Sidler Melchior, ≈ Ottenbach 27.12.1788 (
Taufrodel Ottenbach, Seite 36, pdf 22), Sohn des
Hans Rudolf Sidler und der Elisabetha Sidler. Laut Eintrag der Eltern im
Familienregister (Seite 72, pdf 41) lebt er seit 1812 als Schreiner in Wien, +/■ Ottenbach 13./18.06.1843 (
Totenrodel Ottenbach, Seite 608, pdf 282), "alt-fähr von Ottenbach". Im
Familienregister (Seite 379, pdf 194) wird "Fähr"
[§] als Beruf angegeben. Im Totenrodel wird
Dr.Gampert angegeben, der ihn vmtl. als Arzt betreut oder den Totenschein ausgestellt hat.
oo
Zürich-St.Peter 11.11.1816
Wydler Barbara, ≈ 21.03.1796, Tochter des Rudolf Wydler und der Verena Frei, + 25.12.1865
Kinder:
04.02.1817 Anonymus, + 04.02.1817
17./21.02.1819 Magdalena, + 07.04.1819
12./21.05.1820 Magdalena, oo Hans Ulrich Schnebeli von Ottenbach
10./17.03.1822 Elisabetha, oo Heinrich Leemann von Meilen
13./21.11.1824 Anna, oo Felix Gallmann von Maschwanden
08./15.10.1826 Anna Elisabetha, oo Heinrich Sutter von Ober-Mettmenstetten
07./14.06.1829 Johannes, + 02.05.1857 im Spital in folge des Feldzuges
29.12.1833/04.01.1834 Ulrich, + 19.02.1847
Quelle: Familienregister Band 1 (Seite 379 / pdf 194)
Achtung: Hier werden die falschen Eltern angegeben (Seite 154 / pdf 82) ... deren Sohn Melchior wird am 24. (nicht 27.) 12.1788 getauft (
Taufrodel pdf 22).
[§] Am 05.04.1843 verstirbt (Hans)
Ulrich Sidler, "alt-fähr im Feld" (
Totenrodel Ottenbach, Seite 608, pdf 282). Laut
Familienregister (Seite 346, pdf 178) ist er * 13.06.1790; am 05.04.1813 hatte er die Elisabetha Sidler (1794-1856) geheiratet. Ein Hinweis auf einen Beruf ist im Familienregister nicht vorhanden.
Es fällt auf, dass beide als
"alt-fähr" bezeichneten Verstorbenen zur Sidler-Familie gehörten (auch wenn der Zusammenhang zwischen Melchior und Ulrich noch nicht erforscht wurde). Im Rahmen von etwa 10 Jahren habe ich keinen weiteren "alt-fähr" gesehen - es handelt sich also nicht um einen häufigen Beruf - ich gehe deswegen davon aus, dass die Sidler als
Fährleute auf der nahen Reuss tätig waren; die beiden Verstorbenen waren aber nicht mehr als solche tätig gewesen. Die erste
Reuss-Brücke in Ottenbach wurde 1864 eröffnet. Noch heute erinnert der Flurname "Fahr" bei Ottenbach an die Zeit, da zwischen dem zürcherischen und dem aargauischen Ufer nur eine Fähre verkehrte. Ihre Bedeutung war auf den Transport der Ortseinwohner und jener landwirtschaftlichen Erzeugnisse beschränkt, welche die Ottenbacher jenseits von Fluss und Hoheitsgrenze auf einem ihnen gehörenden Stück Kulturland ernteten. Alle drei bis fünf Jahre wurde das so genannte Reuss-Fahr dem meistbietenden Pächter aus Ottenbach auf einer öffentlichen Gant zugeschlagen. Der Fährmann wohnte mit seiner Familie im Haus an der Reuss und war nebenbei mit etwa einem Juchart Land und einer kleinen Scheune mit Stall noch Kleinbauer.
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