Aus der Markgrafschaft Ansbach nach Westen

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Konstantin Huber
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Aus der Markgrafschaft Ansbach nach Westen

Beitrag von Konstantin Huber » Fr 7. Apr 2006, 10:07

Bei genealogischen Forschungen im Raum zwischen Stuttgart und Karlsruhe stößt man für das 17./18. Jahrhundert immer wieder auf Personen aus der (brandenburgischen) Markgrafschaft Ansbach(-Bayreuth). Besonders auffällig wird dies im neuen Ortssippenbuch Königsbach (Enzkreis). Wer hat sich schon mit dieser Migrationsbewegung befasst oder kann für andere Regionen einen ähnlich starken Zuzug aus dem "Ansbachischen" (in den Quellen oft: "Onolzbach") feststellen?


Konstantin Huber

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Beitrag von Konstantin Huber » Mi 19. Jul 2006, 07:03

Offenbar weiß niemand hierzu etwas Genaues und ich konnte auch keine Literatur ausfindig machen. Der Brackenheimer Historiker Otfried Kies berichtete aber letzte Woche bei einem Vortrag in Sachsenheim auch von vielen Ansbachern, auf die er im Stromberggebiet und Zabergäu stieß, und zwar v.a. für die erste Hälfte des 18. Jh.
Wie ich vermutet auch er wirtschaftliche Gründe hinter dieser Bewegung.


Konstantin Huber

Mark
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Beitrag von Mark » Mo 2. Okt 2006, 12:09

Vergleichbares fand ich bei meinen Höfer-Forschungen in Schriesheim. In einer etwas älteren Veröffentlichung zu Familien in Schriesheim (und Umgebung) findet sich öfters als Herkunft "aus dem Fränkischen" angegeben; Zeitraum: 18. Jahrhundert.
Martin



Brian
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Beitrag von Brian » Mo 6. Aug 2007, 19:27

Original von Konstantin Huber
Offenbar weiß niemand hierzu etwas Genaues .
Bisher habe ich mich nicht gemeldet, da ich bei diesem Themnboard nicht mitlese.
Genaues weiss ich auch nicht, aber mir ist in den KB aus dem Raum Sinsheim eine Häufung von Ansbachern aufgefallen. Ich werde nochmal nachschauen und mich wieder melden.



Brian
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Beitrag von Brian » Mo 6. Aug 2007, 19:58

So, jetzt habe ich meine (zum Glück elektonisch vorhandenen) Kirchenbücher durchgeschaut. Vielleicht hilft es dir weiter.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.



Eva
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Beitrag von Eva » Di 7. Aug 2007, 07:32

Ich bin bisher nur auf eine Person in Cleebronn gestoßen. Aber er kam auch im 18. Jahrhundert und zwar aus "Stetten im Ansbachischen". Das finde ich jetzt interessant, dass das eine ganze "Bewegung" war.



js
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Beitrag von js » Mi 8. Aug 2007, 13:32

dasselbe auch hier noch einmal:

Für die Kurpfalz und die Reichsritterschaftlichen Gebiete lassen sich nach 1700, in geringerem Maße auch vor 1700 etliche Zuwanderer aus der Markgrafschaft Ansbach nachweisen, weit mehr jedoch aus den übrigen hohenlohischen Gebieten. Aus diesen Richtung kamen im ersten Drittel des 18. Jhd. deutlich die meisten lutherischen Zuwanderer. In mancher Hinsicht gilt das auch für die benachbarten westfränkischen Regionen (für Katholiken).

Bei einigen Recherchen in Hohenlohe/Franken fällt auf, dass nach den Bevölkerungsverluste durch den 30. Jährigen Krieg ein viel stärkerer Bevölkerungszuwachs erfolgte, als das z. B. in Kurpfalz und Anrainer der Fall war. Dort war die Ausgangslage nach dem Krieg ohnehin schlechter und durch den Erbfolgekrieg wurde die Entwicklung unterbrochen. Bei Forschungen in den Herkunftsregionen fällt auf, dass manche Familiennamen gegen Ende 17. Anfang 18. Jhd. komplett durch Abwanderung verschwunden sind.

Grund hierfür sind zum einen wirtschaftliche Gründe, wie auch eine generell sehr viel größere Mobilität innerhalb der Bevölkerung zu dieser Zeit. In mehreren Fällen kauften die Zuwanderer die Hofstätten derer ersten Pfälzer, die nach Amerika auswanderten. In etlichen bearbeitenten Fällen lagen keine wirtschaftlich zwingenden Gründe für eine Auswanderung vor.

Jan Sandmaier



Brian
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Beitrag von Brian » Mi 8. Aug 2007, 17:24

Im Familienbuch von Treschklingen habe ich auch noch jemanden gefunden:
0681
Schleyer / Schleier / Schlayer, Hans Martin, Bauer und Wagner, aus dem Ansbachischen, * um 1659, +02.03.1736, Ehe mit Barbara N.N., * um 1663, +23.01.1741



Eva
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Beitrag von Eva » Mo 10. Sep 2007, 09:06

Nur mal spekulativ dazu. Kann es sein, dass durch verwandtschaftliche Beziehungen zwischen Württemberg und Ansbach in dieser Zeit Wanderungsbewegungen stattfanden? Durch einen Aufsatz aus "Unsere Heimat, Band 12" zur 32 tägigen Hochzeitsreise (1748) von Herzog Karl Eugen und seiner Braut Elisabeth Friederike Sophie (Tochter des Markgrafen Friedrich von Brandenburg-Bayreuth-Kulmbach) kam mir die Idee. Die Trauung fand in Bayreuth statt. Anschließend reisten sie über Ansbach (Besuch bei Verwandten) mit diversen Zwischenstationen nach Stuttgart.

Gruß
Eva



Konstantin Huber
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Beitrag von Konstantin Huber » Di 11. Sep 2007, 17:12

Länger anhaltende Migrationsbeziehungen zwischen zwei Regionen wurden durch Verwandtschaftsbeziehungen generell unterstützt und verstärkt, denn man hielt Kontakt in die alte Heimat und bei Erfolg am neuen Wohnort ermunterte man (aktiv oder passiv) Zurückgebliebene nachzukommen. Die Ursachen für über Familien zahlenmäßig hinausgehende Personengruppen, aus einem Gebiet in ein anderes wegzuziehen, waren aber sicherlich andere (meist wirtschaftliche, politische und/oder religiöse).


Konstantin Huber

Pit
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Aus der Markgrafschaft Ansbach nach Westen

Beitrag von Pit » So 16. Sep 2007, 09:43

hier noch einer:

Quelle: Zapf, Epfenbach, Heimatbuch eines Dorfes, S. 272
ZIEGELBAUER, Hans Georg
* zu Maulich in der Grafschaft Ansbach
+ 3.4.1736 Epfenbach als Land und Gastwirt zum Engel. Kath. Religion, Sohn des Hans ZIEGELBAUER.
Ehe: 19.7.1717 Epfenbach, eingetragen im luth. KB Reichartshausen, mit Gertraude WICK.

Gruß Pit



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Beitrag von Mark » Mo 17. Sep 2007, 10:00

Mit jenem "Maulich" dürfte der Ort Maulach in nächster Umgebung von Crailsheim gemeint gewesen sein.
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Beitrag von Brian » Sa 24. Nov 2007, 19:43

Hab noch ein paar aus dem luth. KB von Weiler (bei Sinsheim) und erweitere das Gebiet um Nürnberg und die Bayreuther Herrschaft:

o 24.04.1714 Merkel Mathäus, Witwer - Geistner Vorname fehlt, Georg aus Arrau bei Nürnberg

o 27.11.1732 Schweighart Johann Georg * in Neckartenzlingen Württemberg - Schirmer Anna Maria, + Simon, Müller zu Kreyny, Bayreuther Herrschaft

o 21.05.1715 Steinacker Johann Georg, + Johannes aus Sinnbronn im Ansbachischen - Essig Anna Maria, Johann Georg, des Gerichts zu Weiler



Irene

Aus der Markgrafschaft Ansbach nach Westen

Beitrag von Irene » Do 6. Dez 2007, 22:43

Horbach /Pfalz

OHR Johann , luth. aus "Rismann - Schallbach " im Ansbachischen ,
oo in Horbach 14.02.1713
MAY Anna Ottilia , kath. aus " Bergheim " im Fürstbistum Trier,
Ohr Johann wird 1736 noch als Zimmermann in Horbach genannt.



Fechingen - Saarland

FENCK Joh. Michael , herrschaftl. Jäger u. Förster
* 17.08.1719 Wassertrüdingen/Anspach + Fechingen 29.06.1805
Sohn von :
F. Leonhard Adam " Ordinari - Bote " oo ZORSCHY Anna Magdalena , Wassertrüdingen


- Editiert von Irene am 07.12.2007, 22:41 -



Irene

Aus der Markgrafschaft Ansbach nach Westen

Beitrag von Irene » So 9. Dez 2007, 12:01

RIFFELMACHER Jakob , Zimmermann, * um 1720 + Winzeln bei Pirmasens ,11.02.1782
Sohn von :
R. Christoph , Zimmermann , Rügland bei Ansbach
- Editiert von Irene am 20.12.2007, 16:06 -



Irene

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Beitrag von Irene » Fr 25. Jan 2008, 20:47

In Saarbrücken verheiratet und verstorben , Sabel / Zabel / Zobel

SABEL Johann ( Hans ) Leonhard , Hufschmied * Welbhausen 1663
Sohn von :
SABEL Hans * ? oo Welbhausen 1652 Kistner Otilia

Einwanderer in Franken , aus Kremsier / Mähren ????



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Beitrag von Nico » Fr 31. Okt 2008, 20:38

Zu Thema dieses Threads schreib Markus Maisel:
Meine Familie scheint auch Anfang des 18. Jhds. aus dem Ansbachischen zugewandert zu sein. Dies schließe ich im Moment noch aus der aktuell vorhandenen Auftretenshäüfigkeit meines Nachnamens um Ansbach und Bayreuth. 1707 taucht jedenfalls ein Johannes Maisel, Totengräber ?, in den KB von Ensingen LB auf. Leider ohne Herkunftsbezeichnung. Die Kirchenbücher geben jedoch für diese Jahre teilweise sehr detaillierte Auskunft über die Truppen- und Fluchtbewegungen im Rahmen des Spanischen Erbfolgekrieges (Wurden oder werden die KB bearbeitet, editiert oder transkribiert?).

Eventuell waren auch diese Ereignisse Auslöser für die Wanderungsbewegungen. Ich weiß leider nicht, ob die während des pfälzischen Erbfolgekrieges zur Verteidigung der Reichsgrenze am Oberrhein aufgebotenen Truppen der brandenburgischen Markgrafschaft Bayreuth auch noch in die Kampfhandlungen des Spanischen Erbfolgekrieges verstrickt waren und ob sie von einem entsprechenden Tross begleitet wurden, aus dem sich eventuell auch einzelne Personen hätten absetzen können. Gibt es hier vielleicht auch noch Melde-, Musterungs-, oder Regimentslisten (o.ä.)
Für das Kriegsjahre 1693 ff findet sich bei Gerhard Fritz und Roland Schurig, Der Franzoseneinfall 1693 in Süddeutschland, S. 141 ein Hinweis (leider ohne Quellenangabe), dass die Bevölkerung auch aus dem OA Maulbronn ausser bis in die Schweiz, nach Tübingen oder Blaubeuren, auch ins Ansbachische floh. Auch hier könnte es doch im Rahmen der Rückwanderungsbewegung zu einem Zuzug aus der brandenburgischen Markgrafschaft gekommen sein.

Wer kann mir bei diesen Fragen weiterhelfen und wem ist eventuell ein um 1700 aus dem Ansbachischen nach Westen ausgewandeter Johannes Maisel bekannt?


Nico

Säntis
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Re: Aus der Markgrafschaft Ansbach nach Westen

Beitrag von Säntis » So 17. Nov 2013, 15:32

Grüezi,

Am 18.8.1805 wurde getauft Helena, Tochter des Georg Michael Andreas Kobs von Weissenbach im Anspachischen und der Christina Barbara Marhstaller. Katholisches Taufbuch Bermatingen im Bodenseekreis

Sein Rufnahme dürfte Michael gewesen sein.
Vor- und nachher ist Georg Michael Andreas Kobs auch an verschiedenen Orten nördlich und südlich des Bodensees belegt. Er scheint keinen festen Wohnsitz gehabt zu haben.
Seine erste Ehefrau war Anna Maria Margareta Buechenmajer, seine dritte Ehefrau Agnes Steidl.

Kann jemand zu den genannten Personen etwas ergänzen?

Bochtella



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