Vischon

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Wolf
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Vischon

Beitrag von Wolf » Fr 25. Nov 2016, 23:50

Vischon.jpg
Was sind "zwei Schilling Vischon"? Es geht in der Textstelle um das 14. Jahrhundert.

Im Idiotikon finde ich "Fischelin, Fischel: grosses Getreidemass zu 6 Napf oder 4 Viertel" ... hängt es damit zusammen?

Es geht darum, das Wort (zumindest sinngemäss) ins Englische zu übersetzen - oder auf Englisch zu erklären. Das Kapitel Elmer ist das letzte noch ausstehende Kapitel von The History of the Glarus Families, especially of the Sernf Valley.
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Wolf Seelentag, St.Gallen
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Säntis
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Re: Vischon

Beitrag von Säntis » So 18. Dez 2016, 10:08

Grüezi Wolf,

da offenbar bis jetzt "Vischon" in keinem Nachschlagewerk gefunden werden konnte, folgende Lösungsansätze:

• Liegt bei der aufgeführten Textstelle aus dem 14. Jh. allenfalls ein Lesefehler vor?
Was ergibt die Einsicht in den Originaltext?

• Könnte es sich bei den "zwei Schilling Vischon" um eine Naturalabgabe, z. B. von Fischen, im Wert von zwei Schilling handeln?

• Im Archiv des Historischen Vereins des Kantons Bern, Bd. 38, 1945-1946, Heft 1, S. 37, der folgende Text vom 9.7.1364, um Fischereirechte , in dem "vischon" zweimal aufscheint.
In die Ära setzent si ruschen und netzen, daz si nüt tun süllent. Si verbietent ouch unsern botten, die an dem zug gant vischon, daz si nüt getürrent an sorg ihr libes dar komen, mit namen dem von Diesbach, der unser keiner was, dem verbutton si und trüton im an den lip, daz er nüt getorst, an dem zug uff unserm eigenen gute vischon ze unsren dürften.

Vielleicht findet sich unter den Lesenden ein/e Sprachwissenschaftler/in, der/die dazu einen Beitrag leisten könnte.

Bochtella
Zuletzt geändert von Säntis am So 18. Dez 2016, 16:20, insgesamt 1-mal geändert.



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Re: Vischon

Beitrag von Wolf » So 18. Dez 2016, 10:25

Leider gibt Heer die Quelle nicht an, die deswegen (mit angemessenem Aufwand) nicht kontrolliert werden kann. Dass er das Wort in Anführungszeichen setzt, ohne es in einer Anmerkung zu erklären (was er sonst oft tut), spricht dafür, dass er sich auch nichts darunter vorstellen konnte.


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Re: Vischon

Beitrag von femuse » So 18. Dez 2016, 21:05

the Attachment being jpg, Google will not translate it for me.

No idea if this can help you, but, a Google search has found:
--------------------
p.90-1. "Hand-Book of the English Tongue"
Fishes (ace.) Fiscas Vischon Fiskas Fische Fiskans Fiske Fiske....
--------------------
no idea what this means !


Hand-book of the English tongue... by Angus, Joseph
Published 1869

https://archive.org/details/handbookofenglis00anguuoft



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Re: Vischon

Beitrag von Wolf » Mi 28. Dez 2016, 18:10

Thomas Arnold Hammer schreibt mir dazu:
Die beiden von G. Heer zitierten Rödel sind im Originaltext mit einer approximativen Datierung in den Rechtsquellen des Kantons Glarus, Bd. 1, 1983, veröffentlicht.
Auf S. 52 der jüngere Rodel von ca. 1340 mit dem Stichwort ‚vischon‘ (‚... und git II (Schilling) vischon in den hof ze sant Pancratius tage.‘), und auf Seite 49 der ältere Rodel von ca. 1310, in welchem der ‚Elmer‘ bereits im Zusammenhag ‚für fisch‘ genannt wird.

Ich habe nun die fragliche Stelle noch kurz mit dem Chefredaktor des Wörterbuchs besprochen, und wir kamen zum Schluss, dass bei ‚vischon' im Rodel von ca. 1340 offenbar ein Verschrieb für ‚vische‘ angenommen werden muss. Auch der Editor der Rechtsquellen hat das so gesehen, indem er die Stelle mit ‚vischon‘ unter dem Stichwort ‚Fisch‘ registriert hat.

Fischelen bzw. Fischelin (Idiotikon Bd. 1, 1108 und 1109) fallen ausser Betracht, da sie sprachlich (und wohl auch sachlich) nicht mit ‚vischon‘ in Verbindung gebracht werden können.

Den Originaltext finden Sie in den Rechtsquellen des Kantons Glarus, Bd. 1:
S. 49: Rodel um 1310
S. 52: Rodel um 1340.
Ich bedanke mich vielmals für diese fundierte Erklärung.


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Re: Vischon (vmtl. korrekt: vische)

Beitrag von Säntis » Fr 30. Dez 2016, 11:46

Grüezi Wolf,

denke nun , dass bei "vischon" in den Belegen von ca. 1340 und vom 9.7.1364 primär der Buchstabe "o" verschrieben ist oder falsch gelesen wurde.
Nur eine Einsicht in die Originalbelege könnte diese Unsicherheit klären.

Im Beleg von ca. 1340 findet sich auf der S. 52 ein anderes uneinheitlich geschriebenes Verb. Einmal steht "ir mulken vertigon [= vertigen]", das andere Mal "die grosen kese vertigen".
Im Beleg vom 9.7.1364 findet sich auf den folgenden Seiten das Verb "vischon" mit dem Vokal "e":
• S. 35, 13. Zeile von unten: "mit vischenne in der Are".
• S. 37, 11. Zeile von oben: "und vischent da".
• S. 40, letzte Zeile: "ze vischen".

Damit wird im Beleg von ca. 1340 eine Naturalabgabe von vischon = Fischen im Wert von zwei Schilling gemeint sein.
Im Beleg vom 9.7.1364 ist unter vischon = fischen zu verstehen.

Bochtella



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