Vielgeliebte Freundinn!
Ich muß die Feder ergreiffen, und Euch einmal zu schreiben wie es sich mit uns befinde.
Wir sind alle gesund und wohl, auch sind wir wieder glücklicher als wir je gewesen waren.
Die Maria und die Elisabeth befinden sich in Murten bei der Herrschaft, aber sie sind noch
unverheirathet. Die Eltern denken und sprechen sehr viel von Euch und sagen auch öfters
wenn sie nur noch einmal mundlich mit Euch sprechen könnten. Der alte Statthalter
schmerzt von einem Schlagfluße, man glaubt er werde nicht lange mehr leben. Die Magda=
lena Schmid schmerzt noch an der gleichen Krankheit wie wo Ihr noch in unserer Heimath waret
es freute sie sehr da sie sah daß Ihr noch an sie dachtet. Dem alten Statthalter seine zwei
Töchteren Maria und die Marianna sind beide von einer Kindbettin gestorben. Laupers
und Remunds in Oberei geht es so weit wir wißen sehr gut,
Johannes Lauper ihr Sohn hat sich
mit der Elisabeth Scherler von Allenlüften in Buttenried verheirathet und die Marianna
hat sich mit einem Zimmermann verheirathet. Die zwei Schullehrer Fawer und Liechti
befinden sich noch in Mühleberg.
Johannes Salfisberg wo sonst in Buch gewesen, und jetzt
im Kanton Freiburg in der Sanmerau (Summerau?) ist seine Frau ist ungefähr vor drei Jahren gestorben
und die älteste Tochter Anna ein Jahr nachher von einer Waßersucht. Er hat sich wieder
verheirathet, das Heimwesen darauf er sich befindet, hat er
verheirathet, kurz so wie die
[korrekt: erheiratet]
Leute sagen hat er es sehr gut gemacht. Die Elisabeth Hänggeli befindet sich noch in Murten
auf der Stadtmühle, es geht Ihnen sehr gut, und Kinder haben sie keins. Der
Christen Salfis=
berg Peters in Buch hat sich auch verheirathet, er hat eine sehr reiche Frau Tochter Buri
von Niederbotigen (Niederboltigen), sein Vetter der Götti hat Ihm das Gut verkauft.
Jetzt muß ich Euch noch anzeigen über den Preis der Früchte. Dinkel das Malter Fr(anken) 10
R(a)pp(en) 34 / Haber das Malter Fr 13 Rpp. 50 / Kernen das Mäs Fr 2 Rpp 29 /
Weizen das Mäs Fr 2 Rpp 59 / Roggen das Mäs Fr 1 Rpp 44 / Mühlekorn
Fr 1 Rpp 59 / Mischelkorn dergleichen / Gerste das Mäs Fr 1 Rpp 10 / Erbsen Fr 3 /
Wicki Fr 2 Rpp 70 / Heu der Centner 4 und ½ bis 7 Fr / Stroh Fr 3 das Klafter /
Buchenholz 36 und ½ Fr / Tannenholz 27 Fr / Wedelen das Stück 18 Rp / Schweine
das Pfund 46 Rpp / Schmehr das Pfund 1 Fr / Speck 1 Fr / Honig 90 Rappen / Eier 10 für 60 Rappen.
Anken das Pfund fr 1 Rpp 2 und hat auch schon 130 gegolten / Aepfel saure d(as) Mäß
Fr 1 Rpp 20 / süße dergleichen / Aepfelschnitze d(as) Mäß fr 2 / Birnen dergelichen, Birnenschni=
tze Fr 2 Rpp 80 / Erdäpfel weiße Rapp 88 / rothe 92 Rpp / Euer Brief haben wir gut
erhalten und gesehen daß Ihr Euch in Eurer neuen Heimath sehr glücklich befindet. Eines
muß ich Euch noch melden, von dem Rudolf Zehnder wie er am Munde den Krebs, gott=
phütis, darvor gehabt und ein sehr großes Theil hat müßen herausschneiden laßen fünf
Wochen lang mußte er in der Insel (=Inselspital) bleiben. Die alte Frau Pfarrerin ist letzten Herbst auch
gestorben. Ueber unser langes schreiben haltet Euch nicht auf, ein jedes die Ihr hattet
grüßen laßen, hat gesagt wir sollen warten ein wenig sie wollen dann auch ein kleines
Brieflein schreiben und es mitgeben, aber nichts. Ich will enden mit meinem schreiben, neues
weiß ich Euch nicht viel zu schreiben. Wir laßen Euch alle freundlich grüßen. Ferner
laßen Euch noch grüßen die Magdalena Schmid in Großmühleberg ferner die Mutter Schmid
und Samuel Schmid im Forst, ferner die Frau Lenzinges (Leuzinger?) in Bern, ferner die Elisabeth
Hänggeli in Murten, und die Familie Hänggelis in Buch, ferner die Elisabeth Herrin in
Buch, ferner die Familie Glauser in Buch, ferner die Familie Remunds in Oberei, ferner die Frau
Schlub in der Eiau, ferner die zwei Schullehrer in Mühleberg, ferner die Frau Schori in
Gümeren, ferner dem Müllerhans (= Hans Müller) in Marfeldingen seine Frau.
An Maria Herren geborne Remund.
Mühleberg den 21. Hornung 1859
Samuel Salfisberg (heute Salvisberg)
Bendicht Hänggeli im Teufthal ist auch in das Ewige hinübergegangen
und das wo Ihr uns hinterlaßen habt, haben wir empfangen und laßen Euch
noch höfflich dafür danken. Und noch eins, wenn Ihr noch mehr nach der Schweiz
schreibt wenn Ihr wollet so gut sein und uns auch eine Antwort schicken
oder hinterlaßen werdet.