinem Hof ausgebaut hatte.
Wie dem auch sei, das Wappen muß älter sein als aus der Mitte des 19.Jahrh., denn zu diesem Zeitpunkt mußten die Alter, wie soviele andere im Badischen auch, alle Privilegien eines Erbpachthofes aufgeben, da sie den nötigen Beweis der Privilegien mittels Confideiakte nicht binnen 14 Tagen liefern konnten. So mußte der eigene Hof vom badischen Staat, der ja der Rechtsnachfolger der kath. Kirche war, zurückgekauft werden, was nur mittels eines horrenten Kredits und Schleuderverkauf einer Hofhälfte möglich war. Folge: Auswanderung nach Amerika. Also ab 1828 wäre kein Grund mehr gewesen, sich ein Wappen zuzulegen.
ab der 4. Einwanderergeneration stellten die Alter die Verwalter des großen Hofgutes, welches die Kathause Grünau in Hochhausen unterhielt, bis es drei Generat. später an Schwiegersöhne überging. Mit 143 Morgen Äcker, 35 M Wiesen, 3/4 M Wein und 3/4 M Garten war es der einträglichste Hof der Kathause, deren Nachfolger das Kloster Bronnbach war.
Von gewissem Selbstbewußtsein zeugt ein 5-jähriger Rechtsstreit von 1760-65, den Johann Alter mit dem Grafen von Wertheim ausfocht.
Möglichweise hatte man sich damals das Wappen zugelegt und in Erinnerung an die alte Heimat die drei Silberringe übernommen, allerdings nicht mehr auf blauem Grund, sondern weiß auf rot, ebenso wie das Wappen der neuen fränkischen Heimat.
Ich habe mich schon gefragt, ob die Alter aus Waldstatt/ Appenzell vielleicht aus Glaubensgründen hätten ausgewandert sein können? Es gab nämlich oft auch Angehörige anderer Glaubenszugehörigkeit in sonst rein kath. oder evang. Gemeinden, denen dann allerdings die vollen Bürgerrechte vorenthalten wurden und nur Bei- oder Hintersassen waren. Dies war auch bei den Schwiegereltern des o. g. Johann der Fall, weshalb sich der Rechtstreit entwickelte, weil es nicht klar war, ob der evang. Landesherr, die Steuern auf den Wein des verstorbenen katholischen Beisassen einstreichen durfte oder der kath. Burgvogt der Herrschaft, zu dessen Gebiet der Schwiegersohn gehörte, der den Wein in seinem Hof ausgebaut hatte.
Wie dem auch sei, das Wappen muß älter sein als aus der Mitte des 19.Jahrh., denn zu diesem Zeitpunkt mußten die Alter, wie soviele andere im Badischen auch, alle Privilegien eines Erbpachthofes aufgeben, da sie den nötigen Beweis der Privilegien mittels Confideiakte nicht binnen 14 Tagen liefern konnten. So mußte der eigene Hof vom badischen Staat, der ja der Rechtsnachfolger der kath. Kirche war, zurückgekauft werden, was nur mittels eines horrenten Kredits und Schleuderverkauf einer Hofhälfte möglich war. Folge: Auswanderung nach Amerika. Also ab 1828 wäre kein Grund mehr gewesen, sich ein Wappen zuzulegen.
Liebe Grüße
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Peter.D
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- Registriert: Sa 27. Feb 2010, 17:53
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Re: Alter im Kanton Solothurn
Solche Glaubenswechsel habe ich mehrfach festgestellt, insbesondere im Elsass. Bei dieser Ausgangslage wird dir wohl nichts anderes übrig bleiben, als die Taufregister all der genannten Gemeinden durchzusehen. Leider haben nach dem 30-jährigen Krieg die Pfarrer vieler Gemeinden im Elsass und in Deutschland die Herkunft in den Kirchenbüchern nicht festgehalten, was die weitere Forschung in vielen Fällen schlicht verunmöglicht.
Peter
Peter
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