Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
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claudius
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Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Hallo zusammen
Bin auf der Suche nach Reiseberichten vom Saargebiet nach Le Havre.
Der Bruder meines Vorfahren emigrierte 1854 nach Nord Amerika.
Wie kamen die Auswanderer 1854 vom Saargebiet nach Le Havre?
Reisten sie damals auf eigene Faust, also in Eigenregie, oder waren diese Reisen organisiert durch „Reisebüros“, vielleicht so wie heute?
Kann mir jemand einen Rat geben, wo solche Berichte online Nachzulesen sind.
Bin an allen Hinweisen sehr interessiert!
Bin auf der Suche nach Reiseberichten vom Saargebiet nach Le Havre.
Der Bruder meines Vorfahren emigrierte 1854 nach Nord Amerika.
Wie kamen die Auswanderer 1854 vom Saargebiet nach Le Havre?
Reisten sie damals auf eigene Faust, also in Eigenregie, oder waren diese Reisen organisiert durch „Reisebüros“, vielleicht so wie heute?
Kann mir jemand einen Rat geben, wo solche Berichte online Nachzulesen sind.
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Gruß Claudius
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elias
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Hallo Claudius Reisebüros geb es damals noch nicht. die Ausreisewilligen mußten sich auf eine beschwerliche Reise zum Ausgangshafen machen. Dabei kam wohl schon ein Teil der Auswanderer ums Leben bzw brach das Ganze ab.
Deshalb wanderten meist mehrere Familien zusammen aus. Dann konnte man sich gegenseitig helfen.
Auf den Schiffen sah es so aus
Die Segelschiffe, mit denen die Menschen der ersten Auswanderungswellen Anfang des 19. Jahrhunderts bis etwa 1880 Deutschland verließen - meist in Richtung Süd- und Nordamerika - waren eigentlich Frachtschiffe. In ihren Zwischendecks wurden Waren von Amerika nach Europa gebracht. Auf dem Rückweg war der Platz frei - Auswanderer waren für die Reedereien also ein willkommenes Zusatzgeschäft. Die Auswanderer mussten als "Fracht" mehrere Wochen dicht gedrängt, oft ohne Tageslicht und Frischluft, unter Deck bleiben.
Die hygienischen Verhältnisse verursachten schwere Krankheiten wie Typhus und Mundfäule. Die Verpflegung mussten sich die Leute selbst mitbringen - doch wenn die Fahrt statt sechs Wochen zehn dauerte, verhungerten die Passagiere. Nur rund 50 Prozent überlebten diese Tortur. Da viele Auswanderer die Überfahrt nicht bezahlen konnten, ließen sie sich anwerben und verpflichteten sich, für den neuen Arbeitgeber in Übersee mehrere Jahre nur für Kost und Logis zu arbeiten. Wenn sie "entlassen" wurden, bekamen sie vom Dienstherren oft ein Stück Land dazu, das sie bewirtschaften konnten.
dazu auch folgendes
http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2011 ... swanderung
Deshalb wanderten meist mehrere Familien zusammen aus. Dann konnte man sich gegenseitig helfen.
Auf den Schiffen sah es so aus
Die Segelschiffe, mit denen die Menschen der ersten Auswanderungswellen Anfang des 19. Jahrhunderts bis etwa 1880 Deutschland verließen - meist in Richtung Süd- und Nordamerika - waren eigentlich Frachtschiffe. In ihren Zwischendecks wurden Waren von Amerika nach Europa gebracht. Auf dem Rückweg war der Platz frei - Auswanderer waren für die Reedereien also ein willkommenes Zusatzgeschäft. Die Auswanderer mussten als "Fracht" mehrere Wochen dicht gedrängt, oft ohne Tageslicht und Frischluft, unter Deck bleiben.
Die hygienischen Verhältnisse verursachten schwere Krankheiten wie Typhus und Mundfäule. Die Verpflegung mussten sich die Leute selbst mitbringen - doch wenn die Fahrt statt sechs Wochen zehn dauerte, verhungerten die Passagiere. Nur rund 50 Prozent überlebten diese Tortur. Da viele Auswanderer die Überfahrt nicht bezahlen konnten, ließen sie sich anwerben und verpflichteten sich, für den neuen Arbeitgeber in Übersee mehrere Jahre nur für Kost und Logis zu arbeiten. Wenn sie "entlassen" wurden, bekamen sie vom Dienstherren oft ein Stück Land dazu, das sie bewirtschaften konnten.
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claudius
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Hallo Volker
Danke für die schnelle und ausführliche Antwort.
Ich habe bei meinen Recherchen über die Emigration nach Nordamerika auch über Agenturen erfahren, die solche Auswanderungen in besagten Jahren organisierten.
Aber ich vermute mal, dass diese nur für Bessergestellte in Frage kamen, die sich diese Dienste leisten konnten.
Und sicherlich hast du damit Recht, das sich die eher ärmlichen Ausreisewilligen allein auf den beschwerlichen Weg zum Ausgangshafen machen mussten.
Und eben darüber suche ich Information, wie sie zum Hafen reisten, wie lange sie unterwegs waren und so.
Wäre schön, wenn ich da mal einen Reisebericht aus jener Zeit finden könnte, wo beschrieben wird, wie es wirklich war.
Hoffte im Net fündig zu werden, aber leider bisher noch nicht…
Vielleicht meldet sich ja noch ein Forenmitglied, der oder die mir da weiterhelfen kann.
Hab das Thema nun im Forum eingestellt und warte mal ab was sich ergibt.
Nochmals Danke für deine Ausführung…
Danke für die schnelle und ausführliche Antwort.
Ich habe bei meinen Recherchen über die Emigration nach Nordamerika auch über Agenturen erfahren, die solche Auswanderungen in besagten Jahren organisierten.
Aber ich vermute mal, dass diese nur für Bessergestellte in Frage kamen, die sich diese Dienste leisten konnten.
Und sicherlich hast du damit Recht, das sich die eher ärmlichen Ausreisewilligen allein auf den beschwerlichen Weg zum Ausgangshafen machen mussten.
Und eben darüber suche ich Information, wie sie zum Hafen reisten, wie lange sie unterwegs waren und so.
Wäre schön, wenn ich da mal einen Reisebericht aus jener Zeit finden könnte, wo beschrieben wird, wie es wirklich war.
Hoffte im Net fündig zu werden, aber leider bisher noch nicht…
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elias
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Hallo Claudius diese Agenturen waren dann wohl sogenannte "Geldfresser"
Die normalen Leute konnten sich dies auf gar keinen Fall leisten
Einen Reisebericht habe ich bisher auch nicht gefunden
Die normalen Leute konnten sich dies auf gar keinen Fall leisten
Einen Reisebericht habe ich bisher auch nicht gefunden
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claudius
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
elias hat geschrieben:Hallo Claudius diese Agenturen waren dann wohl sogenannte "Geldfresser"
Die normalen Leute konnten sich dies auf gar keinen Fall leisten
Einen Reisebericht habe ich bisher auch nicht gefunden
...hier ein Beispiel zum Thema Agentur.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Hallo Claudius diese Agenturen regeln m.E. nur die Überfahrt selbst, die Anreise zum Hafen ist jedem selbst überlassen
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Hier findet msn einen Reisebericht eines Rückkehrers
http://wiki-de.genealogy.net/w/index.ph ... jvu&page=1
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claudius
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Hallo Volker
Mein Gedanke war, dass es damals eventuell Pauschalangebote dieser Agenturen gab, die die Anreise beinhalteten.
Aber ich denke du hast Recht, diese Kosten waren für den einfachen Mann unerschwinglich.
Es wird sich wohl schwierig gestalten, einen Reisebericht zu finden, wenn man bedenkt das die Emigranten damals neben ihren Anstrengungen gesund und vollzählig ans Ziel zu gelangen nicht den Gedanken fanden eben mal noch einen Bericht über ihre Reise zu schreiben…
Aber vielleicht hat es ja der Eine oder der Andere getan.
Mein Gedanke war, dass es damals eventuell Pauschalangebote dieser Agenturen gab, die die Anreise beinhalteten.
Aber ich denke du hast Recht, diese Kosten waren für den einfachen Mann unerschwinglich.
Es wird sich wohl schwierig gestalten, einen Reisebericht zu finden, wenn man bedenkt das die Emigranten damals neben ihren Anstrengungen gesund und vollzählig ans Ziel zu gelangen nicht den Gedanken fanden eben mal noch einen Bericht über ihre Reise zu schreiben…
Aber vielleicht hat es ja der Eine oder der Andere getan.
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hhg
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Eine Auswanderung aus Bayern um die gleichen Zeit lief in etwa so, dass zuerst einmal eine Auswanderungsbewilligung eingeholt werden musste (einschließlich Nachweis entsprechender Finanzen, Aufgebot in der Zeitung, Nachweis für abgeleisteten Militärdienst aller männlichen Familienmitglieder). Die Ticket-Beschaffung erfolgte über Agenten (siehe eingestelltes Inserat, ähnliche gab es in Bayern), Reisemittel waren meistens die zu dieser Zeit schon gut ausgebaute Postkutschenverbindungen. Das Königreich Bayern hatte bereits auch ein Consulat in Ohio.
In Frankreich war Flussschifffahrt auf der Seine bis Le Havre wohl ebenfalls plausibel.
Mein Eindruck: Durch die zigtausenfachen Auswanderungen vorher bestand um 1850 sicher schon eine entsprechende Infrastruktur, die Überfahrt war längst kein unkalkulierbares Abendteuer mehr. In den mir bekannten Beispielen gab es auch meisten Verwandte oder Freunde, die sicher nicht nur bei der späteren Ansiedelung halfen, sondern auch schon bei der Planung der Ausreise.
Zwei Berichte aus Briefen an die Heimat habe ich, die passen aber nicht so ganz. Der eine von einem Elsass-Auswanderer über seine Strandung auf einem Mississippi-Dampfer (gängige Verbindung für Einwanderer von New Orleans aus), der andere über die Anreise von Hessen per Flusschiffen nach Bremen. Falls von Interesse, bitte PN.
In Frankreich war Flussschifffahrt auf der Seine bis Le Havre wohl ebenfalls plausibel.
Mein Eindruck: Durch die zigtausenfachen Auswanderungen vorher bestand um 1850 sicher schon eine entsprechende Infrastruktur, die Überfahrt war längst kein unkalkulierbares Abendteuer mehr. In den mir bekannten Beispielen gab es auch meisten Verwandte oder Freunde, die sicher nicht nur bei der späteren Ansiedelung halfen, sondern auch schon bei der Planung der Ausreise.
Zwei Berichte aus Briefen an die Heimat habe ich, die passen aber nicht so ganz. Der eine von einem Elsass-Auswanderer über seine Strandung auf einem Mississippi-Dampfer (gängige Verbindung für Einwanderer von New Orleans aus), der andere über die Anreise von Hessen per Flusschiffen nach Bremen. Falls von Interesse, bitte PN.
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elias
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
hier darf man nicht die illegalen Auswanderer vergessen die in einer sogenannten Nacht inf Nebelaktion verschwanden. Sei es weil sie den Militärdienst verweigerten oder eine Straftat begangen.
Diese mussten sehen wie sie zurechtkamen.
Manche bekamen auch Unterstützung durch schon ausgewanderte Verwandtschaft oder Freunde
Diese mussten sehen wie sie zurechtkamen.
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Walter
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Hier noch ein "Reise-Vertrag", mit freier Fahrt mit der Eisenbahn von Basel bis zum Seehafen (§2). Leider sehe ich kein Datum.
Ich habe auch noch einen Reisebericht einer Auswanderer-Gruppe aus dem Kanton Bern um 1831, kann ich auf Wunsch mailen.
Ich habe auch noch einen Reisebericht einer Auswanderer-Gruppe aus dem Kanton Bern um 1831, kann ich auf Wunsch mailen.
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LG, Walter
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Aspis
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Das habe ich über die Auswanderer.
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Gruss Theo
Gebiete: Bruggmann Degersheim-Magdenau/SG, Strässle Bütschwil/SG, Mumenthaler Trachselwald/BE, Maibach Dürrenroth/BE, Mosimann Lauperswil/BE, Vogel Bütschwil/SG, Widmer Altnau/TG, Feybli Einsiedeln/SZ
Gebiete: Bruggmann Degersheim-Magdenau/SG, Strässle Bütschwil/SG, Mumenthaler Trachselwald/BE, Maibach Dürrenroth/BE, Mosimann Lauperswil/BE, Vogel Bütschwil/SG, Widmer Altnau/TG, Feybli Einsiedeln/SZ
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claudius
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Hallo Walter, hallo Theo...
Es ist interessant solch einen Reisevertrag zu sehen, man kann etwas über die Reisebedingungen einer Reiseagentur erfahren.
Das Datum des Vertrages ist wohl auf einer weiteren Seite zu sehen.
Wenn ich mir den Kopf des Vertrages anschaue wird da die Seereise mir Dreimastern und Postschiffen (die in der Regel auch Segelschiffe waren) berichtet, dann vermute ich mal das dies ein Vertrag von frühen Auswanderreisen war.
Auch hier denke ich waren das Reisemöglichkeiten für bessergestellte Personen, aber nicht für den kleinen Mann.
Der Handzettel oder auch vielleicht Plakat von der "Auswanderung nach Amerika" ist ähnlich denen die ich habe und beide passen wunderbar zu meiner Dokumentation.
...danke für eure Infos, werde sie gleich in meine Unterlagen einpflegen.
Es ist interessant solch einen Reisevertrag zu sehen, man kann etwas über die Reisebedingungen einer Reiseagentur erfahren.
Das Datum des Vertrages ist wohl auf einer weiteren Seite zu sehen.
Wenn ich mir den Kopf des Vertrages anschaue wird da die Seereise mir Dreimastern und Postschiffen (die in der Regel auch Segelschiffe waren) berichtet, dann vermute ich mal das dies ein Vertrag von frühen Auswanderreisen war.
Auch hier denke ich waren das Reisemöglichkeiten für bessergestellte Personen, aber nicht für den kleinen Mann.
Der Handzettel oder auch vielleicht Plakat von der "Auswanderung nach Amerika" ist ähnlich denen die ich habe und beide passen wunderbar zu meiner Dokumentation.
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Walter
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Ich denke nicht, die Zugreise in obigem Beispiel (ab wann gab es Eisenbahnverbindungen nach Le Havre?) war laut Vertrag "dritter Klasse".claudius hat geschrieben: Auch hier denke ich waren das Reisemöglichkeiten für bessergestellte Personen, aber nicht für den kleinen Mann.
Übrigens, um die Armenlasten der Gemeinden zu entlasten wurde armen Ausreisenden die Reisekosten ganz oder teilweise erstattet, so steht es jedenfalls in einem Heimatbuch der Gemeinde Zäziwil BE von 1999, hier ein Beispiel aus dem Jahre 1870:
"Wird vorgelegt Auswanderungsvertrag, geschlossen von Gemeindepräsident E. für Bend. F. mit dem Auswanderungsagent Rahm in Bern für den Betrag von Fr. 230.-, wovon sogleich bezahlt Fr. 40.-, restieren Fr. 190.-, die auf eine behörig legalisierte Bescheinigung, dass F. nach Amerika eingeschifft worden, bezahlt werden soll, was genehmigt wird. Im ferneren soll dem Präsidenten das dem F. verabfolgte Sack- und Reisegeld von New York nach dem Staat Ohio und vieles andere mehr, worunter auch zwei Taggelder nach Bern mit Fr. 110.- vergütet werden."
LG, Walter
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claudius
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Hallo hhg...
...auch dir meinen Dank für deine Information.
Deiner Ausführung, dass durch viele Auswanderungen vor 1850 sicher schon eine entsprechende Infrastruktur bestand und die Überfahrt längst kein unkalkulierbares Abenteuer mehr war, stimme ich wohl zu.
Einen großen Teil der Auswanderung die ich hier dokumentiere habe ich bereits zusammen.
Ich weiß wann die Familie in Le Havre ihre Seereise antrat, auf welchem Schiff sie reisten (Passagierliste), wann sie in New York ankamen (Registrierung in "Castel Garden") und wo sie sich letztendlich niederließen.
Heute stehe ich mit Nachkommen dieser Familie in persönlichem Kontakt.
Was mir zu meiner Dokumentation noch fehlt ist halt die Reise vom Ort des Aufbruchs zum Seehafen Le Havre.
Wenn ich bedenke, dass die Familie der Auswanderer überwiegend im saarländischen und auch lothringischen Bergbau ihr Brot verdienten und um ihren Verdienst aufzubessern nebenher noch Landwirtschaft betrieben, muss ich davon ausgehen, dass sich die Emigranten aus Mangel an Geld zu Fuß oder mit einem Ochsenkarren auf den Weg zum Schiff machten.
...auch dir meinen Dank für deine Information.
Deiner Ausführung, dass durch viele Auswanderungen vor 1850 sicher schon eine entsprechende Infrastruktur bestand und die Überfahrt längst kein unkalkulierbares Abenteuer mehr war, stimme ich wohl zu.
Einen großen Teil der Auswanderung die ich hier dokumentiere habe ich bereits zusammen.
Ich weiß wann die Familie in Le Havre ihre Seereise antrat, auf welchem Schiff sie reisten (Passagierliste), wann sie in New York ankamen (Registrierung in "Castel Garden") und wo sie sich letztendlich niederließen.
Heute stehe ich mit Nachkommen dieser Familie in persönlichem Kontakt.
Was mir zu meiner Dokumentation noch fehlt ist halt die Reise vom Ort des Aufbruchs zum Seehafen Le Havre.
Wenn ich bedenke, dass die Familie der Auswanderer überwiegend im saarländischen und auch lothringischen Bergbau ihr Brot verdienten und um ihren Verdienst aufzubessern nebenher noch Landwirtschaft betrieben, muss ich davon ausgehen, dass sich die Emigranten aus Mangel an Geld zu Fuß oder mit einem Ochsenkarren auf den Weg zum Schiff machten.
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Übrigens, um die Armenlasten der Gemeinden zu entlasten wurde armen Ausreisenden die Reisekosten ganz oder teilweise erstattet, so steht es jedenfalls in einem Heimatbuch der Gemeinde Zäziwil BE von 1999, hier ein Beispiel aus dem Jahre 1870:
"Wird vorgelegt Auswanderungsvertrag, geschlossen von Gemeindepräsident E. für Bend. F. mit dem Auswanderungsagent Rahm in Bern für den Betrag von Fr. 230.-, wovon sogleich bezahlt Fr. 40.-, restieren Fr. 190.-, die auf eine behörig legalisierte Bescheinigung, dass F. nach Amerika eingeschifft worden, bezahlt werden soll, was genehmigt wird. Im ferneren soll dem Präsidenten das dem F. verabfolgte Sack- und Reisegeld von New York nach dem Staat Ohio und vieles andere mehr, worunter auch zwei Taggelder nach Bern mit Fr. 110.- vergütet werden."[/quote]
Oh, das ist interessant, das war mir nicht bekannt.
aber ob das auch für das deutsche Saargebiet galt ???
"Wird vorgelegt Auswanderungsvertrag, geschlossen von Gemeindepräsident E. für Bend. F. mit dem Auswanderungsagent Rahm in Bern für den Betrag von Fr. 230.-, wovon sogleich bezahlt Fr. 40.-, restieren Fr. 190.-, die auf eine behörig legalisierte Bescheinigung, dass F. nach Amerika eingeschifft worden, bezahlt werden soll, was genehmigt wird. Im ferneren soll dem Präsidenten das dem F. verabfolgte Sack- und Reisegeld von New York nach dem Staat Ohio und vieles andere mehr, worunter auch zwei Taggelder nach Bern mit Fr. 110.- vergütet werden."[/quote]
Oh, das ist interessant, das war mir nicht bekannt.
aber ob das auch für das deutsche Saargebiet galt ???
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Hier noch ein Beispiel aus dem Jahre 1824:
"Da der Johann M. von Zäziwil und seine Schwester Katharina sich entschlossen haben, nächstkünftig das Vaterland zu verlassen und nach Nordamerika abzureisen, so verpflichtet sich der Gemeinderat gegen die Geschwister M., sobald sie das Bürgerrecht förmlich quittiert haben und zur Abreise eingeschifft seyen, ihnen eine Summe von 80 Kronen als Reisegeld und Aussteuerung bezahlen zu wollen."
Zäziwil war damals sicher keine wohlhabende Gemeinde, vermutlich eher das Gegenteil.
Und noch etwas aus dem Reisebericht von 1831:
"Die ersten drei Wochen waren sie mit Pferde-Fuhrwerken unterwegs nach Paris, wo die Pferde auf dem Markt verkauft wurden. Die Wagen zerlegte man in ihre Einzelteile, die übrigen Habseligkeiten wurden in Kisten verpackt und alles auf einen Flussdampfer verfrachtet, welcher die Reisenden nach Le Havre brachte. Um nicht in einem der schrecklichen Auswandererschiffe, die den Sklavenschiffen in nichts nachstanden, die Überfahrt machen zu müssen, charterte J. ein amerikanisches Segelschiff für 11'576 Franken, was nach heutigem Wert ungefähr 100'000 Franken entspräche. Mit 146 Passagieren an Bord stach am 29. Juni 1831 das Schiff in See."
Die Überfahrt nach New York dauerte für diese Reisegruppe 41 Tage.
"Da der Johann M. von Zäziwil und seine Schwester Katharina sich entschlossen haben, nächstkünftig das Vaterland zu verlassen und nach Nordamerika abzureisen, so verpflichtet sich der Gemeinderat gegen die Geschwister M., sobald sie das Bürgerrecht förmlich quittiert haben und zur Abreise eingeschifft seyen, ihnen eine Summe von 80 Kronen als Reisegeld und Aussteuerung bezahlen zu wollen."
Zäziwil war damals sicher keine wohlhabende Gemeinde, vermutlich eher das Gegenteil.
Und noch etwas aus dem Reisebericht von 1831:
"Die ersten drei Wochen waren sie mit Pferde-Fuhrwerken unterwegs nach Paris, wo die Pferde auf dem Markt verkauft wurden. Die Wagen zerlegte man in ihre Einzelteile, die übrigen Habseligkeiten wurden in Kisten verpackt und alles auf einen Flussdampfer verfrachtet, welcher die Reisenden nach Le Havre brachte. Um nicht in einem der schrecklichen Auswandererschiffe, die den Sklavenschiffen in nichts nachstanden, die Überfahrt machen zu müssen, charterte J. ein amerikanisches Segelschiff für 11'576 Franken, was nach heutigem Wert ungefähr 100'000 Franken entspräche. Mit 146 Passagieren an Bord stach am 29. Juni 1831 das Schiff in See."
Die Überfahrt nach New York dauerte für diese Reisegruppe 41 Tage.
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hhg
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Falls noch interessant, bei
http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=& ... 1500,d.bGQ
kann man eine pdf-Datei herunterladen, die eine um 1846 von Lothringen ausgewanderte Familie beschreibt, mit eingen ganz interessanten Hintergrundinformationen - leider in Französisch.
http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=& ... 1500,d.bGQ
kann man eine pdf-Datei herunterladen, die eine um 1846 von Lothringen ausgewanderte Familie beschreibt, mit eingen ganz interessanten Hintergrundinformationen - leider in Französisch.
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claudius
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Hallo hhg,
...danke für die Info, sie ist sehr interessant für meine Recherche.
...danke für die Info, sie ist sehr interessant für meine Recherche.
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hhg
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Hallo Claudius,
das Thema ist derzeit auch für mich aktuell. Weisst du zufällig etwas, wo und wie Lothringer Emigranten Pass oder sonstige Ausreisepapiere beantragen mussten?
Mir geht es speziell um Spuren einer 1850 von Kalhausen (Moselle) ausgewanderte Familie, z. B. archivierte Passanträge, amtliche Veröffentlichungen der Auswanderungsabsicht in Zeitungen, ...
Danke für jeden Gedanken dazu!
das Thema ist derzeit auch für mich aktuell. Weisst du zufällig etwas, wo und wie Lothringer Emigranten Pass oder sonstige Ausreisepapiere beantragen mussten?
Mir geht es speziell um Spuren einer 1850 von Kalhausen (Moselle) ausgewanderte Familie, z. B. archivierte Passanträge, amtliche Veröffentlichungen der Auswanderungsabsicht in Zeitungen, ...
Danke für jeden Gedanken dazu!
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claudius
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Hallo hhg..
Lt. dem Dekret „10 Vende'miaire Jahr IV (2. Oktober 1795), dass bis 1868 wirksam war, durfte niemand das Gebiet des Departements ohne gültigen Reisepass verlassen der von der Gemeinde oder Stadtverwaltung unterzeichnet war.
Also gehe ich mal davon aus, dass 1850 Reisepässe und amtliche Dokumente bei der Gemeind- oder auch Stadtverwaltung beantragt werden mussten.
Ob es für die Auswanderer finanzielle Unterstützungen wie in der Schweiz oder auch in Bayern gab kann ich nicht sagen.
Zu beachten ist noch, dass das nördliche Lothringen damals deutsch war, doch die Amtssprache Französisch.
Ich vermute mal, dass für Kalhausen (Moselle) da wohl auf der deutschen Seite die Stadtverwaltung Saarbrücken und auf der französischen die von Saargemünd oder Metz in Frage kommen.
siehe hier: http://www.1789-1815.com/loi_10_vend_an4.htm
Hoffe das bringt dich etwas weiter...
Lt. dem Dekret „10 Vende'miaire Jahr IV (2. Oktober 1795), dass bis 1868 wirksam war, durfte niemand das Gebiet des Departements ohne gültigen Reisepass verlassen der von der Gemeinde oder Stadtverwaltung unterzeichnet war.
Also gehe ich mal davon aus, dass 1850 Reisepässe und amtliche Dokumente bei der Gemeind- oder auch Stadtverwaltung beantragt werden mussten.
Ob es für die Auswanderer finanzielle Unterstützungen wie in der Schweiz oder auch in Bayern gab kann ich nicht sagen.
Zu beachten ist noch, dass das nördliche Lothringen damals deutsch war, doch die Amtssprache Französisch.
Ich vermute mal, dass für Kalhausen (Moselle) da wohl auf der deutschen Seite die Stadtverwaltung Saarbrücken und auf der französischen die von Saargemünd oder Metz in Frage kommen.
siehe hier: http://www.1789-1815.com/loi_10_vend_an4.htm
Hoffe das bringt dich etwas weiter...
Gruß Claudius
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hhg
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Re: Reiseberichte vom Saargebiet nach Le Havre
Danke, besonders auch für den interessanten link!
Meine Frage bezüglich weiteren Forschungsmöglichkeiten hatte ich schon einmal andernorts eingestellt
http://geneal-forum.com/phpbb/phpBB3/vi ... 22&t=20142
Erfreulicherweise dort hat Walrol einen offensichtlich sehr kompetenten Tip geschickt - falls von Interesse, bitte dort weiter verfolgen.
Nebenbei bemerkt, Bayern hat Auswanderungswillige ganz und gar nicht unterstützt, eher im Gegenteil, mit einer Reihe bürokratischer Auflagen überzogen.
Schöne Grüsse ...
Meine Frage bezüglich weiteren Forschungsmöglichkeiten hatte ich schon einmal andernorts eingestellt
http://geneal-forum.com/phpbb/phpBB3/vi ... 22&t=20142
Erfreulicherweise dort hat Walrol einen offensichtlich sehr kompetenten Tip geschickt - falls von Interesse, bitte dort weiter verfolgen.
Nebenbei bemerkt, Bayern hat Auswanderungswillige ganz und gar nicht unterstützt, eher im Gegenteil, mit einer Reihe bürokratischer Auflagen überzogen.
Schöne Grüsse ...
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