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Lesehilfe Brief von 1904
Verfasst: Do 1. Jul 2010, 09:33
von Petra
Liebe Forumsmitglieder,
mir liegt ein Brief vierseitiger DIN A5 Brief aus dem Jahre 1094 vor (leider schon sehr ramponiert), in dem ich einige Wörter nicht entziffern kann und hoffe auf Hilfe.
Auf der ersten Seite lese ich:
Lieber Bruder,
Sehr lange habe ich gewartet auf eine Karte von Dir da Dein
Militärpaß .....?.... ein Monat in meinem Besitz war und ich schon verschiedene
Postkarten postlagernd (Cotbus) abgeschickt habe und ich immer keine
Antwort erhielt wurde ich doch bald unruhig. Ich schicke dir also anbei deinen Militärpaß, welcher noch verschlossen ist,
wie ich ihn erhalten habe. Zugleich auch diese Karte, ... ?... ich den Herr Krüger beantwortet habe, ich wußte Deine Adresse nicht.
Nun mein lieber Bruder, ich freue mich sehr, daß du Arbeit hast, denn das fortwährende ....?... ist doch kein schönes dasein
Lesehilfe Brief von 1904
Verfasst: Do 1. Jul 2010, 09:37
von Petra
S. 2
Ich habe dir in erster Sache mitzuteilen, die Lage der Mutter mit dem kleinen Christian wird bedenklich. Wie du vielleicht schon weißt, hat Bruder Mathias vorigen Monat Hochzeit. Bruder Nikolaus steht am heiraten, er hat in drei Monaten Hochzeit. Bruder Johann ist verlobt seine Braut ist noch etwas jung, will aber ....? .....? Johannes heiraten, vielleicht Faßnacht?. Der kleine Christian ist in der Lehre bei einem Schreinermeister. Nun kannst Du Dir die Lage von dem Haushalt vorstellen. Überlege dir die Sache ob du jetzt nicht an der Reihe bist, für Mutter und Christian, welcher drei Jahre lernen muß, zu sorgen. Überlege dir die Sache gut, daß du dir im späteren Leben keine Vorwürfe zu machen brauchst.
S. 3
Klar du nun denkst in Trier keine passende Stellung zu finden
der in der Fremde .....? zu werden
so ...........? ich dir deinen monatlichen Überschus, oder besser gesagt der Mutter monatlich etwas zuschicken.
Schreibe mir bitte bald einen langen Brief, was du zu thun ...??
Was das Befinden der Familie anbelangt davon kann ich nur Beste mitteilen, also mit anderen Worten es geht uns allen gut. Nebenbei sei noch bemerkt, Bruder Nikolaus heiratet sehr gut (ein reiches Bauernmädchen)
Er kommt bei mich ins Haus zu wohnen, da zufällig die Wohnung lehr ist.
Roths Mathi hat auch in 14 Tagen Hochzeit. Er heiratet bei sein Mutter ins Haus. Mein Sohn Mathi macht gute Vorschritte, er ist jetzt am Stadtrentamt angestellt
Lesehilfe Brief von 1904
Verfasst: Do 1. Jul 2010, 09:39
von Petra
S. 4
Ach wenn du jetzt unser Stück Land im Steis würdest sehen, du kennst es nicht mehr wieder. Es stehen schon .... ?... 10 Herrschaftliche Wohnhäuser darauf und es ist noch Platz für 6, eine großartige Straße dadrauf, genannt Augustenstraße. Alle jungen und besseren Leute machen sich aus den kleinem Dörfchen dorthin. Auch Herr L...?.... der bei mir wohnte ist dorthin gezogen.
Ich habe dir nun b.... alles mittgetheilt was ich dir zu sagen hatte und hoffe bald auf einen langen und ausführlichen Brief von dir zu bekommen
Sei nun recht herzlich geküßt von uns allen
Besonders von deiner Schwester
Kätchen und Mathis
Lesehilfe Brief von 1904
Verfasst: Do 1. Jul 2010, 19:44
von Nico
Zu Seite 1
1. ? = bereits
2. ? = welche
3. ? = Schummeln (?)
Lesehilfe Brief von 1904
Verfasst: Fr 2. Jul 2010, 06:04
von Petra
Original von Nico
Zu Seite 1
1. ? = bereits
2. ? = welche
3. ? = Schummeln (?)
Hallo Nico,
danke, bei den ersten beiden stimme ich Dir zu, nur beim letzten Wort? Weiß nicht, tendiere beim ersten Buchstaben eher zu "P" - siehe das Wort Postkarte. Aber "Pummeln? könnte evtl. Bummeln bedeuten.
Lesehilfe Brief von 1904
Verfasst: Sa 3. Jul 2010, 07:51
von Walter
Hallo Petra
Das letzte gesuchte Wort auf der 1. Seite lese ich als “Prumeln“, aber was der (oder die?) Schreibende damit sagen will ist mir ein Rätsel.
Gruss, Walter
Lesehilfe Brief von 1904
Verfasst: Sa 3. Jul 2010, 08:24
von Petra
Original von Walter
Hallo Petra
Das letzte gesuchte Wort auf der 1. Seite lese ich als “Prumeln“, aber was der (oder die?) Schreibende damit sagen will ist mir ein Rätsel.
Gruss, Walter
Hallo Walter,
danke! Tendiere zu Pumeln, also bummeln, würde Sinn ergeben. Der Brief stammt aus Trier - evtl. Dialekt!
Lesehilfe Brief von 1904
Verfasst: So 4. Jul 2010, 08:56
von Walter
S. 2
Ich habe dir in erster Sache mitzuteilen, die Lage der Mutter mit dem kleinen Christian wird bedenklich. Wie du vielleicht schon weißt, hat Bruder Mathias vorigen Monat Hochzeit. Bruder Nikolaus steht am heiraten, er hat in drei Monaten Hochzeit. Bruder Johann ist verlobt seine Braut ist noch etwas jung, will aber ....? .....? Johannes heiraten, vielleicht Faßnacht?. Der kleine Christian ist in der Lehre bei einem Schreinermeister. Nun kannst Du Dir die Lage von dem Haushalt vorstellen. Überlege dir die Sache ob du jetzt nicht an der Reihe bist, für Mutter und Christian, welcher drei Jahre lernen muß, zu sorgen. Überlege dir die Sache gut, daß du dir im späteren Leben keine Vorwürfe zu machen brauchst.
Ich lese bei den beiden Fragezeichen:
... doch anfangs nächsten Jahres heiraten, ...
Gruss, Walter
Lesehilfe Brief von 1904
Verfasst: So 4. Jul 2010, 09:13
von Walter
. 3
Klar du nun denkst in Trier keine passende Stellung zu finden
der in der Fremde .....? zu werden
so ...........? ich dir deinen monatlichen Überschus, oder besser gesagt der Mutter monatlich etwas zuschicken.
Schreibe mir bitte bald einen langen Brief, was du zu thun ...??
Hallo Petra
Hier lese ich:
Wen du nun denkst in Trier
keine passende Stellung zu finden
oder in der Fremde mehr zu verdin(en)
so werthe ich dir deinen monatlichen
Uberschus, oder besser gesagt der Mutt(er)
monatlich etwas zu schicken.
Schreibe mir bitte bald einen lang(en)
Brief, was du zu thun vorhast.
Gruss, Walter
Lesehilfe Brief von 1904
Verfasst: So 4. Jul 2010, 12:39
von Petra
Hallo Walter
recht herzlichen Dank! Das eine Wort aus Brief Seite 4 habe ich nun auch entziffert, es heißt "bereits 10". Jetzt muss ich nur noch heraus finden, an welchen ihrer Brüder sie geschrieben hat, auf jeden Fall nicht an meinen Urgroßvater, denn der und seine Brüder Christian, Nikolaus und Johann werden in dem Brief erwähnt.
Schönen Sonntag noch.
Lesehilfe Brief von 1904
Verfasst: So 4. Jul 2010, 12:57
von Walter
Hallo Petra
Auf Seite 4 lese ich die restlichen Stellen mit Fragezeichen wie folgt:
- Auch Herr Lehrer der bei mir wohnte ...
- Ich habe dir nun bereits alles mitgeteilt ...
Wünsche auch Dir einen schönen Sonntag
Walter