Hallo,
ich erlaube mir doch gleich an erster Stelle zu erwähnen, dass, Zitat, inoffiziellen mündlich überlieferten Quellen, null und nichtig sind. Ja, man könnte solche auch als Mytol. bez.. Um es vorweg zu nehmen, der Name GANDRION ist bereits a. 1470 in Rhäzüns belegt (Rom. Sutsilvan).
Urteil. Rhäzüns, 1470 Novembre 15.: Hans Gandrion, Amman Rhäzüns, Richter der ordentlichen Gericht eine Vorabentscheidung………..
http://walser-cultura.it/documenti/luoghi/279
Die Frage nach dem Ursprung eines Fam. Nam. ist, bei allem Respekt, schon sehr weit hergeholt. Wie soll man diese Frage beantworten? Fam. Nam. bzw. Schreibformen, haben jeweils nicht nur einen Ursprung. Diese können sich örtlich- und zeitlich unabhängig von einander entwickelt haben und in vers. Dialekten. Nun seis drum, der bzw. die Namen Candrian, Gandrion, Gandrian(n), u.v.m., stammen alle vom selben Rufnamen ab; dem grie. R.-Namen Andreas.
Die Herkunft des Namens ist Alt-Griechisch. Die Bedeutung: zu/von Alt- Griech. andreios (Genitiv des Substantivs aner= Alt.-Griech. und bt.= Mann). I.S.v.= Tapferkeit, Tüchtigkeit, Mannhaftigkeit. Die ersten Erwähnungen des Namens, sind bereits um 250 v. Chr. bezeugt. Es gibt jedoch noch den Namen, die Form, Androlos, derselbe ist in der Olympialiste um 688 v. Chr., verz..
ANDRI ist eine rom. Form des Namens. Ca- steht für "rom." Casa (Haus). Wobei wir hier von Sursilvan (GR-Oberland) sprechen und nicht von Sutsilvan, Valader od. Puter. Solche Namensformen sind im Sursiv. nichts Aussergewöhnliches. (Casa-nova, Ca-sutt, Ca-vigelli usw.).
Familiennamen haben selten bis nie nur eine Form bzw. Schreibweise. Diese verändern sich im Laufe der Jahre. Kirchenbücher sind nicht immer eine verl. Quelle was die Schreibweise anbelangt. Standesbeamte hatten des Öfteren den/die Namen nach GEHÖR EINGERTRAGEN bez. verz.. Auch kümmerten man sich kaum um Rechtschreibung usw..
In der CH (Tel.B.) ist der Name Candrian rund 320 mal verz..
Das der Name in Ital. "völlig unbekannt" ist, trifft auch nicht zu. Er ist in Italien in 5 Comunen (Gemeinden) verz.. Mit Sicherheit handelt es sich dabei um Auswanderer- bzw. Einwanderer aus der CH.
Die weit verbrt. Meinung, dass die Italiener es waren, die zuerst in die Schweiz einwanderten, ist nicht korrekt. Geschichtlich gesehen waren es die Bündner die zuerst nach Italien auswanderten.
Die Rom.-Sprache war lange Zeit weit verbrt. Nicht nur in ganz GR. Auch bis fast ins den Kat. GL.. Der Rückzug der Rom. Sprache vollzog sich jedoch nicht einfach nur so. Dies hatte seine Gründe. Ein tragisches Ereignis verstärkt die sprachliche Entwicklung. 1464 wird die Hauptstadt Chur durch eine Feuersbrunst zerstört. Es waren deutschsprachige Handwerker, welche die Stadt wieder aufbauen und sich dann dort niederlassen, wodurch der Ort vollständig germanisiert wurde.
http://www.swissinfo.ch/ger/Raetoromani ... id=5374730
Nun es fehlt hier etwas Entscheidendes im diesem Artikel. Mit dem Zustrom von dt.-sprachigen Handwerkern, waren es die PRIESTER, die "sofort" damit begonnen hatten, die Messe nicht mehr in Romanisch sondern in Deutsch abzuhalten. Das führte leider zum Rückzug der romanischen Sprachen. Das ist auch geschichtlich so festgehalten. Die germ. fand jedoch, wie bereits erwähnt, von Nord-nach Süd statt.
Des Weiteren steht z.B. der Name GANDRIAN nicht zwingend in Verb. mit Candrian, Candrion, bzw. Andreas. Es kann sich auch um einen Herkunftsnamen zum Ortsnamen Gandria, handeln. Lesen Sie dazu bitte:
http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D2169.php
Noch etwas zu dem von Ihnen erwähnten Venetischen-Raum: Venetisch, Venezisch od. Venedisch ist eine romanische Sprache.
Mit freundlichen Grüssen
Tarcos