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Fam. Gembe in Bauerbach bei Bretten

Verfasst: Di 1. Jan 2008, 13:15
von Wolfi
Im Jahre 1715 wird in Bauerbach bei Bretten erstmals der Name Gembe (auch Kempp, Gömbe Kempe) in den Kirchenbüchern erwähnt. Hat jemand diesen Namen vor 1715 in der Gegend schon einmal entdeckt?

Fam. Gembe in Bauerbach bei Bretten

Verfasst: Fr 4. Jan 2008, 16:32
von Mark
Wolfgang,
gibt die Ortschronik von O. Bickel dazu nichts her? Bei Deiner Suche spielen offenbar die Lücken im Bauerbacher Ehebuch eine Rolle. Hast Du es schon einmal im Gemeindearchiv versucht mit Bürgeraufnahmen etc.?
Gruß, Mark

Fam. Gembe in Bauerbach bei Bretten

Verfasst: Sa 5. Jan 2008, 17:17
von Wolfi
Vielen Dank Mark,
in der Ortschronik von O. Bickel ist auch nur die erstmalige Erwähnung von Christoph Gembe 1715 aufgeführt. Wie schon vermutet fehlt aus der Zeit das Ehebuch. Im Gemeindearchiv konnte mir (das war schon vor einigen Jahren) keiner so recht helfen und wurde an das Generallandesarchiv in KA verwiesen. Über Bürgeraufnahmen hatte ich damals nichts gefunden, ist Ihnen darüber etwas bekannt?
Beim Sterbeeintrag steht übrigens die Bemerkung "olim conversus".
Es könnte zum einen sein, dass er "einst konvertiert" hatte. Mitlerweile halte ich aber eher die zweite Möglichkeit "einst Laienbruder" für richtig. Können Sie oder hat irgenjemand eine Idee hierzu?

Fam. Gembe in Bauerbach bei Bretten

Verfasst: So 6. Jan 2008, 12:14
von Mark
Hallo Wolfgang,
bislang hatte ich mit Bauerbach und seinem Gemeindearchiv noch nichts zu tun, doch scheint es so, als würde sich ein Nachbohren lohnen. Der häufige und vielfach vorschnelle Verweis auf die übergeordneten Archive entspringt oft mangelnder Kenntnis der eigenen Archivalien. Dabei möchte ich betonen, daß es sehr gut geführte Gemeindearchive gibt, aber eben auch das genaue Gegenteil.
Eine schnelle Suche im IGI ergab einen Nennung Gempe vor 1700 in Efringen, ob dies jedoch weiterhilft, weiß ich nicht. Was die Notiz beim Sterbeeintrag betrifft, halte ich die erstgenannte Deutung für die wahrscheinlichere.
Gruß, Mark

Fam. Gembe in Bauerbach bei Bretten

Verfasst: So 6. Jan 2008, 19:29
von Konstantin Huber
Das zuständige Stadtarchiv Bretten ist derzeit unbesetzt, die Stelle wurde aber im Dezember ausgeschrieben. Sinnvoll wäre also, sich hier noch ein paar Monate zu gedulden und dann erneut nachzufragen, wobei man dem neuen Stelleninhaber etwas Bearbeitungszeit zugestehen sollte. Das (vermutlich in Bretten eingelagerte) Gemeindearchiv von Bauerbach wurde vor längerer Zeit geordnet, sodass zmindest im Findbuch nachgesehen werden kann.
Für Bürgeraufnahmen in Dörfern gibt es in jener Zeit aber seltenst eigene Akten und auch nicht mehr oft entsprechende Einträge in Rats- oder Gerichtsprotokollen; solche Vorgänge lassen sich, wenn überhaupt, meist nur in den Bürgermeisterrrechnungen über die Zahlung des Bürgeraufnahmegeldes nachweisen (unter der Rubrik: Einnahmen - Geld). Ob dabei dann der Herkunftsort dabeisteht, ist reine Glückssache ...

"Olim conversus" heißt sicher, dass der Betreffende vor längerer Zeit die Konfession gewechselt hatte, also ursprünglich evangelisch (lutherisch oder reformiert) war.

Fam. Gembe in Bauerbach bei Bretten

Verfasst: Mo 7. Jan 2008, 18:14
von Wolfi
Nach Meinung einer Genealogin wurde der Name Christoph (der an sich schon selten ist) von Evangelischen in dieser Zeit nicht benutzt, da es sich um einen Heiligen-Namen handelt. War er doch Laienbruder?

Fam. Gembe in Bauerbach bei Bretten

Verfasst: Mo 7. Jan 2008, 18:34
von Mark
Bei solchen Meinungen zur Verbreitung von Vornamen sollte man erstens sehr vorsichtig sein und zweitens bedenken, daß die meisten der alten Vornamen zum weiteren Kreis der Heiligen-Namen gehörten.
Vielleicht genügt ein kleiner Test mithilfe des IGI: Vorname - Christoph; Name - Mueller; Geburtszeitraum 1700-1740; dann vielleicht Deutschland - Baden oder Deutschland - Württemberg. Ergebnis eine stattliche Zahl von Taufen, deren Mehrheit evangelisch / protestantisch war.
Gruß, Mark

Fam. Gembe in Bauerbach bei Bretten

Verfasst: Mo 7. Jan 2008, 18:43
von Mark
Wolfi,
zusätzlich zwei Beispiele aus meiner Sammlung, die belegen, daß jene kategorische Verneinung schlicht haltlos ist: a) Magister Georg Christoph Ludwig, seit 1705 evang. Pfarrer in Rottenacker, und b) Magister Johann Jacob Glück läßt 1684 in Dagersheim seinen zweiten Sohn auf den Namen Christoph taufen.
Mark

Fam. Gembe in Bauerbach bei Bretten

Verfasst: Fr 11. Jan 2008, 08:03
von Wolfi
Vielen Dank erst mal für alle Hinweise.
Wenn ich nun davon ausgehe, dass er wirklich konvertierte, dann könnte ja sein, dass er in Bauerbach geboren wurde. Laut Ortschronik gab es bei einer Visitation des Ortes 1719/20 ca. 70 kath. Familien sowie eine evang. Witwe. Die Wahrscheinlichkeit seiner Geburt (+ errechnet 1688) in Bauerbach ist also sehr gering aber nicht unmöglich. Wo wäre jedoch dies registriert? Evang. Kirchenbücher in Bauerbach gibt es nicht.

Fam. Gembe in Bauerbach bei Bretten

Verfasst: Fr 11. Jan 2008, 11:05
von Mark
Wolfgang,
gerade weil es in Bauerbach keine evang. Kirche gab, muß von einem Zuzug des Gembe-Ahnen ausgegangen werden. Die Wahrscheinlichkeit, von der Du sprichst, ist m. E. nicht nur gering, sondern einfach unmöglich.
Gruß, Mark

Fam. Gembe in Bauerbach bei Bretten

Verfasst: So 13. Jan 2008, 11:37
von Konstantin Huber
Das sehe ich ganz genauso wie Mark!